Buntes: Im Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Rockes

Von Christian Simon und Mirna Stieler

Die ersten Tage der Pilgerfahrt zum heiligen Rock im Dom von Trier sind vorbei und bereits viele tausend Menschen haben die Reliquie besucht. Wir sprachen mit Pilgern sowie Helfern und fingen die Stimmung in der Trierer Innenstadt ein. 

Wenig Andrang vorm Domeingang.

Besonders am vergangenen Samstag war der Ansturm mit knapp 17.000 Besuchern sehr hoch. Die Stimmung unter den Pilgern ist ungebrochen gut. Auch die kritischen Beiträge zur Wallfahrt, wie die Ausstellung einer angeblichen Unterhose von Karl Marx, sorgen nicht für größeres Aufsehen. Einzig die Künstler Wolfram P. Kastner und Linus Heilig, die als Papst und Hitler verkleidet durch Trier zogen, um für eine strikte Trennung von Staat und Kirche zu protestieren, ernteten vereinzelt Rufe und ungläubige Blicke.

Trotz des Wetters ist viel los in Trier.

Ansonsten verläuft die Wallfahrt bisher eher unspektakulär: Außer in Stoßzeiten, wenn zum Beispiel große Pilgergruppen oder Reisebusse ankommen, verteilen sich die Pilger in Dom und Innenstadt. Keiner der zahlreichen freiwilligen Helfer in und um den Dom berichtet von Problemen aufgrund großer Pilgerzahlen, selbst samstags hätten sich die 17.000 Pilger so über den Tag verteilt, dass sich das Anstehen und das Gedränge im Dom in Grenzen hielten.

Auch die Woche über ist der Andrang zu verkraften, ohne Wartezeit gelangt man sofort zum heiligen Gewand, für eine kurze Andacht an der Glasbox ist ausreichend Platz vorhanden. Horst, einer der zahlreichen Helfer der Wallfahrt ist begeistert: „Heute ist sehr viel los, meiner Meinung nach mehr als am Wochenende und bis jetzt ist alles super gelaufen und es gab keine Probleme.“

Das kommt den Pilgern natürlich entgegen, Egon R. aus Köln: „Wir verbinden den Besuch im Dom mit einem Tagesausflug, da ist es schön, dass man neben dem Heiligen Rock auch noch Zeit für den Rest der Stadt hat!“

Eine Pilgerin aus dem Saarland erzählt: „Ich habe den Heiligen Rock 1996 schon mal gesehen, aber ich bin gerne noch mal hergekommen. Zwischenzeitlich war ich auch schon in Jerusalem, Rom und bin den Jakobsweg gegangen.“ Die Stimmung ist weiterhin gut unter den Pilgern, aber auch unter den Helfern.

Pilger vor dem Domeingang.

Auf dem Hauptmarkt versammelte sich gestern eine große Reisegruppe aus Russland. Sie sind extra nach Trier gekommen, um den Heiligen Rock zu sehen. Auf dem Weg zum Dom und vor dessen Eingang sangen und beteten sie gemeinsam.

Inge aus dem Saarland ist gestern, trotz des schlechten Wetters, nach Trier gekommen „…für den Heiligen Rock lohnt es sich trotzdem“. Sie lächelt und scheint wirklichen einen schönen Tag gehabt zu haben. Der Rock führt Menschen aller Kulturen, Länder und allen Alters zusammen. Bis jetzt war es ein sehr friedliches Miteinander und wird hoffentlich bis zum Ende der Wallfahrt am 13. Mai auch so bleiben.

Paul aus München hat sich ebenfalls den Rock vor 16 Jahren schon einmal angesehen. Gestern war er mit seiner Enkelin im Dom: „Wir besuchen meine Tochter hier in Trier und verbinden das mit einem Besuch im Dom. Den Rest des Tages nutzen wir für die anderen Sehenswürdigkeiten in Trier.“

Morgen könnte es jedoch noch mal stressig für Helfer und Pilger werden. Am Tag der katholischen Schulen haben sich 20 Schulen zur Besichtigung angekündigt. Auf dem Programm steht um 11:00 Uhr das „Christuslob“ mit Bischof Dr. Stephan Ackermann im Palastgarten und danach ein Musikprogramm auf den verschiedenen Bühnen am Hauptmarkt, im Palastgarten und am Brunnenhof. Da aber durchaus gute Laune herrscht, wird dieser Andrang auch zu meistern sein.

Wir haben euch auch noch einmal einen kleinen Überblick über einige interessante Veranstaltungen im Rahmen der Heilig-Rock-Wallfahrt 2012 zusammengestellt. Viele weitere Informationen findet ihr außerdem auf www.heilig-rock-wallfahrt.de.

Fotos: 5vier.de (Christian Simon und Mirna Stieler)

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