Buntes: Lebenshilfe Trier feiert 50jähriges Jubiläum

In diesem Jahr feiert die Lebenshilfe Trier ihr 50jähriges Bestehen. 5vier gibt einen kleinen Einblick in die Feierlichkeiten und erklärt, was sich hinter der Lebenshilfe Trier eigentlich genau verbirgt. 

Die Lebenshilfe Trier wurde 1962 als Selbsthilfeorganisation ins Leben gerufen. Eltern mit geistig oder körperlich behinderten Kindern wollten eine Möglichkeit schaffen, in der Menschen mit Behinderungen jeglicher Façon und deren Angehörige unterstützt und gefordert werden können. Dafür bietet die Lebenshilfe mittlerweile verschiedenste Hilfs- und Beratungsangebote an. So fungieren die Mitarbeiter als Begleiter bei der Entwicklung und Ausbildung für Behinderte, schaffen Arbeitsplätze und bieten verschiedene Wohnformen an.

Besonders wichtig für die Lebenshilfe ist es, jeden Einzelnen nach seinen Möglichkeiten optimal zu fördern und ihn bestmöglich in die Gesellschaft zu integrieren. Maßgeblich für das Tun von der Lebenshilfe ist der Inklusionsgedanke. Laut diesem soll und muss jeder Mensch die Möglichkeit haben, an allen gesellschaftlichen Aktivitäten auf allen Ebenen im vollen Umfang teilnehmen zu können. Alle Menschen, egal ob mit oder ohne Behinderung, sollen gleich behandelt werden, denn jeder Mensch ist gleich viel wert. Ziel der Lebenshilfe ist es, Menschen mit und ohne Behinderung in Trier zusammenzuführen.

Angebote und Projekte

Um Menschen mit Behinderungen, egal ob geistiger oder körperlicher, optimal unterstützen zu können, bietet die Lebenshilfe verschiedene Projekte und Programme an. Für die Kinder gibt es zwei Integrative Kindertagesstätten, Im Wichernhaus und Am Bach, wo Kinder mit und ohne Behinderung zusammen betreut und gefördert werden. Des Weiteren gibt es die staatlich anerkannte private Porta-Nigra-Schule in der Trägerschaft der Lebenshilfe. Dabei handelt es sich um eine Förderschule mit dem Schwerpunkt auf einer ganzheitlichen Entwicklung der Schüler.

Aber auch für Erwachsene mit Behinderung bietet die Lebenshilfe verschiedene Projekte an. So unterhält die Lebenshilfe unter anderem vier Wohnheime mit mittlerweile rund 80 Bewohnern mit Behinderung. Das Café Lebenshilfe ist ein Angebot für Menschen speziell mit geistiger Behinderung. Dort soll ihnen eine feste Struktur im Alltag geboten werden und ihnen die Möglichkeit geben, ihre Freizeit aktiv und in der Gemeinschaft zu erleben. Die Lebenshilfe-Werke bieten in ihren Betriebsstätten Trier und Serrig geeignete Arbeitsplätze in vielen Bereichen an. Die Zentrale Beratungsstelle der Lebenshilfe hilft Behinderten und deren Angehörige Antwort auf ihre Fragen bezüglich Fördermöglichkeiten, allgemeine Hilfsangebote und finanzieller Unterstützung zu bekommen.

Das ist natürlich nur ein kleiner Auszug der Angebote der Lebenshilfe. Wer sich noch genauer über weitere Angebote informieren möchte, der findet weitere Informationen auf der offiziellen Seite der Lebenshilfe.

50 Jahre Lebenshilfe

Am 5. Mai, dem europäischen Tag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung, feierte die Lebenshilfe in der TuFa Trier ihr 50jähriges Bestehen. Eröffnet wurde die Feier vom Vorstandsmitglied der Lebenshilfe, Dr. Martin Rieger. Für die rund 600 Besucher des Festes wurden eine Menge an Aktivitäten angeboten. So konnten sich in verschiedenen Workshops, die von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Lebenshilfeeinrichtungen geleitet wurden, Kinder und Erwachsene kreativ beim Malen, Filzen oder Töpfern betätigen. Bei einem Rollstuhlparcours konnte jeder selbst hautnah miterleben, wie es ist, in einem Rollstuhl verschiedene Barrieren und Hindernisse zu überwinden.

Aber auch für eine musikalische Unterhaltung wurde gesorgt. Auf der Bühne gaben neben Sabine Brandauer und Michael Ophelders besonders die Leiendecker Bloas ihr Bestes. Die Band wurde zudem tatkräftig von der Tanzgruppe der Lebenshilfe unterstützt, die in diesem Jahr ihr 25jähriges Bestehen feiert.

Auch die Schüler der Porta-Nigra-Schule waren mit dabei. Sie führten die „Bremer Stadtmusikanten“ als Gemeinschaftsprojekt aller Stufen auf. Beeindruckend war besonders, dass die Kostüme, Kulissen und die musikalische Begleitung komplett von den Schülern und Lehrer der Schule selbst erarbeitet wurden. Einer der Lehrer und gleichzeitige Künstler Gerd Dahm zeigte seine Wanderausstellung „ex klusiv. Normal ist alles“, in der Portraits von Menschen in unterschiedlichem Alter mit und ohne Behinderung zu sehen sind.

Der große Abschluss des Festtages bildete das Theaterstück „ALLe IN?!“ vom integrativen Theater com.guck. Zusammen mit der Tanzgruppe „BewegGrund“ und der Cellistin Katharina Reichelt zeigten sie, dass man auch mit einer Behinderung ganz großes Theater machen kann.

Zukunftspläne

Der Lebenshilfe Trier ist es besonders wichtig, dass Menschen mit Behinderung auch weiterhin ein erfülltes und weitgehend selbstbestimmtes Leben führen können. Um dies auch in Zukunft gewährleisten zu können, soll das Angebot in den nächsten Jahren ausgeweitet und den veränderten Bedürfnissen angepasst werden. Die oberste Prämisse lautet, nicht stehen zu bleiben und sich stets weiterzuentwickeln.

Auch auf den immer weiter fortschreitenden demographischen Wandel muss und will die Lebenshilfe reagieren. Denn auch Menschen mit einer Behinderung werden aufgrund der medizinischen Fortschritte immer älter, was gleichzeitig bedeutet, dass ein erhöhtes Pflegeangebot benötigt und geschaffen werden muss. So zum Beispiel in Form von neuen Wohnformen. Aber auch der in der Politik oft erwähnte Umbau des Sozialstaates und die dazugehörende Diskussion über eine Kürzung von Unterstützungsleistungen stellt mehr und mehr ein Problem dar und ist schon jetzt klar spürbar.

Die Lebenshilfe wird also auch in Zukunft auf Spenden angewiesen sein, damit sie auch weiterhin ihre vielfältigen Angebote anbieten können. Wie ihr spenden könnt, erfahrt ihr hier.

5vier wünscht der Lebenshilfe mindestens weitere 50 erfolgreiche Jahre!

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