Oliver Kleinmann aus Longkamp ist Deutschlands bester Stuckateur

Deutsche Meisterschaft im Bauhandwerk in Kenn ausgetragen

Oliver Kleinmann aus Longkamp (Kreis Bernkastel-Wittlich) ist der beste Stuckateur Deutschlands. Beim Bundesleistungswettbewerb des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes in Kenn schaffte der 25-Jährige den Sprung aufs oberste Siegertreppchen.

Der Junggeselle nutzte im Lehrbauhof der Handwerkskammer seinen „Heimvorteil“ und setzte sich gegen fünf weitere Stuckateure durch. Um Gold-, Silber- und Bronzemedaillen wetteiferten bei dieser Deutschen Meisterschaft insgesamt 62 Junggesellen und drei Junggesellinen aus acht Gewerken: Zimmerer, Estrichleger, Fliesen-, Platten- und Mosaikleger, Maurer, Stuckateure, Beton- und Stahlbetonbauer, Straßenbauer und Wärme-, Kälte- und Schallschutzisolierer aus dem gesamten Bundesgebiet. Sie waren zuvor als Landessieger aus dem Leistungswettbewerb hervorgegangen. Der Wettkampf fand das erste Mal in Rheinland-Pfalz und zugleich erstmals in einer Handwerkskammer statt.

Die 65 Wettkampfteilnehmer führten dem Publikum handwerkliches Können auf allerhöchstem Niveau vor. Von den insgesamt sechs rheinland-pfälzischen Gesellen schafften es zwei auf das oberste Siegertreppchen: Neben Oliver Kleinmann errang auch der in Kirchen-Freusberg (Kreis Altenkirchen/Westerwald) beschäftigte Sebastian Falz bei den Straßenbauern den ersten Platz.

Die Deutschen Meister in den Berufen Fliesenleger, Maurer, Stuckateur und Zimmerer können nun im Nationalteam des deutschen Baugewerbes bei der nächsten Berufsweltmeisterschaft um Gold, Silber und Bronze auf internationaler Ebene kämpfen. Die „WorldSkills 2013“ findet vom 2. bis 7. Juli 2013 in Leipzig statt.

Die Stuckateure mussten innerhalb von zwei Tagen eine Leucht-Stele „Sinus“ herstellen. Mittels einer Schablone galt es, einen wellenförmigen Kern mit Hohlraum herzustellen und das Objekt mit Lichtausschnitten zu versehen. Diese anspruchsvolle und kräftezehrende Aufgabe löste Oliver Kleinmann als Bester – souverän und nervenstark. „Zunächst erschöpft, dann aber froh und erleichtert“ sei er nach dem Wettbewerb gewesen, so der Geselle, der sein Handwerk bei der Josef Stein Putz- und Gipsarbeiten GmbH in Morbach erlernt hat.

„Manche Prüfungsaufgaben hatten fast Meisterprüfungsniveau“, kommentiert Thomas Sandner den Schwierigkeitsgrad der Wettbewerbsaufgaben. Die Zimmerer etwa mussten ein Turmdach mit Aufschieblingen und einem Satteldach mit Kamindurchdringung anfertigen. Die Fliesenleger – unter ihnen zwei Frauen – mussten die Schnitttechnik überaus gut beherrschen, um am Ende ein exaktes Fugenmaß aufweisen zu können.“ An jedes Gewerk seien besondere Herausforderungen gestellt worden. „In allen Diziplinen kam es auf Maßgenauigkeit und Schnelligkeit an“, so Sandner. Kammerpräsident Rudi Müller zollte allen Teilnehmern „große Achtung vor Ihren hervorragenden Leistungen. Wir sind alle stolz auf Sie!“ Den Wettbewerbsteilnehmern stünden alle Türen offen. Müller dankte zudem den Ausbildern, die ihre Lehrlinge während der Ausbildungszeit hervorragend gefordert und gefördert hätten, sowie den Prüfungs- und Bewertungsausschüssen.

Schirmherrin dieses 61. Bundesleistungswettbewerbs in den bauhandwerklichen Berufen war Eveline Lemke, Ministerin für Wirtschaft, Klimaschutz, Energie und Landesplanung des Landes Rheinland-Pfalz. Anlässlich der Siegerehrung würdigte die Ministerin das Engagement der Teilnehmer und Teilnehmerinnen: „Handwerkliche Dienstleistungen von guter Qualität und spezielle Arbeiten nach Kundenwunsch kann nur jemand bieten, der gut ausgebildet und eben besser ist als der Durchschnitt. In Zeiten von härterer Konkurrenz ist es besonders lobenswert, wenn sich junge Menschen dem Wettbewerb stellen und sich hierbei durch besonders gute Leistungen auszeichnen.“

Fotos vom Wettbewerb sind in der Bildergalerie auf den Internetseiten der Handwerkskammer Trier www.hwk-trier.de zu sehen.

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