Buntes: Viel nackte Haut und wenig Raum – Unikörper 2013

Das Jahr 2012 neigt sich seinem Ende entgegen und wir befinden uns, sofern es Maya-Prophezeiungen zulassen, schon bald im Jahr 2013. Doch was wäre ein neues Jahr ohne Kalender. Wer mit dem Kalenderkauf auch dieses Jahr wieder seine helle Freude haben und gleichzeitig etwas Gutes tun möchte, der greife zum neuen „Unikörper 2013“. Dessen Erlös geht wie letztes Jahr wieder an einen wohltätigen Zweck. Vergangene Woche wurde der Kalender im Rahmen einer Vernissage im Trierer Brunnenhof vorgestellt. 

Aktfotografie ist eine der schwierigsten Fotografien. Mit dem falschen Licht wirkt es billig, in der falschen Pose im besten Fall unvorteilhaft. Zudem kann es sowohl für das Modell als auch für den Fotografen zu einer echten Mutprobe werden. Besonders wenn die eigene nackte Haut einen Monat lang in einem Kalender zu sehen sein wird. Da hatten Fotograf Marco Piecuch und Produzent Ulysses Wagner letztes Jahr noch ganz schöne Schwierigkeiten genügend Models für 24 Bilder zusammen zu kriegen. Dank der guten (Vor)Arbeit von letztem Jahr standen sie dieses Jahr nicht vor dem Problem. Im Gegenteil sogar, meldeten sich doch mehr Models als eigentlich nötig gewesen wären. Das Ergebnis spricht wieder mal für sich.

Während der momentan noch laufende „Unikörper“ mit kompletter Nacktheit ein klares Statement setzt, ist der kommende Kalender um einiges hochgeschlossener. Bademäntel, Tücher, Boxershorts und Röcke verdecken so manches Detail; keine Verschlechterung, aber doch eine andere Richtung. Während beim letzten Kalender viel über originelle Posen versteckt wurde, was nicht jeder zu sehen braucht, wurde dieses mal mehr mit Accesoires und Requisiten gearbeitet. Dafür sind die Locations um einiges weitläufiger; Parkanlagen, Seen, Dächer, Treppenhäuser, die richtige Zeit am richtigen Ort.

Die besonderen Örtlichkeiten bringen eine weitere Neuerung: die Bilder sind oft farbenfroher, voller; der nackte, oder eher halbnackte Körper tritt in den Hintergrund, fügt sich in das Gesamtbild. Es wirkt im Ganzen etwas routinierter, geübter. Obwohl man anmerken muss, dass der Zauber des Anfangs etwas verflogen zu sein scheint, nach dem letzten Kalender musste man schon mit etwas neuem aufwarten. Stillstand ist ja schließlich doch irgendwo Rückschritt. Der Fortschritt ist Piecuch Wagner und „dem Belichta“, einem Fotograf, der unter diesem Künstlernamen arbeitet, gelungen. Die Bilder unterscheiden sich von denen des aktuellen Jahres, wobei ein Aspekt gleich geblieben ist: „Die Bilder spalten ein bisschen die Masse. Was dem einen besonders gut gefällt, kann der andere gar nicht leiden“, sagt Piecuch, es bleibt also alles eine Geschmacksfrage.

Wer sich in Trier ein wenig in der jüngeren Kulturszene auskennt, wird auch ein paar bekannte Gesichter entdecken, unter anderem drei Mitglieder des Neuen Theaters Trier. Generell wirkten dieses Mal etwas mehr Leute mit, die bereits Erfahrungen im sich-präsentieren haben, zumindest vermitteln die Fotos diesen Eindruck. Auch hier scheint das positive Feedback des letzten Jahres gezogen zu haben, denn nicht nur Models wurden angezogen, sondern auch weitere Fotografen. „Der Belichta“ unterstützte Piecuch und Wagner, viele der Bilder sind von dem Künstler.

Schade war nur, dass die Räumlichkeiten des Brunnenhofs für eine Vernissage dieser Größenordnung mittlerweile etwas zu klein geworden sind. Vielleicht kann man bei der Vernissage des nächsten Kalenders bereits mit einer größeren Location zum Feiern rechnen.

Der Erlös des Kalenders geht auch dieses Jahr wieder an die Deutsche Aidshilfe und zudem an das Aktionsbündnis gegen Homophobie e.V., zu kaufen gibt es ihn an den bekannten Verkaufsstellen und direkt über die Homepage: http://www.unikoerper.de. Doch Achtung: Die erste Auflage des Kalenders ist auf nur 300 Exemplare reduziert, wer also nicht auf die zweite Auflage warten will, sollte sich beeilen.

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