Buntes: ‚Viva la Vida‘ – In Extremo kommen nach Trier

Von Andreas Gniffke

Zwei Jahre ist es her, seit In Extremo zum letzten Mal das altehrwürdige Trierer Amphitheater rockten. Am Freitag, 5. August ist es nun wieder so weit und die Zuschauer können sich auf ein eindrucksvolles Mittelalter-Rock-Spektakel freuen. Doch nicht nur die Anhänger von Dudelsäcken und harten Gitarren kommen auf ihre Kosten, denn Veranstalter Ingo Popp präsentiert während den Amphitheater-Open-Airs vom 4.-7. August auch das Orquesta Buena Vista Social Club, Altmeister Helge Schneider und BAP mit einer Klassiker-Show.

Feurige Open-Air-Atmosphäre ist bei In Extremo garantiert! (Foto: Andreas Gniffke)

Die erfahrungsgemäß empfindlichen Anwohner rund um das Amphitheater sollten vielleicht besser schon einmal ein alternatives Abendprogramm für den 5. August gestalten, denn mit In Extremo beehrt eine der explosivsten Livebands Deutschlands die altehrwürdige Spielstätte. Mit dem aktuellen Album Sterneneisen im Gepäck bereisen die sieben Spielleute seit Anfang des Jahres die Republik und begeben sich im August auf eine exklusive Burgentour, die in Trier startet. Das Album startete von Beginn an durch und belegte rasch Platz 1 der deutschen Albumcharts.

Gegründet wurde In Extremo Mitte der 90er Jahre als reine Mittelalterband, die als Spielleute über die historischen Märkte der Republik tingelten. Hervorgegangen aus der erstaunlich vitalen Mittelalterszene der Ex-DDR begann man recht bald aber damit, rockigere Elemente und moderne Instrumente einzubeziehen, wobei die ersten Alben noch stark traditionell mittelalterlich geprägt waren. Mit Verehrt und Angespien feierte In Extremo 1999 große Erfolge und Lieder wie Herr Mannelig, der Spielmannsfluch oder die Vertonung des ersten Merseburger Zauberspruchs sind auch heute noch Höhepunkte vieler In Extremo-Konzerte. Das Nachfolgealbum Sünder ohne Zügel stellt für viele Anhänger einen Höhepunkt im Schaffen der Band dar, gelingt hier doch die Verschmelzung moderner und historischer Elemente am harmonischsten. In der Folge treten die mittelalterlichen Instrumente und Texte in alten Sprachen etwas in den Hintergrund, was dem Erfolg aber keinen Abbruch tat. Ausgedehnte Tourneen und der Einsatz von viel Pyrotechnik im Rahmen der Konzerte verrschafften der Band um Frontmann Michael Rhein alias Das Letzte Einhorn den Ruf einer exzellenten Liveband und bis heute haben die Auftritte von In Extremo nichts von ihrer urwüchsigen Kraft verloren. Mit den Alben Sieben und Mein rasend Herz erreichte man jeweils Platz drei der Albumcharts und vor allem der Auftritt bei Stefan Raabs ‚Bundesvision Song Contest‘ 2006 brachte vielen neuen Fans die Musik In Extremos näher, wobei einige Anhänger der Mittelalterszene Kommerz und Verrat witterten. Doch die Band ging ihren Weg unbeirrt weiter und der Sterneneisen-Vorgänger Sängerkrieg erreichte erstmals die Spitze der deutschen Charts.

Doch was ist eigentlich ein Sterneneisen? Es handelt sich um ein sagenumwobenes Metall aus dem Weltall, aus dem u.a. auch Excalibur, das magische Schwert von König Artus geschmiedet worden sein soll. Was die Texte angeht, greift die Band nicht nur nach den Sternen, wie beispielsweise bei Schau zum Mond, sondern wendet sich auch irdischen Themen zu, wie etwa in Auge um Auge und Wahre Freunde. „Während wir früher bis zur letzten Sekunde am Albumtitel geknobelt hatten, bekamen wir diesmal die Idee schon am Anfang der Aufnahmen“, berichtet Kay Lutter, Bassist der Berliner, „das Wort „Sterneneisen“ hat Kraft, es ist heiß und schlägt ein.“ „Nicht vergessen sollte man eine andere Ebene“, fügt Dr. Pymonte verschmitzt hinzu, seines Zeichens Dudelsackbläser und Harfenist von In Extremo, „wir sind eine Band, die gerne feiert. Im Laufe unserer Parties hat schon so mancher Sterne gesehen.“ Vor allem Viva la Vida legt Zeugnis ab von durchzechten Nächten unterm Säufermond, gefolgt von Morgen, in denen den sternhagelvollen Trinkern das Sonnenlicht in die Augen stach.

Der Auftritt im Amphitheater bildet den Auftakt der Burgentour und die Zuschauer können sich neben In Extremo auch auf die Rostocker Punkband Dritte Wahl freuen. Tickets gibt es an allen bekannten Vorverkaufsstellen. Einen Vorgeschmack gibt es hier, denn In Extremo hatten die große Ehre, das diesjährige Rock am Ring – Festival zu beschließen:

Die vier Open-Air-Tage im Amphitheater bieten aber noch weitere Höhepunkte, hier die Übersicht:

  • Mittwoch, 3. August: Orquesta Buena Vista Social Club feat. Omara Portuondo Open-Air, Einlass: 19.00, Beginn: 20.00 Uhr
  • Donnerstag, 4. August: Helge Schneider “Buxe Voll” Open-Air, Einlass: 19.00 Uhr, Beginn: 20.00 Uhr
  • Freitag, 5. August: In Extremo & Gäste Open-Air, Einlass: 18.30 Uhr, Beginn: 19.30 Uhr
  • Samstag, 6. August: BAP – Die Klassiker Open-Air, 06. August 2011, Einlass: 18.30 Uhr, Beginn: 19.30 Uhr

Da in unmittelbarer Nähe des Amphitheaters keine Parkmöglichkeiten vorhanden sind, hat der Veranstalter zu beiden Open Air-Konzerten in Kooperation mit den Stadtwerken Trier einen kostenfreien Bustransfer aus der Innenstadt zum Veranstaltungsort eingerichtet.

Die Shuttlebusse fahren jeweils ab 30 Minuten vor dem jeweiligen Publikumseinlass im 30-Minutentakt vom Hauptbahnhof über „Porta Nigra/Simeonstiftplatz“ zum Amphitheater. Zusteigen ist auch an den Haltestellen „Treviris Passage“, „Nikolaus-Koch-Platz“, „Karl Marx-Haus“, “Rathaus” und “Stadtbad” möglich. Der letzte Bus zur Veranstaltung startet jeweils um 20.00 Uhr ab Hauptbahnhof über die angegebene Streckenführung. Nach dem Konzert fahren die Busse auf derselben Streckenführung wieder zurück. Für die Fahrt mit den Sonderbussen gilt die Eintrittkarte als Fahrschein.

Der Veranstalter weist unbedingt darauf hin, dass die Fahrt zum Amphitheater und zurück mit Vorlage der Eintrittskarte nur in diesen Sonderbussen kostenfrei möglich ist und die Eintrittskarte nicht im Liniennetz der Stadtwerke Trier bzw. der VRT als Fahrschein gilt.

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