Buntes: Weg mit dem Weihnachts-Speck – Vom Kaltstart in den Sport

Nach einem Fest wie Weihnachten sind sie bei vielen wieder da: die bekannten Speckröllchen. Doch was können wir tun, damit wir die überflüssigen Pfunde auf gesundem Weg wieder los werden? Da hilft nur eins: Sport. Doch was müssen wir beachten, wenn wir unser Bewegungsprogramm 2012 starten? 5vier-Redakteurin Stefanie Braun hat sich schlau gemacht. 

Doch wie fangen wir am besten an? Eventuell sogar unter der Prämisse, dass wir totale Sport-Anfänger sind? So beschränkten sich die sportlichen Aktivitätem bei Vielen von uns auf den verhassten Schulsport, der nun auch schon einige Jahre zurück liegt. Dabei muss Sport keine quälende Peinlichkeitsnummer sein, vieles kommt auf die richtige Vorbereitung und auf die Einstellung an.

5vier.de sprach zu diesem Thema mit Dr. Bernd Vogt, der zusammen mit anderen Praxen im Juni diesen Jahres das Orthopaedicum auf dem Petrisberg eröffnet hat und seit dieser Saison Mannschaftsarzt der Trierer Eintracht ist. Für ihn ist bei der Auswahl der richtigen Sportart eines klar:

Ohne Spaß geht es nicht!

„Man muss sich eine Sportart suchen, für die man eine gewisse Leidenschaft entwickeln kann. Ohne Spaß bleibt man nicht am Ball.“ Zudem sind noch andere Faktoren wichtig bei der Wahl des Sports: „Man sollte sich gerade am Anfang keinen Sport suchen der hohes technisches Geschick erfordert, wie etwa Klettern oder Stabhochsprung, erst muss eine gewisse Grundfitness her, damit man bei solchen Sportarten nicht sofort demotiviert ist.“

Genauso wichtig ist die zeitliche und räumliche Machbarkeit. Wer Tauchen zu seinem Sport auserkoren hat, aber ihn nur daheim in der Badewanne ausüben kann, sollte sich vielleicht öfter auf den Fahrradsattel schwingen. Auch der zeitlich Umfang sollte zu einem passen. Wer einen Sport mangels Zeit nur unter Stress in den Alltag integrieren kann, ist ebenfalls bald gefrustet.

Wer nun endlich die richtige Wahl getroffen hat, sollte aber eines nicht vergessen: Einen Gesundheitscheck. „Sofern man nur etwas joggen und ein Einstiegsmaß an Sport machen möchte, ist ein Check vom Arzt nicht unbedingt nötig, wer allerdings sein Sportprogramm intensivieren und es auf mehrere Tage in der Woche ausweiten möchte, sollte sich vorher durchchecken lassen“, so Vogt. „Bislang unentdeckte Probleme wie Herz-Kreislauferkrankungen, Fehlstellungen in Beinen und Füßen, wie X-Beine oder Knicksenkfüße können durch ein intensiveres Sportprogramm schneller zu einem handfesten Problem werden.“ Ein solcher Gesundheitscheck ist gerichtet auf den Sport den man stärker ausüben möchte und soll dabei auch Personen herausfiltern, die für bestimmte Sportarten weniger geeignet sind.

Vor dem Sportprogramm der Gesundheitscheck

„Leute mit starken Knieproblemen sollten zum Beispiel Hallensportarten meiden, am besten alle Sportarten bei denen eine explosionsartige Kraftentwicklung gefordert wird. Solche Personen sind mit einem Sport wie Radfahren oder Schwimmen besser beraten. Doch zunächst muss man mal so weit sein, dass man ein Sportprogramm intensivieren kann, denn aller Anfang ist schließlich schwer.

„Der häufigste Anfängerfehler ist in der Tat, dass viele mit einer zu niedrigen Frequenz zu intensiven Sport treiben.“ Vogt erklärt, dass einmal in der Woche 12 Kilometer zu Joggen kein „Sport treiben“ ist. „Der Trainingseffekt ist hier gleich null. Besser ist es man joggt viermal die Woche drei Kilometer, denn Training besteht immer aus einer Kombination aus Intensität und Häufigkeit.“ Ein Anfängerfehler, der nicht mehr so stark auftritt ist das falsche Equipment.

Auf das richtige Equipment setzen

„Man sollte nicht denken, dass man am Anfang keinen teuren Schuh oder einen Einführungskurs braucht. Sportgeschäfte bieten da heute eine sehr gute Beratung auch mit Laufbandanalysen und Schuhe des Vorjahresmodells sind immer recht preisgünstig.“

Wer vor allem Abspecken und kein Muskelpaket werden will, sollte folgendes beachten: Das wird recht umständlich. „Muskeln verbrennen Kalorien auch wenn man im Bürostuhl sitzt, deswegen bringt Muskelaufbau beim Abnehmen sogar etwas, wenn man mal keinen Sport treibt.“ Wer Muskeln aufbauen möchte, kann sich bereits durch einen Weg ins Fitnesstudio helfen. Joggen hilft eher bei mangelnder Ausdauer.

Wer mehr als nur ein paar Pölsterchen zu viel hat, sollte nicht auf den Sportmythos hören, dass nur Diäten erstmal das beste sind: „Abnehmen funktioniert nur in Verbindung von gesunder Ernährung und mehr Bewegung, sonst kann man gar nicht so viel verbrennen wie man müsste. Aber Vorsicht: Besonders Diäten, die eine hohe Disziplin erfordern, schlagen beim Jojo-Effekt richtig zu.“ Dadurch dass der Stoffwechsel von sehr dicken, eventuell adipösen Menschen auf eine höhere Fettzufuhr eingestellt ist, „hungert“ er nach einer Diät nach allem worauf er während dieser verzichten musste.

Vorsicht vor dem Jojo-Effekt

„Dieses Verlangen kann so stark sein, dass die Patienten es kaum kontrollieren können und oft sogar mehr als ihr Startgewicht zunehmen.“ Ein weiterer beliebter Sportmythos ist der, dass das Joggen die Gelenke zu stark belastet. „Das stimmt nur bedingt, generell beugt Bewegung Gelenkproblemen vor, wer allerdings Mittel- und Langstrecken laufen will, belastet seine Gelenke schon. Der Untergrund ist zudem recht interessant, ein weicher Boden schont die Gelenke, aber auch ein harter Boden ist bei einer kurzen Strecke nicht tragisch.“

Generell kann Dr. Vogt Sportwilligen nur empfehlen mit der für einen selbst richtigen Sportart anzufangen und erstmal langsam zu starten. „Wer joggen will, sollte beispielsweise erst einmal mit dem Walken anfangen, wenn man das mal einige Monate gemacht hat, kann man einen fließenden Übergang zum Laufen finden.“

Vermeiden sollte man seiner Meinung nach auf Sportarten, die eine aufwändige technische Ausstattung oder hohes Körpergeschick im Bereich Kraft- Koordination und Ausdauer erfordern, wie etwa das Klettern. Man sollte lieber mit etwas anfangen, was auch täglich gut und ohne großen Aufwand gemacht werden kann. Außerdem gibt es bei den Hallen- und Mannschaftssportarten recht wenig gute Anfängersportarten, da die meisten bereits eine hohe Grundfitness erfordern. Wichtig ist besonders jetzt in der kühleren Jahreszeit sein Trainingsprogramm nicht auf Eis zu legen.“Wer im März erst wieder anfängt, startet auch wirklich wieder bei Null. Besser ist es beispielsweise mit einem Heimtrainer zu trainieren.“

Warum nicht direkt anfangen?

Wer also jetzt Lust auf ein wenig Bewegung bekommen hat, der sollte auch das schlechte Wetter nicht als Ausrede nehmen. Warum nicht direkt mal die Turnschuhe schnüren und ein paar Runden um den Block walken. Dann können wir an Silvester auch wieder zuschlagen, wenn das Buffet voller kulinarischer Leckereien ist. Wie auch immer der Einstieg in ein sportliches Jahr 2012 aussehen mag, 5vier.de wünscht allen viel Spaß beim schwitzen und abspecken.

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Kommentare (1)

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  1. Lili sagt:

    Hat sich auch 2013 nichts dran geändert 😀

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