Campus: Am 9. Februar kommt der Science Slam in die Uni-Mensa

Vorfreude auf eine etwas andere Slam-Art. Unterhalten wird euch am Donnerstag nächster Woche der Science Slam in der Uni-Mensa um 20 Uhr. 

Wer kennt eigentlich Poetry Slam?

Klar, der literarische Vortragswettbewerb, bei dem selbstverfasste Kurzgeschichten vorgetragen werden, ist fast jedem bekannt.

Doch wem ist Science Slam ein Begriff?

Diese Frage würden womöglich nicht halb so viele bejahen.

Die wissenschaftslastige Anlehnung an den so bekannten „Poetry Slam“ sitzt noch in den Startlöchern. Doch liebe Freunde der Unterhaltung, Kunst und Neugier – sie wird sich laut derzeitigen Besuchern schnell etablieren!

So findet man ihn in fast jeder deutschen Universitätsstadt. Die zehn besten Science Slammer werden sogar im Deutschland-Slam in Hamburg gegeneinander antreten. Am 9. Februar gibt es auch einen Wettkampf um 20 Uhr in der Uni-Mensa in Trier.

Science Slam – Eine einfache Rezeptur

Die Rezeptur des Science Slam ist ganz leicht. Man nehme angehende Wissenschaftler, Promovierende oder Studenten – aller Fachrichtungen mit spitzen Mündern und Mumm zum Vortragen. Diesen gibt man eine Zeitvorgabe von zehn Minuten, in denen sie die Möglichkeit haben, ihr Forschungsprojekt vorzustellen. Jedoch darf man den Begriff des Forschungsprojektes nicht überbewerten. Jedes wissenschaftlich erarbeitete Projekt, egal in welchem Zeitraum sich man damit beschäftigt hat, kann vorgetragen werden. Personalkosten werden durch die Jury eingespart, die aus dem bunt gewürfelten und kritischen Publikum besteht.

Jedoch würde man diese Veranstaltung nicht unter „Unterhaltung“ verbuchen, gäbe es nicht noch einen entscheidenden Clou: Das trockene Thema muss informativ, unterhaltsam und mit möglichst vielen sprachlichen Höhepunkten verpackt werden. Die größte Herausforderung besteht jedoch darin, das komplexe Thema leicht verständlich darzustellen.

Science Slammerin Julia Offe im 5vier-Gespräch

Die auch als Mentorin bekannte und stark engagierte Science Slammerin Julia Offe macht im Interview mit 5vier deutlich, warum ihr dieses Projekt ans Herz gewachsen ist. „Mir fiel es immer wieder auf, dass viele Menschen, unter anderem auch in meinem Freundeskreis, einfach eine gewisse Grundablehnung gegen wissenschaftliche Themen hegen“, so die Hamburgerin. Sei es aus Angst vor Komplexität – oder wegen des fehlenden Bezugs zur Materie. Obwohl doch viele Zweifler überrascht sind, wenn sie sich einmal durch die stählern aussehende Tür der Wissenschaft gewagt haben. Im nächsten Raum wartet nämlich auf Augenhöhe die Thematik, klein gepackt in Schachteln, mit übersichtlichem Inhalt. Voraussetzung ist jedoch, dass sich der Absender die Mühe macht, die Ware zu selektieren.

Wichtig ist: Jedes Thema kann in eine Schachtel gepackt werden! Von der Kulturgeschichte der Dinosaurier oder der Klimarettung durch heiße Luft bis hin zur Medikamentengewinnung aus Milch findet jeder Vortrag einen Platz auf der Bühne.

Der Überraschungseffekt der Wissenschaftler ist ein weiterer wichtiger Aspekt, den man im Falle des Science Slams nicht vergessen darf. So findet man die typischen schüchternen und zurückhaltenden Kollegen, Bekannten oder einfach die Stereotypen der Wissenschaftsszene als überaus witzige Entertainer vor. Überrascht wird man dann mit einfachen und schönen Metaphern, die das „Kolloquium“ so einzigartig machen.

Einer der kuriosesten Vergleiche, so berichtet Julia Offe, sei ihr im Zusammenhang mit einer Krebszellenbehandlung begegnet. Zur Veranschaulichung habe sich der Referent der Vergiftung von Schneewittchen durch ihre Stiefmutter bedient. Denn diese konnte nicht einfach sagen: „Ach liebes Schneewittchen, wärst du doch bitte so lieb und trinkst das Fläschchen Gift für mich aus, damit du von der Bildfläche verschwindest.“ Nein, sie musste einen Weg finden, das toxische Mittel unentdeckt in ihren Körper zu bringen. Genau so heimlich müssen die Krebszellen vergiftet werden. Und die Materie wird von jedem verstanden.

Wer sich vorab schon ein wenig über die Vorstellungsweise des Science Slams informiert hat, wird womöglich über den Begriff „Hip-Hop-Battle“ gestoßen sein. In diesem Zusammenhang werdet ihr jedoch enttäuscht, da die Vorträge keinen musikalischen Charakter besitzen und sich ganz dem Prinzip des Poetry Slams bedienen.

Expertin-Tipps von Slammerin Julia Offe:

  • Beruft euch auf ein Einsteinzitat: „Man muss die Dinge so einfach wie möglich machen. Aber nicht einfacher.“
  • Mit guten Metaphern ist das Publikum auf eurer Seite. Nehmt euch ein Beispiel an Schneewittchen!
  • Schnelles Sprechen lässt den Witz besser nachklingen als langsames.
  • Guckt euch andere Vorträge im Internet an. In You Tube findet ihr viele Vorträge die euch einen Vorgeschmack auf eure Kontrahenten geben.
  • Üben, Üben, Üben, um gut vorbereitet und mit einem gestärkten Selbstbewusstsein das Podium betreten zu können. Als Publikum für die Generalprobe eignen sich bestens stille Partner wie: Hund, Katze, Maus. Nützlicher sind jedoch immer die Lauten: Vater, Mutter, Freund

Also haltet euch den 9. Februar in Trier  frei, denn es wird amüsant informativ!!!

Informationen zum letzten Trierer Science Slam findet ihr hier: www.5vier.de

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