Erstes deutsch-kanadisches Graduiertenkolleg hat Sitz an der Uni Trier

„Diversity: Mediating Difference in Transcultural Spaces“ erhält DFG-Förderung

Am 9. November hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) die Förderung des von der Universität Trier, der Universität des Saarlandes und der Université de Montréal getragenen Internationalen Graduiertenkollegs (IGK) „Diversity“ beschlossen. Dabei handelt es sich um das erste deutsch-kanadische Graduiertenkolleg in den Geistes- und Sozialwissenschaften.

Das IGK „Diversity“, das seinen Sitz an der Universität Trier haben wird, beschäftigt sich mit den wissenschaftlich, politisch und gesellschaftlich umstrittenen Feldern ‚Multikulturalismus‘ und ‚Diversität‘. Über die Zusammenarbeit von geistes- und sozialwissenschaftlichen Fächern sollen paradigmatische Veränderungen und historische Wandlungsprozesse im Umgang mit multikulturellen Realitäten in Nordamerika und Europa seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert untersucht werden. Das IGK stellt den Prozesscharakter und die diskursive Konstruktion von Diversität sowie ihre historische Kontextgebundenheit ins Zentrum seines Forschungsprogramms und fragt nach der Vermittlung und Übersetzung kultureller Differenz über Zeit. Ein besonderes Augenmerk wird dabei auf den Sonderfall frankophoner (Grenz-)Räume und Realitäten in Europa (Saar-Lor-Lux, Deutschland, Frankreich) und Nordamerika (Montreal, Québec, Kanada) gelegt.

Das Forschungsprogramm wird durch drei Querschnittsthemen strukturiert: Politiken, Praktiken und (historische) Narrative von Diversität. Es weist in inhaltlicher und methodischer Hinsicht weit über den aktuellen Stand der Forschung in den beteiligten Disziplinen hinaus und eröffnet Perspektiven für innovative Dissertationsthemen, die sich mit dem Wandel von Diversität auf der politischen, sozialen und kulturellen Mikro-, Meso- und Makroebene beschäftigen sollen. Der verflechtungsgeschichtliche Zugang eröffnet neue Perspektiven für die Regionalstudien sowie transnational und empirisch-kulturvergleichende Forschung. In methodisch-theoretischer Hinsicht leistet das IGK einen historisch fundierten Beitrag zur begrifflichen Schärfung der Kernkonzepte ‚Diversität‘, ‚Transkulturalismus‘ und ‚Raum‘.

Das dreijährige forschungsorientierte Qualifizierungskonzept basiert auf regelmäßigen Treffen der Doktoranden und beteiligten Wissenschaftler, umfasst Sommer- und Winterschulen, eine international ausgerichtete Halbzeit-Konferenz mit externen Experten und einen Dissertationsworkshop zu Beginn des dritten Jahres. Optionale Praktika in Unternehmen, der öffentlichen Verwaltung und Medien eröffnen den Doktoranden Praxisfelder und Karrierewege.

An der Universität Trier, die die federführende Hochschule im Rahmen des Graduiertenkollegs ist, sind die Fächer Geschichtswissenschaft (Prof. Ursula Lehmkuhl, Prof. Helga Schnabel-Schüle, Dr. Eva Bischoff), Anglistik/Kanadistik (Prof. Wolfgang Klooß, Dr. Lutz Schowalter), Germanistik/Geschlechterstudien (Prof. Andrea Geier, Dr. Elisa Müller-Adams), Linguistik (Prof. Beatrice Bagola, Dr. Alex Demeulenaere), Soziologie (Prof. Martin Endreß), Politikwissenschaft (Prof. Joachim Schild) und Ethnologie (Prof. Michael Schönhuth) vertreten.

Weitere Informationen zum Forschungsprogramm und Bewerbungsmodalitäten unter: www.diversity.uni-trier.de

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