Studierende entdecken neue Welten – Ausstellung in der Universitäts-Bibliothek

Ausstellung in der Universitäts-Bibliothek eröffnet Blick über (Fächer)-Grenzen und bekommt Lob von Botschafter

Die „Entdeckung(en) der Neuen Welt“ beginnen mit dem Entdecken der näheren Umgebung: Für die aktuelle Ausstellung in der Bibliothek der Universität Trier haben 30 Studentinnen und Studenten mehrere Monate lang zusammen gearbeitet, die zuvor noch nie gemeinsam ein Seminar besucht hatten: Die einen studieren Spanisch oder Portugiesisch, die anderen Französisch, die einen legen ihren Schwerpunkt auf die Sprache, die anderen auf Literatur oder Kultur. Für die „Entdeckung( en) der Neuen Welt“ aber kommt man mit einer Philologie und einem bestimmten Fokus alleine nicht weiter, zu vielfältig ist die so genannte America Romana, also das Romanische in Amerika, das von Kanada bis Feuerland reicht und mit seiner Kultur auch Europa beeinflusst und bereichert.

Den Gemeinsamkeiten und Wechselbeziehungen des Romanischen in Amerika widmet sich die Romanistik der Universität Trier bereits seit ihren Anfängen und verstärkt seit der Gründung des America Romana Centrums, ARC, vor drei Jahren. Einige Publikationen und eine Schriftenreihe sind seither erschienen, Kontakte in die Dominikanische Republik, dem zuerst entdeckten Land der Neuen Welt, nach Uruguay und nach Costa Rica wurden geknüpft, und nun gibt es zum ersten Mal eine Ausstellung des ARC – „in einem zeitlichen und geographischen Ausmaß – fünf Jahrhunderte und 140 Breitengrade –, wie es die Universitätsbibliothek noch nicht erlebt hat“, betont Bibliotheksdirektorin Hildegard Müller bei der Eröffnung.

Vier Aspekte der „Entdeckung(en) der Neuen Welt“ haben die Studierenden herausgearbeitet: Die Vorgeschichte von Entdeckungsreisen, die Chronisten, welche die Entdeckung(en) in den verschiedenen Sprachen dokumentierten, die Areale der America Romana, zu denen beispielsweise auch kreolophone Gebiete in der Karibik gehören sowie die Herkunft von Ortsnamen im Romanischen Amerika. Hier wird zum Beispiel auch der Ursprung der Bezeichnung „Amerika“ aufgezeigt.

Mit viel Fleiß und Engagement haben die Studierenden Material recherchiert, Exponate aus ganz Deutschland zusammengetragen, Plakate gestaltet und Vitrinen bestückt. „Wir Dozenten haben sie begleitet, ihnen aber weitgehend freie Hand gelassen. Entscheidende Impulse und neue Ideen, etwa der Einsatz von neuen Medien wie QR-Codes kamen von den Studierenden“, erklärt Professor Andre Klump. Auch die Ausstellungsmacher sind begeistert von ihrem Projekt: „Wir haben sehr viel Zeit investiert und hatten jede Menge Stress, aber dafür hatten wir erstmals die Gelegenheit, eigenverantwortlich und im Team ein Projekt umzusetzen“, so Kristin Löffler und Julia Stecher, die stellvertretend für ihre Kommilitonen die Ausstellung für eröffnet erklärten.

„Als Belohnung für ihre Arbeit“, so Klump, hielt der Botschafter der Dominikanischen Republik, Rafael Calventi, die Festrede, die Klump stellenweise auch simultan vom Spanischen ins Deutsche übersetzte. „Die Tatsache, dass eine derart renommierte Universität sich dem Studium der Sprache, Literatur und Kultur der Insel Hispanola widmet, erfüllt uns mit Zufriedenheit und Stolz“, zeigte sich Calventi gerührt. Er kündigte an, der Universitätsbibliothek ausgewählte Bücher zu Geschichte und Literatur der Dominikanischen Republik zu schenken, damit Studierende und Mitarbeitende Land und Kultur noch besser kennenlernen können. Und zum Beispiel mehr erfahren über die erste Universität Amerikas, die man 1638 in der Hauptstadt Santo Domingo gründete, wie Calventi in seiner Rede betonte.

Immer wieder verwies er in seiner Ansprache auch darauf, wie sich America Romana und Europa gegenseitig beeinflussen – was die 200 Besucherinnen und Besucher den ganzen Abend über direkt erleben und genießen konnten: Musikalisch umrahmt wurde die Ausstellungseröffnung von Gitarrenmusik aus Brasilien und Spanien. Und für die anschließende Feier präsentierten die Studierenden ein Buffet mit selbst gemachten Spezialitäten aus romanischen Ländern Amerikas und Europas, unter anderem mit Tapas, Tortillas und chilenischem Wein.

Die Ausstellung „America Romana – Entdeckung(en) der Neuen Welt“ ist noch bis 7. Juli in der Universitätsbibliothek zu sehen. Weitere Informationen: www.america-romana.de

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