Trierer Uniprofessor nahm Leibniz-Preis in Empfang

5vier hatte bereits Anfang Dezember über die Bekanntgabe der großen Ehre berichtet, nun wurde ihm der Preis in der Hauptstadt verliehen. Mit dem Historiker Prof. Dr. Lutz Raphael hat am Dienstag erstmals ein Wissenschaftler der Universität Trier den Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis erhalten. Die mit 2,5 Millionen Euro dotierte Auszeichnung wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft vergeben, gilt als bedeutendster Wissenschaftspreis in Deutschland und genießt auch weltweit hohes Ansehen.

Lutz Raphael habe mit seinen Arbeiten und seinen wissenschaftssoziologischen Denkanstößen den Blick auf die jüngste Zeitgeschichte Europas und deren unterschiedliche Deutungen maßgeblich verändert, heißt es in der Begründung für seine Ehrung mit dem seit 1986 jährlich vergebenen international höchstdotierten wissenschaftlichen Förderpreis.

„Einer der international renommiertesten Vertreter der Neueren und Neuesten Geschichte“

„Er ist einer der international renommiertesten Vertreter der Neueren und Neuesten Geschichte sowie der Historiographie-Forschung. Der Leibniz-Preis wird es ihm so leicht wie möglich machen, in großer Freiheit der Geschichtswissenschaft wie ihrer historisch-systematischen Selbstreflexion auch künftig neue Wege zu bahnen“, hieß es in der Laudatio auf den Trierer Wissenschaftler. Bei der feierlichen Verleihungszeremonie in der Berlin-Brandenburgischen Akademie überreichte Peter Strohschneider, Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), die Urkunden. In einer Ansprache gratulierte auch Bundeswissenschaftsministerin Johanna Wanka den elf Preisträgern des Jahres 2013.

Preisgeld ermöglicht intensive Forschungsarbeit

Professor Raphael will mit dem Preisgeld unter anderem einen bestehenden Forschungsschwerpunkt zur Zeitgeschichte nach dem Boom (nach 1970) fortführen. Im Mittelpunkt der Forschungen sollen die Wechselspiele zwischen Ideen und sozialen Strukturen stehen.

Zur Person:

Lutz Raphael, Jahrgang 1955, studierte von 1974 bis 1984 in Münster und Paris Geschichte, Romanistik, Philosophie und Soziologie. Er promovierte an der Universität Münster und habilitierte sich 1994 an der Technischen Universität Darmstadt. 1996 folgte er dem Ruf auf die Professur für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Trier, die er mit Gastprofessuren in Paris verband. Raphael war Mitglied und zeitweise Sprecher zweier geschichtswissenschaftlicher Sonderforschungsbereiche der DFG sowie Fellow renommierter geisteswissenschaftlicher Kollegs im In- und Ausland. Als Mitglied im Wissenschaftsrat und in zahlreichen Kommissionen wie dem Arbeitskreis für Moderne Sozialgeschichte und der Historischen Kommission der Bayerischen Akademie der Wissenschaften engagiert er sich nicht zuletzt für die kritische Selbstbetrachtung und Erneuerung akademischer Diskurse.

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