Campus: Uni Trier baut ihre Führungsrolle in Digital Humanities aus

Im Fachbereich II werden eine Professur und ein Masterstudiengang eingerichtet.

Mit der Gründung des Kompetenzzentrums für elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren in den Geisteswissenschaften (Trier Center for Digital Humanities) hat die Universität Trier auf dem Gebiet der digitalen Geisteswissenschaften (Digital Humanities) bereits 1998 Pionierarbeit geleistet. Das Kompetenzzentrum gehört inzwischen zu den führenden Institutionen auf nationaler und internationaler Ebene. Nun setzt die Universität Trier einen weiteren Meilenstein: Am Fachbereich II wird eine W 2-Professur für Digital Humanities eingerichtet. In der Folge soll ein interdisziplinärer Masterstudiengang mit nationalen und internationalen Kooperationen akkreditiert werden. Damit wird die Universität Trier ihre führende Rolle in diesem zukunftsträchtigen Wissenschaftssektor weiter ausbauen und auch Studierenden ein attraktives, berufsorientiertes Ausbildungs- und Forschungsfeld eröffnen.

Das Fach Digital Humanities gehört zu den jüngeren Fächern der Geistes- und Kulturwissenschaften. Es steht auf der Prioritätenliste der nationalen und internationalen Forschungsförderung sehr weit oben. Die Digital Humanities umfassen die Erforschung, Entwicklung und Anwendung moderner informationstechnologischer Verfahren, die den geistes- und kulturwissenschaftlichen Disziplinen neue Forschungsfelder eröffnen. Das Fach ist interdisziplinär ausgerichtet. Seine Vertreter kombinieren eine traditionelle Ausbildung in den Geistes- und Kulturwissenschaften mit Kenntnissen der einschlägigen Konzepte, Verfahren und Standards der informatischen und mathematischen Wissenschaften. An der Universität Trier wird die Professur für Digital Humanities daher eng mit der Linguistischen Datenverarbeitung und Computerlinguistik kooperieren.

Das Kompetenzzentrum ist seit 2009 Partner der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften für die Projekte im Bereich der Digital Humanities. Es ist Mitglied in führenden Organisationen der Digital Humanities (etwa TEI); seine wissenschaftliche Leiterin, Prof. Dr. Claudine Moulin, ist Vorsitzende der Expertengruppe „Digital Humanities“ der European Science Foundation (ESF/ SCH). Typische Arbeits- und Forschungsfelder des Trier Center for Digital Humanities sind unter anderem die Schaffung innovativer Erschließungs-, Vernetzungs- und Publikationsformen für geistes- und kulturwissenschaftliche Grundlagenwerke und Artefakte (digitale Primärquellen, Editionen, lexikographische Nachschlagewerke). Darüber hinaus widmet sich das Kompetenzzentrum der Entwicklung virtueller Arbeits- und Forschungsumgebungen zur semantischen Erschließung und Analyse großer Datenkorpora wie es beispielhaft das gemeinsam mit dem SFB 600 „Fremdheit und Armut“ aufgebaute Forschungsnetzwerk und Datenbanksystem FuD demonstriert. Weiterhin geht es um die Begründung neuer fachwissenschaftlicher Forschungsfragestellungen und -methoden etwa durch die Entwicklung von Ontologien sowie um die Erforschung und Visualisierung hochgradig vernetzter Informationen, durch die komplexe Zusammenhänge sicht- und erfahrbar werden. Unterstützt wurde die Einrichtung der Professur durch eine Anschubfinanzierung von Seiten des rheinland-pfälzischen Ministeriums für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur.

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