Campus: University Survival Guide 5 – Ohne Mampf kein Studium

Das Studium ist ein Dschungel. Der 5vier Reporter Lars Eggers hat ihn überlebt und enthüllt seine ganz persönlichen Überlebenstipps.

Foto: Lars Eggers

Ich kann Nudeln nicht mehr sehen. Wirklich nicht. Das ist eines der Traumata, das ich aus meiner Studentenzeit mitgenommen habe. Da ich weder Bafög noch großangelegte Unterstützung von anderer Seite bekommen habe war Geld immer ein Thema – und zwar kein gutes. Miete musste gezahlt werden, da gab es kein Drumherum, wo also sparen? Richtig – beim Essen. Die Rechnung ging so – eine Packung Billig-Spaghetti kostet 30 Cent, eine Flasche Ketchup 1,20€. Davon kann man zwei bis drei Tage leben. Das war zwar nicht gesund, aber es hat funktioniert. Zur Belohnung gab es dann auch mal einen Döner oder eine Tiefkühlpizza.

Auch der Zeit war diese Art der Ernährung sehr zuträglich. Man konnte die Tiefkühlpizza in den Ofen schieben und zum Schreibtisch zurückkehren. Das Balancieren der Mahlzeit und der Computertastatur erforderte etwas Übung und führte hin und wieder zu Spaghettis zwischen den Tasten oder Tomatensauce auf dem Bildschirm, aber damit musste man halt leben.

Die beste runde Erfindung gleich nach dem Rad. Foto: Lars Eggers

Tatsächlich ist eine gesunde und ausgewogene Ernährung außerordentlich wichtig. Das richtige Futter fördert die Konzentration, gibt dir mehr Energie und stärkt dein Immunsystem. Ich weiß, ich klinge jetzt wie die Werbebroschüre aus der Apotheke, aber wahr ist es nichtsdestotrotz.

„Um sich vollwertig zu ernähren, sollten Studenten über die Auswahl von gesundheitsfördernden Lebensmitteln und deren nährstoffschonende Zubereitung Bescheid wissen“, erklärt Christina Ferber vom Projekt „JobFit“ der Deutschen Gesellschaft für Ernährung in einem Interview mit der dpa, „Vollkornteigwaren oder Vollkornreis sind zum Beispiel nicht teurer als helle Nudeln und polierter Reis.“ Das Zeitproblem lässt sich durch das Selberkochen leider nicht lösen, Geld kann man damit aber alle mal sparen.

Kohlehydrate sind dein Freund

Die Basis für eine gesunde Ernährung besteht aus Getreideprodukten, Obst und Gemüse. Brot, Teigwaren, Reis und Kartoffeln gehören auch dazu und sind im Tausch gegen wenige Euronen in fast jedem Laden erhältlich – Baumärkte und Autohändler vielleicht mal ausgenommen. Auch auf dem Wochenmarkt kann man Glück haben und eine gute Auswahl an saisonalen Obst- und Gemüsesorten erjagen.

„Kurz vor dem Schließen der Marktstände sind oft günstige Angebote möglich“, erklärt Ferber. Wer auf dem Berg wohnt und nicht mal eben zum Markt tingeln kann, der darf alternativ auf naturbelassene Tiefkühlprodukte ohne Gewürze, Butter oder fertige Soßen zurückgreifen. Diese werden kurz nach der Ernte verarbeitet und schockgefrostet.

„So bleiben die gesundheitsfördernden Inhaltsstoffe weitestgehend erhalten“, so Ferber weiter.

Tiefkühlkost ist nicht des Teufels

...und man darf bei der Zubereitung auch mit Messern spielen. Foto: Lars Eggers

Der Ruf von Tiefkühlkost ist tatsächlich schlechter, als das Futter selbst. Das findet auch der gelernte Koch und Studentenkochbuch-Autor Luca-Moritz Gültas. Achtest du darauf, dass es sich tatsächlich um unbehandeltes Gemüse handelt gibt es oft kaum einen Unterschied. Es lohnt sich auch größere Mengen selbst zubereiteter Tiefkühlkost zu erschaffen.

„Gerade wenn Studenten alleine kochen, haben sie oft Mahlzeiten für mehrere Tage übrig“, so Gültas. Und damit nicht jeden Tag das Gleiche in den Magen wandert (siehe auch „Spaghetti“), sollte man immer einige Basics im Haus haben.

„Nudeln und Reis sollten immer da sein, dazu Eier, Käse und Schinken. Das alles hält sich relativ lange und ist vielseitig einsetzbar“, so der Koch, „Dazu kommen dann noch Tomatenwürfel aus der Dose, die für alle Arten von Nudelsoßen unerlässlich sind.“

Mensa oder nicht Mensa?

Wenn das Kochen nicht mehr machbar ist, weil die Uni die gesamte Zeit in Anspruch nimmt, kann man immer noch auf die Mensa zurückgreifen, eine durchaus günstige Alternative, die auch immer Abwechslung bietet. Das Preis-Leistungsverhältnis stimmt meist in der Mensa. Jeden Tag findet sich dort Salat und Gemüse auf dem Speiseplan, einmal in der Woche kann man Fisch futtern.

Was darf es sein?

Ein paar interessante Snacks zum Schluss: Etwa zehn Prozent aller Studenten ernährten sich vegetarisch, der Großteil gehört daher immer noch zur carnivoren und omnivoren Ausprägung unserer Gattung. Besonders beliebt sind mediterrane und asiatische Gerichte, aber ungeschlagen sind – wer hätte das gedacht – Nudeln. Na dann guten Appetit.

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Kommentare (1)

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  1. sven sagt:

    ich esse gerne in der mensa aber die umbau massnahmen sind schon nicht einfach für den komfort.

    aber auch kochen mit freunden ist schön beispiels weise in der gruppe mit anderen freunden von der universität.

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