Campus: University Survival Guide Episode 8 – Das bringt 2012

Das Studium ist ein Dschungel. Der 5vier Reporter Lars Eggers hat ihn überlebt und enthüllt seine ganz persönlichen Überlebenstipps.

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Stellen wir doch heute mal die weisen Kommentare und sinnigen Ratschläge ein wenig zurück und werfen einen Blick in die Zukunft. Im neuen Jahr hat sich einiges geändert, das dir im Studium helfen kann – vor allem in finanzieller Hinsicht.

Abschaffung der Studiengebühren – oder?

Die rot-grüne Koalition hat es versprochen und tatsächlich ist es passiert. Mit dem Beschluss des Landtags am 07.12.2011 werden die Studiengebühren und die Studienkonten abgeschafft. Damit ist ein erster Bachelor und ein konsekutiver Master wieder gänzlich gebührenfrei – und zwar gänzlich unabhängig von der Studiendauer. Nur das Zweitstudium und ein Studium für Männer und Frauen im Alter von 60 oder höher kostet auch weiterhin 650 Euro pro Semester an.

Klingt super – ist es auch. Leider ist es nicht ganz so einfach, denn das neue Gesetz lässt die Möglichkeit offen, für Zusatzzertifikate Gebühren zu erheben – etwas, dass hier in Trier auch gleich mal versucht wurde. Derzeit wurde der Beschluss zwar zurückgezogen, aber was im nächsten Semester ist, das weiß keiner.

Mehr Geld bei Minijobs und Midijobs

Nochmal gute Nachrichten: Es ist geplant, die Grenze der Minijobs auf 450 Euro, die der Midijobs auf 850 Euro anzuheben. Das ist nicht viel, aber 50 Euro mehr sind nicht zu verachten. Damit ermöglicht es ein Midijob, dein Studium zu finanzieren. Das ist doch nett. Wann genau die Erhöhung kommt ist allerdings noch nicht klar.

Studierende, die BAföG beziehen werden allerdings nicht viel von der Erhöhung haben, denn der Freibetrag beim BAföG wird nicht erhöht – damit wirst du bei Einkünften etwas über 400 Euro weiterhin mit Abzügen rechnen müssen. Möglich, dass bei der nächsten BAföG-Anpassung der Freibetrag ebenfalls angepasst wird, aber davon werden wir zumindest 2012 wohl nichts sehen.

Mehr BAföG oder nicht?

Der 19. BAföG Bericht wurde passenderweise am 19. Januar veröffentlicht. Der Bericht sammelt alle Zahlen, Daten und Fakten im Zusammenhang mit BAföG. Alles ganz schön und gut, aber tatsächlich für dich nur am Rande interessant (wer es genau wissen will, der findet den Bericht hier). Die wichtige Frage ist: Wird es es nun endlich die dringend benötigte BAföG-Erhöhung geben? Die letzte Anpassung fand 2008 statt, die BAföG-Höhe ist – vor allem mit dem dichteren Zeitplan, der BAMA-Studenten weniger Zeit lässt, sich ihr Studium selbst zu verdienen – schlichtweg nicht mehr ausreichend.

Auch dieses Jahr wieder mit dabei: Der Petrisberg. Foto: {link url=“http://www.artflakes.com/de/shop/lars-eggers“}Lars Eggers{/link}

Erste Stimmen aus dem Koalitionslager lassen eine gewisse Bereitschaft vermuten, das BAföG erneut zu erhöhen. Leider müssen die Bundesländer 35% der BAföG-Kosten tragen und sind durch die allseits in Kraft getretenen Schuldenbremsen deutlich eingeschränkt. Es steht zu erwarten, dass die Länder erst einmal finanzielle Ausgleiche fordern werden. Bis wir eine weitere BAföG-Anpassung sehen, steht uns also eine lange politische Debatte bevor.

Steigende Studierendenzahlen

Auch in diesem Jahr werden die Zahlen der Studenten weiter steigen. Die überlasteten Universitäten stehen also auch weiterhin vor einem riesigen logistischen Problem. An der Uni Trier sieht es aus, wie in den meisten Hochschulen: Es mangelt an geeigneten Räumlichkeiten, die Lehrkräfte sind überlastet. Die Wohnheime sind voll, andere Unterkünfte sind knapp. Professoren müssen jedes Semester Hunderte von Hausarbeiten korrigieren, die Zeit für Forschung ist knapp – die Qualität des Studiums nimmt immer weiter ab. Was deswegen passiert? Wer weiß? Bis dato tun die Unis selbst was sie können, aber wenn keine Hilfe von außen kommt wird das Studium wohl auch weiterhin von Vorträgen in überfüllten Hörsälen und immer simpler werdenden Klausuren bestimmt sein.

 

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Kommentare (2)

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  1. Bine sagt:

    Ich will ja nicht nerven, aber: Wann kommt denn der nächste USG? Bin zwar schon lange aus dem Studium raus, aber ich hab mich hier so gerne wiedergefunden… 🙂

  2. stefan sagt:

    Oh, mehr Geld beim Job. Das ist doch mal ne gute Nachricht.

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