Cathy’s Corner

Die neue Kolumne für Trier

Ihr Lieben!

Nach dem ganzen Umzugsstress der letzten Wochen war es mal wieder an der Zeit sich mit der Welt zu versöhnen. Wie ihr euch wahrscheinlich vorstellen könnt, sammelt sich da allerhand Kram an, den es im Akkord zu bewältigen gilt. Nicht, dass man sowieso schon alle unwichtigen Dinge, wie die wöchentliche Rasiereinheit oder das Wachsen der Oberlippe weglässt- es ist auch nicht damit getan, wie eine entartete Spezie der Restwelt zu begegnen. Man ist einfach ein gestresster Zombie, der versucht in möglichst kurzer Zeit alles unter einen Hut zu bringen.

Arbeit, Leben, Wohnung, Autowerkstatt und Familie…wie das nun mal so ist. Und dann sind da noch die lieben Freunde und ihre Partner. Gefangen im eigenen Lebenskarussel versucht man natürlich jedem entgegenzukommen, auch wenn es das Zombieniveau auf Stufe zehn treibt. Was mich in diesen Phasen allerdings richtig nervt sind Männergespräche. Da freut man sich auf den entspannten Mädelsabend, mit Sekt, ganz viel Pizza und guten Filmen und was passiert? Ihr kennt das? Gut. Es ist immer wieder faszinierend, wie leicht man Frauen kategorisieren kann. Nicht, dass das bei Männern nicht auch möglich wäre- aber dazu ein anderes Mal.

Da hat man den Typ Freundin, der völlig davon überzeugt ist, den (gerade vor 3 Monaten zum ersten Mal gedateten) Lover in spätestens 2 Jahren zu heiraten. Diese Spezie zeichnet sich besonders durch Kontrollwahn aus. Ihr kennt sicher diese Mädels die völlig ausrasten, wenn Whats App „online“, oder blaue Häkchen zeigt und Schatz nicht sofort antwortet. Oder die, die tränenüberströmt am Tisch sitzen weil der Liebste die Gute Nacht SMS vergessen hat. Jaja, genau dieser Frauentyp ist das. Man kommentiert das schon gar nicht mehr, weil man sich denkt, diese Phase geht auch wieder vorbei.

Dann gibt es Typ 2, die eigentlich schlimmste Form der Kategorisierung. Dieser Frauentyp gibt, sobald ein neuer Mann in sein Leben tritt, alles für ihn auf. Alles was zuvor gut und schön war, wird jetzt sofort und unwiderruflich dem neuen Schwarm angepasst. Leute, ich sage euch, ich habe schon Frauen kennengelernt, die fanden Kunstnägel geil und einen Monat später verteilten sie Flyer am Infostand gegen Nagelkrebs.

Und dann gibt es Kategorie 3: „die Vorsichtige“. Dieser Typ ist etwas komplexer und gliedert sich in mehrere Unterformen und Einzelschicksale. Im Grunde genommen kann man den gesamten Rest der Frauenwelt dazuzählen. Das ist auch der Frauentyp, der dann irgendwann nach langem Abwägen beschließt zu heiraten.

Ich finde ja gerade im vergangenen und auch diesem Jahr war der Heiratsboom enorm. Nicht, dass ich da neidisch wäre- im Gegenteil. Ich finde eher die Präsentierwut erschreckend. War eine Hochzeit früher romantisch und die Fotos für das private Familienalbum, dienen diese in Zeiten von Social Media eher der Selbstdarstellung. Vorbei die Romantik und der Flair- schaut her was ich habe lautet die Devise.

Aber sollten wir uns nicht lieber auf die eigentlichen Werte besinnen? Die meisten dieser Social Media Generation (zu der ich mich selbst auch zähle) sind schneller wieder geschieden als sie vor dem Traualtar standen. Besonderer Augenmerk liegt dabei übrigens auf dem Heiratsantrag. Das ist ein richtiges Wettrennen um den geilsten und besten Antrag. Das reicht von Feuerwerk, selbstgedrehten Videos bis zum Blumenbeet im Hausflur. Wobei ich mich ja bei Letzterem immer wieder frage, wie das wohl wäre, wenn ich heimkäme, einfach nur dringend kacken müsste und mein Liebster mit Rosen vor der Badezimmertür stünde. Verrückte Welt.

Doch genug vom Heiraten. Im Grunde genommen wäre die Frauenwelt ohne Männergespräche auch ziemlich langweilig. Über wen sollten wir uns denn aufregen, wenn wir nur noch uns selbst hätten. Wir würden aufhören zu analysieren, aufhören uns Gedanken zu machen und aufhören nach der Liebe unseres Lebens zu suchen. Das wäre doch wirklich traurig.

Daje und bis zum nächsten Mal,

 

Eure

Stichworte: