Cuntz und Quotschalla gesperrt – Eintracht Trier legt Einspruch ein

Cuntz soll zwei Spiele fehlen, Quotschalla drei - TV-Bilder machen Mut auf Strafmilderung

Von Florian Schlecht

Das 1:1 bei Kickers Offenbach hat für Eintracht Trier einen bitteren Beigeschmack: Matthias Cuntz soll nach seiner Roten Karte für zwei Spiele gesperrt werden, Marco Quotschalla gar für drei. Der Fußball-Regionalligist will am Dienstag Einspruch einlegen – und hofft nach einer Analyse der TV-Bilder auf eine Milderung des Strafmaßes.

Offenbach - Eintracht Trier
Marco Quotschalla flog 26 Minuten vom Platz. Später folgte noch Matthias Cuntz.

Matthias Cuntz war am Boden zerstört, als er von dem Urteil hörte. Zwei Spiele soll der defensive Mittelfeldspieler nach seinem vermeintlichen Handspiel auf der Linie gesperrt werden, das beim Auswärtsspiel bei Kickers Offenbach (1:1) zu einem Elfmeter und der Roten Karte führte. Gar drei Partien müsste Marco Quotschalla nach seiner Grätsche auf der Höhe der Mittellinie von der Tribüne aus verfolgen. Der Empfehlung des Sportgerichtes will Eintracht Trier aber nicht folgen, wie schon im Vorfeld zu vermuten war. „Wir haben die Videoaufnahmen des Spiels geprüft und den Sonderbericht des Schiedsrichters gelesen. Mit dem Strafmaß können wir nicht einverstanden sein“, so Geschäftsführer Dirk Jacobs, der lange mit Vereinsanwalt Alexander Bergweiler zusammen saß.

Am Dienstag soll an den Verband ein schriftlicher Einspruch des Fußball-Regionalligisten herausgehen. Der Verein hofft darauf, dass seinen Argumenten gefolgt wird. „Wir werden alle Möglichkeiten einsetzen, die wir rechtlich haben“, sagt Jacobs. Bitter sind die Sperren besonders, da die Entscheidungen am Bieberer Berg umstritten waren. Die lange Pause für Quotschalla wurde mit einem rohen Spiel begründet, bei dem er seinen Gegenspieler von hinten weggegrätscht haben soll. „In den TV-Bildern ist aber klar zu sehen, dass er von der Seite kommt“, hofft Jacobs auf Strafmilderung beim Flügelspieler.

„Das Video zeigt: Kein Handspiel!“

Ein großer Streitpunkt war selbst unter den Schiedsrichtern der Platzverweis für Cuntz, der einen Schuss auf der Linie nach eigenen Angaben „mit der Brust“ abwehrte. So sah es zunächst auch Referee Marcel Schütz. Der Wormser ließ sich aber von seinem Assistenten überstimmen. „Matthias soll den Oberarm angespannt haben. Ich frage mich, wie man das aus 40 Metern Entfernung sehen kann“, findet Jacobs, der eine ganz andere Auffassung der Szene hat. „Es war kein Handspiel. Das zeigt das Video eindeutig.“ Cuntz war konsterniert. „Das ist doch eine Dreifachbestrafung: Erst gibt es für ein Handspiel, das keines war, Rot und Elfmeter. Und nun muss ich nachträglich noch zwei Spiele aussetzen. Ich kann es noch gar nicht glauben.“

Ob die Strafen auch das Pokalspiel beim SV Mehring in einer Woche einbeziehen, klärt der Klub noch ab. „Die Frage haben wir an den Fußballverband Rheinland weitergeleitet. Im Schreiben an uns war nur von Ligaspielen die Rede“, meint Jacobs.

Ärgerlich für Trier, das derzeit einen Relegationsplatz belegt: In der Liga warten nun mit dem FC Homburg, dem SC Freiburg II und der SpVgg. Neckarelz drei richtig harte Aufgaben. Gedanken, doch kurzfristig auf dem Transfermarkt tätig zu werden, verwirft Jacobs aber. „Wir werden nicht einen Spieler verpflichten, nur, damit wir irgendeinen verpflichtet haben. Uns wurden schon einige arbeitslose Fußballer angeboten, aber es war noch nicht der Richtige dabei. Es muss schon passen.“

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