Willkommen im „Tindergarten“

Daisy Dated - Die neue Dating-Kolumne

Hallo Welt,

heute möchte ich euch von meinem atemberaubenden Einstieg in die Welt der Dating- Apps erzählen.

Nachdem ich einige Zeit gebraucht hatte, um mein Leben neu zu sortieren, saß ich also abends alleine auf meiner Couch, sah mir Grey`s Anatomy an und war mal wieder ganz hin und weg von den ganzen Lovestorys. Das war eigentlich so der Moment, in dem ich mir dachte: „Was die können kann ich auch“. In der nächsten Werbepause schnappte ich mir mein Handy, lud die gängigen Dating-Apps runter und fing direkt an, meines damaligen Wissenstandes nach wie ein Profi, zu tindern.

Da saß ich also, glücklich wischend auf meiner Couch und dachte, „super- bei so viel Auswahl wird es ja noch einfacher als im Fernsehen“. Ich meine wir kennen das doch alle, egal wo wir hinschauen- heiße Kerle, ob in Zeitschriften, in der Werbung, der Lieblingssendung oder bei Magic Mike. Voller Euphorie denkt man im wahren Leben auch den Traummann klarzumachen, bis einen die Realität wie ein Hammerschlag trifft, wenn man feststellt, dass im eigenen Freundeskreis oder in Hörsaal absolut Ebbe im Bezug auf Glanzbildschnitten herrscht.

Ich weiß, ich weiß, viele werden jetzt denken, „mein Gott ist die aber oberflächlich….“. Halt Stopp! Eigentlich bin ich das überhaupt nicht, aber wie soll man vorgehen in einer Welt, in der man anhand eines Profilbildes entscheiden soll, ob es sich bei dem nächsten Kandidaten um den potentiellen Traumprinzen oder doch um einen Griff ins Klo handelt. Wie hat meine Oma schon immer gesagt?! „Wer die Wahl hat, hat die Qual.“ Und wenn sich diese nun mal primär am Äußeren festmacht- Why not!

Schon die ersten Stunden im Wischparadies lassen die ersten Matches eintrudeln. Dann die erste richtige Nachricht, oh ihr Lieben, ich sage euch, ich war ja so aufgeregt. Grinsend und voller Hoffnung auf das was kommen mag, sitzt man auf dem Sofa, wartet gebannt und dann „Blinggg“. Minutenlang überlegte ich, was ich antworten soll. Meine erste Nachricht eines potentiellen Traummannes und diese war auch noch so schön und herzerwärmend wie in einem Liebesfilm.

Wie ich im Laufe der Zeit jedoch feststellen sollte, hatte Walt Disney mir eine ganz und gar unrealistische Vorstellung von Liebe vermittelt. Nach ein paar Gedenkminuten antwortete ich also relativ ausführlich, bedankte mich für die Komplimente und die durchaus sehr nette Nachricht, beantwortete bedacht seine Fragen und schaute mir immer wieder sein Profilbild an. Nach einer sehr netten Konversation, kam dann diese eine Frage, welche mir auch noch in der folgenden Zeit sehr oft zum Verhängnis wurde: „Warum ist denn so eine hübsche Frau wie du Single?“. Und wie hätte es auch anders sein können, beantwortete ich diese Frage sehr ausführlich, erzählte von meiner langen Beziehung und den damit verbundenen Konflikten. Jaja, man kann mir echt nicht vorwerfen ich hätte mir keine Mühe gegeben! Aber ja, wie zumindest nach meinem heutigen Wissensstand zu erwarten, kam dann eine sehr kurze Antwort inklusive Abfuhr: „Ich glaube das wird nichts mit uns Süße, alles Gute.“

Auch die nächsten 1, 2…..10 Konversationen endeten nach dieser Antwort abrupt, ohne dass ich die leiseste Ahnung davon hatte, woran das wohl liegen könnte. Klar waren die ein oder anderen Männer dabei, die sich auch weiter mit mir unterhielten. Und tatsächlich hatte ich zu einem Kandidaten auch 1,5 Jahre später noch Kontakt. Getroffen haben wir uns jedoch nie.

Es lässt sich an dieser Stelle also festhalten, „ehrlich“ und „ausführlich“ über wichtige Dinge sprechen, ganz schlechte Idee. Ich beschloss, dass eine andere Taktik her musste. So dachte ich mir, dass es, wenn viel erzählen wenig bringt, umgekehrt, vielleicht besser funktionieren könnte.

Eine Frau, ein Plan und tatsächlich dieser Ansatz war deutlich erfolgreicher und ehrlich gesagt auch viel weniger aufwändig als zuvor. Die nächsten Konversationen liefen also eher wie folgt: Er: „Hallo Schönheit, ich wünsche dir einen tollen Tag und ich würde mich freuen dich kennenlernen zu dürfen.“ Ich daraufhin „Hey“. Relativ schnell gab es daraufhin auch wieder eine von den schleimigen Antworten, worauf ich nach Lust und Laune Tage später mal wieder einsilbig und knapp antwortete. Das alles funktionierte wunderbar, war wenig zeitintensiv und es regnete nach einer Weile Fragen wie: „Sollen wir uns nicht endlich mal treffen?“ Zum größten Teil waren es, den Fotos nach, heiße Typen die mir diese Fragen stellten. Der Glanz, der für mich neuen Datingwelt, war dennoch dahin. Alles was ich bisher erreicht hatte war es, mit ein paar schönen Profilbildern monotone, kurze und langweilige Unterhaltungen geführt zu haben, welche letztlich dazu führten, dass ich nicht mal mehr die Lust hatte, den doch so gutaussehenden Mann tatsächlich mal zu treffen. Herzlichen Glückwunsch dachte ich mir, soll ein gutes Date denn darin bestehen sich anzuschweigen? Ganz so dramatisch sollte es dann doch nicht werden- aber eben auch nicht so rosarot wie ich es erwartet hätte.

Wie es mit den Dating-Apps weiterging und wie es dann doch zu meinem ersten, doch sehr fragwürdigen Date kam, berichte ich euch beim nächsten Mal.

Tschüsschen mit Küsschen,

Eure Daisy

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