Buntes: Der Stift hinter REDAX – ein Interview mit Michael Roos

Das REDAX Comic auf 5vier wird vom freien Illustrator Michael Roos gezeichnet. 5vier Reporter (und REDAX Autor) Lars Eggers führt ein Gespräch unter Kollegen.

Es gibt was Neues auf 5vier: Die Redaktion erweckt eine (selbstverständlich völlig fiktive) Online-Redaktion im Webcomic REDAX zum Leben. Damit das auch gut gelingt brauchte es eine Menge Ideen und vor allem einen Zeichner, der in der Lage ist, all die wahnwitzigen Vorstellungen umzusetzen. Nach langer Suche fand sich schließlich jemand: der Illustrator Michael Roos.

5vier: Hallo Michael. Kannst du unseren Lesern ein wenig über dich erzählen? Wer bist du und was machst du so?

Roos: Ich komme ursprünglich aus Niederkirchen. Das ist ein kleines Dorf in der Nähe von Neustadt an der Weinstrasse – mitten in der Pfalz. Ich habe die letzten Jahre, von 2005 bis 2010, in Wiesbaden Kommunikationsdesign studiert und die letzten 10 Monate bei einer Film- und Animationsfirma in Wiesbaden gearbeitet. Ich habe dabei gemerkt, dass ich mehr mit Illustration, Comics und Characterdesign machen möchte und deswegen mache ich mich momentan gerade als freier Illustrator selbstständig.

5vier: Illustrator und Comiczeichner sind ja nun nicht die Berufe, die beim Arbeitsamt ganz oben auf den Stellenangeboten stehen. Wie kommt man dazu, so etwas beruflich zumachen?

Roos: Ich habe Kommunikationsdesign studiert, durchaus mit dem Ziel mal in einer Agentur, einer Fernsehproduktion oder einem Animationsstudio zu arbeiten. Das hat sich aber in der letzten Zeit einfach mehr in Richtung der zeichnerischen Schiene entwickelt.

5vier: Wusstest du schon immer, dass du mal als Comiczeichner enden würdest? Ist das eine Leidenschaft, machst du hier das Hobby zum Beruf?

Michael Roos zeichnet Michael Roos im Comicblog "Sachen gibt's".

Roos: Auf jeden Fall. Mein Freunde und Familie haben früher schon immer gesagt: „Ja, der wird mal Comiczeichner.“ Ich habe das immer abgetan, davon könne man ja nicht leben. Das stimmt auch, nur von Comics zu leben, da müsste man schon eine Menge Glück haben. Aber zusammen mit der Illustration, dem Characterdesign und was da sonst noch mit dranhängt, da kann man schon von leben.

5vier: Und wohin soll der Weg gehen? Was glaubst du, wo du in fünf Jahren sitzen wirst?

Roos: Also mein Wunsch wäre es, in der Videospielindustrie Fuß zu fassen. Was die zeichnerischen Aufgaben angeht, kann man dort die abgefahrensten Sachen machen. Da könnte ich mich so richtig austoben.

5vier: Du bist ja nun schon seit einiger Zeit im Internet mit deinem Comicblog Sachen gibt’s vertreten. Wie kam es dazu?

Roos: Zum einen habe ich mich von den vielen deutschen Comicblogs inspirieren lassen, die es im Internet zu lesen gibt. Zum anderen habe ich in den letzten Monaten in meiner Arbeit viel mit 3D und Animationsarbeiten am Rechner zu tun gehabt. Das macht zwar auch Spaß, aber man hat nur noch ganz selten mal einen Stift in der Hand und macht reine zeichnerische Arbeiten. Und mit dem Comicblog habe ich das dann ein wenig kompensiert.

5vier: Kommen wir zum Kern der Sache: Dem REDAX Comic. Wie gehst du an ein Strip-Exposé heran?

Roos: Eine feste Technik habe ich da nicht. Ich stelle mir die beschriebene Situation einfach vor und setze sie dann möglichst ansprechend um.

5vier: Und wie läuft der technische Prozess ab?

Roos: Ich fertige zuerst eine grobe Skizzenzeichnung mit Bleistift an. Wenn die gefällt werden die Linien analog mit dem Stift nachgetuscht. Dann wird das Ganze eingescannt und in Photoshop coloriert und gelettert.

5vier: Was erwartest du von deiner Arbeit an der REDAX?

Roos: Ich freue mich darauf, wenn die Charaktere sich entwickeln und ein Eigenleben bekommen. Zu Beginn sind die Figuren noch recht stereotypisch, erst mit der Zeit gewinnen sie an Tiefe. Das macht für mich einen guten Comic aus.

5vier: Hältst du ein Onlineportal für ein gutes Zuhause für ein Webcomic?

Roos: Auf jeden Fall. Für längere Comics halte ich es für nicht ganz so gut, weil zumindest ich persönlich das Lesen von längeren Geschichten am Bildschirm als sehr anstrengend empfinde, aber für das, was wir hier machen ist es ein sehr gutes Medium.

5vier: Was erwartest du in Zukunft vom REDAX Comic?

Roos: Ich möchte, dass viele Leser sich in den Strips wiederfinden, das ist mir bei einem solchen seriellen Comic sehr wichtig. Der Leser soll merken, dass da Menschen hinter stehen, die auch alltägliche Probleme und Gefühle haben. Das finde ich immer sehr sympathisch.

5vier: Könntest du dir vorstellen, dass du selbst mal im REDAX Comic auftauchst?

Roos: Ja klar, warum nicht? Ich bin ja nun ein Teil davon, sozusagen.

5vier: Wie ist es mit Buchveröffentlichungen? Einem Film vielleicht?

Roos(lacht): Ist alles drin. Ich würde mich über eine Printveröffentlichung natürlich sehr freuen, aber so etwas braucht Zeit, damit sich mal eine Auswahl an Comics ansammeln kann.

5vier: Und wer spielt Michael Roos im kommenden REDAX Blockbuster?

Roos: Oh, das ist schwer. Zur Not spiele ich mich selbst.

5vier: Da nehmen wir dich beim Wort. Ein letzter Kommentar?

Roos: Mir macht die Arbeit am REDAX Comic sehr viel Spaß und ich hoffe, dass die Leser es mit genauso viel Spaß lesen werden.

5vier: Michael, danke für das Gespräch.

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Kommentare (1)

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  1. Bine sagt:

    Den Michael Roos kenne ich aus seinem Comicblog, es ist klasse, hier einen ganz anderen Stil zu sehen (nur der Schleppi kommt mir bekannt vor – aber das liegt wohl an der förmlichen Ähnlichkeit von Laptops und Eckenköppen 😉 ).

    Nettes Interview, es wäre wirklich witzig, wenn irgendwann Michael als Zeichner für das Comic der Redax in der Redax auftaucht.

    Auch hier nochmal an Zeichner und Autor (ich hoffe ihr lest mit): Ich find’s super!

    LG
    Bine

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