Der Super Bowl LII aus Sicht des Experten

PST Trier Stampers Headcoach Kristóf Kozák blickt zurück

Für den interessierten Zuschauer war der Super Bowl LII zwischen den New England Patriots und den Philadelphia Eagles in Minnesota eine herausragende Partie, mit vielen Punkten und spektakulären Aktionen. Doch wie sieht das jemand, der wirklich Ahnung hat? Weil wir das wissen wollten, baten wir Coach Kozák von den PST Trier Stampers um eine exklusive Analyse.

Zunächst mal ganz generell, wie gut hat dir das gesamte Event Super Bowl gefallen?

Es ist ein ultimatives Volksfest in der USA, wie bei uns das Oktoberfest oder woanders Karneval. Dass die Feier in Philadelphia nachher so ausgeartet ist, ist zwar nicht schön, aber sie haben zum ersten Mal gewonnen und es war unglaublich wichtig für sie.

Das Event im Louisiana in Trier war immer schon was Besonderes, es freut mich wie viele Interessenten wir immer dahaben, wenn es um den Super Bowl geht.

Unser Experte Kristóf Kozák

Wie schätzt du das sportliche Niveau, auch im Vergleich zu vorigen Finalspielen ein?

Offensiv sehr sehr hochwertig, es war fast schon wie eine College-Spiel. Defensive war leider nichts wirklich Besonderes dabei. Das Spiel war sehr zuschauerfreundlich, sowohl Kenner als auch Unerfahrene konnten es definitiv genießen. Ich persönlich fand es aber letztes Jahr besser, da es abwechslungsreicher war und spielerisch attraktiver.

Gab es aus deiner Sicht noch andere Schlüsselspieler außer den beiden Quarterbacks? Sowohl im positiven als auch im negativen Sinne?

Die Runningbacks auf beiden Seiten waren sehr schön anzuschauen, die Eagels haben gute Leute im originalen Runningback Sinn, stämmige Powerläufer, die Patriots verwenden ihren Spieler viel breiter und vielfaltiger. Über die Renaissance der Tightends in der kompletten Saison bei beiden Mannschaften war ich auch begeistert. Negativ haben mich beide Defenses überrascht, speziell die beste Luftverteidigung der Eagels hat mich am meisten enttäuscht.

Was waren für dich DIE Highlights des Spiels?

Die verschossenen Fieldgoals waren sehr interessant, das hat wirklich wenig bei den Patriots geklappt. Und diese undefinierbare Catch oder No-Catch Regelung war definitiv wieder eine Highlight.

Vom Spielerischen her fand ich den Drive von Rob Gronkowski sehr sehenswert, es war der einzige Drive in dem die Patriots sich auch zeigten wie die bekannten Patriots. Die Läufe von Jay Ajayi waren auch sehr sehenswert.

Der Star-Coach der New England Patriots: Bill Belichick

Es gab so viele erfolgreiche Offensivaktionen wie noch nie im Super Bowl. Lag das aus deiner Sicht an der überragenden Offense oder war die Defense auf beiden Seiten auf zu niedrigem Niveau?

Nick Foles hat das Spiel seines Lebens gespielt, Punkt. Er hat wirklich alles aus sich rausholen können, es half natürlich sehr viel, dass er auf niemanden verzichten musste. Die Patriots haben an ihrem Limit gespielt ab dem Zeitpunkt, wo Brandin Cooks aus dem Spiel war, dann hat der GOAT als Quarterback nicht mehr weiter helfen können.
Philadelphia hat als Team verdient gewonnen. New England schlug sich aber nebenbei erfolgreich selber, denen sind einfach die Optionen ausgegangen, waren als Team nicht da wo sie sein sollten.

Die Defense Leistung ist mir aber auf beiden Seiten ein Rätsel, vor allem die Entscheidung Malcolm Butler nicht spielen zu lassen, in einer Defense wo alles um Kommunikation geht. Bill Belichick hat es wahrscheinlich mit gutem Grund entschieden, aber trotzdem bleibt die Frage: Was hat Butler getan, um so schnell bei seinem Coach in Ungnade zu geraten?

Wenn du in die Glaskugel schaust: wie werden sich die Karrieren der zwei Hauptprotagonisten Nick Foles und Tom Brady entwickeln?

Nick Foles wird sich irgendwo hin traden lassen und nie wieder in die Nähe von einem Super Bowl kommen. Er wird eine dieser Geschichten des NFL-Networks: der MVP-Quarterback des Super Bowls LII, der nie wieder was reißen konnte. Aber hey, er hat einen Ring, an seiner Stelle würde ich mich zurückziehen und den Ruhm genießen. Hoffentlich weiß er, wann er aussteigen soll.

Die Legende Tom Brady ging dieses Mal leer aus

Tom Brady ist eine Maschine, er ist jetzt schon eine Legende und ich glaube ihn werden wir noch mindestens einmal im Super Bowl sehen. Es sei denn, dass er und Belichick nicht mehr miteinander klarkommen. Der Dynastie von Foxborough muss dazu bestehen bleiben.

Wie ist dein Eindruck des deutschen Übertragungsteams um Patrick Esume?

Ich empfinde Esume als den einzigen tatsächlich sinnvollen, fachlich sehr guten Kommentator bei ran NFL. Den Rest finde ich weder lustig noch gut. Wenn ich die Möglichkeit habe, gucke die Spiele im Originalton. Für mich finden sich die andere Kommentatoren einfach zu lustig und übertreiben es mit den „Emotionen“, ich brauche es nicht. Mich soll bitte niemand vom Fernseher aus anbrüllen. Aber anderen Leute gefällt das und ich kann es auch woanders gucken. Coach Esume und dem aktuellen Fachgast kann ich gut zuhören, dem Rest leider nicht.

Der Hauptakteur der Super Bowl Halftimeshow: Justin Timberlake

Dann zum Schluss eine Geschmacksfrage: Halftimeshow – wie hat dir die Show von Justin Timberlake gefallen?

Davon abgesehen dass ich seine Musik nicht mag, war seine Halftimeshow okay, nichts Besonderes. Lady Gaga oder The Black Eyed Peas waren da schon besser und kreativer. P!nk hat die Hymne gut präsentiert. Vielleicht hätten die Beiden besser tauschen sollen…

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