Die Geschichte von Lotto in Deutschland

Wie alles begann

Auch wenn vielleicht nicht alle mitmachen, das Lotto-Spiel kennt doch bestimmt jeder. Schon sehr lange kann man in Deutschland an Lotterien teilnehmen und sehr viele Menschen tun das auch immer wieder. Statistisch gesehen ist die Aussicht auf Erfolg ja eher gering und trotzdem versuchen es Millionen von Menschen immer wieder. Die Tradition des Lottospiels ist in Deutschland schon recht lang und hat bis heute ihren Reiz auch nicht verloren. Der Glaube an das Glück lässt es die Menschen immer wieder versuchen. Dazu kommen der Spaß und Nervenkitzel am Spiel, der Glaube an die eigene Chance und der damit verbundene Traum vom Millionengewinn.

Auch weil dieses Gewinnspiel einfach und fair ist, ist es so beliebt. Die Spielregeln sind leicht verständlich und die Teilnahme unkompliziert. Viele Menschen sind schon Gewohnheitstipper und haben manchmal schon eine sehr vertraute Beziehung zu der Annahmestelle in der Nähe entwickelt. All das kann für Spaß sorgen, als ein Teil einer Gemeinschaft an einem emotionalen Erlebnis unter Gleichgesinnten mitfiebern zu können.

Wann fing es in Deutschland richtig an?

Die erste Ziehung in Deutschland war am 09. Oktober 1955. Die Ziehung selber wurde von einem Waisenmädchen vorgenommen. Die gezogenen Zahlen sind auch noch heute bekannt. Damals hatte es kein Spieler geschafft, die sechs richtigen zu tippen. Dieses Lotto-Spiel wurde von Lothar Lammers und Peter Weiand erfunden. Die beiden wollten ein neues Glücksspiel in Deutschland anbieten, das es ermöglicht, auch ohne große Kenntnisse daran teilnehmen zu können. Damals gab es nur das englische Fußball-Toto, wofür man ein gewisses Sportwissen benötigte und so nicht jeden ansprach.

Lotto dagegen sollte ein reines Glücksspiel sein, wo einfach jeder mitmachen konnte. Mit dem Beschluss der Landesregierung von Nordrhein-Westfalen, eine staatlich kontrollierte Lotterie einzuführen, begannen Lammers und Weiand an einem Spiel zu arbeiten und erfanden dabei die Spielformel „6 aus 49“. Weitere Informationen zu „6 aus 49“ kann man unter dem vorstehenden Link nachlesen.

Am 13. November 1955 gelang es nach sechs Veranstaltungen, dass tatsächlich 6 richtige getippt wurden. Dabei handelte es sich hier noch um keinen Millionengewinn. Dieser erfolge dann am 02. September 1956. Eine Zusatzzahl war da noch nicht für den Hauptgewinn nötig, auch wenn das kurz zuvor eingeführt worden war.

Wie es in den 60er Jahren weiter ging

Ungefähr zehn Jahre später konnte die allwöchentliche Ziehung der Lottozahlen einem breiten Publikum vorgestellt werden. Dies wurde durch eine Fernsehübertragung möglich und der Begriff „Lottofee“ wurde dabei gleich mitkreiert. Als Lottofee war es Karin Dinslage, die diese Stelle für viele Jahre besetzte. Beliebt war ihr gewinnbringendes Lächeln, was die Menschen jeden Samstag immer wieder verzauberte. Diese Live-Übertragungen gehörten zum festen Bestandteil des abendlichen Familienprogramms. Dabei erreichten die Worte

„der Aufsichtsbeamte hat sich vor dieser Sendung von dem ordnungsgemäßen Zustand des Ziehungsgerätes und der 49 Kugeln überzeugt“

schnell einen Kultstatus.

Was in den 70er Jahren folgte

Neben Flower Power und Fußball WM wurde ein weiteres Millionenspiel vorgestellt. Das „Spiel 77“ machte sich auf seinen Erfolgsweg. Mit dem Setzen eines kleinen Kreuzchens gibt es seitdem die zusätzliche Chance auf Millionengewinne.

Die 80er folgen

Seit 1982 kann man zunächst noch die Formel 7 aus 38 jeden Mittwochabend mitverfolgen. Auf die bekannte Formel 6 aus 49 wurde dann vier Jahre später umgestellt. Die Jackpots aus beiden Ziehungen werden aber noch unabhängig voneinander ausgespielt. Die Lotto am Mittwoch-Ziehung wird übrigens immer nur von den öffentlich rechtlichen TV-Sendern ZDF und ARD ausgestrahlt. Den Job der Glücksfee hatte nun Katrin Tietze-Ludwig übernommen. Diese Tätigkeit wird sie mehr als dreißig Jahre ausüben.

Was die 90er Jahre bringen

In den 90er Jahren sollte der Erfolg weiter gehen. Das Wort „Super“ bekommt eine große Bedeutung. Im Jahre 1991 wird deshalb die Superzahl zu der Zusatzzahl eingeführt. Diese wird ab da benötigt, damit man das ganz große Geld im ersten Gewinnrang erhalten kann. Im Jahre 1992 kommt noch eine zweite Zusatzlotterie, die Super 6, mit noch mehr Chancen auf Großgewinne hinzu.

Kurz vor dem Jahrtausendwechsel kommt es zu einer kuriosen Sache. 1999 werden doch tatsächlich die Zahlen 2,3, 4,5 und 6 gezogen. Leider haben auf diese Zahlen fast 40.000 Lottospieler getippt, sodass sich die Gewinner lediglich jeweils mit nur 380 DM begnügen mussten.

Seit den 2000er Jahren

In den 2000er Jahren geht es weiter bergauf. Das Mittwochs- und Samstagslotto gehen in dieser Zeit gemeinsame Wege. Dadurch steigen die Jackpots noch schneller und es werden sehr große Höhen erreicht. Im Jahre 2006 kommt es sogar dazu, dass ein Westfale die sagenhafte Summe von 37 Millionen Euro gewinnt. Dies ist bis heute der größte Einzelgewinn überhaupt in der Geschichte.

Ein gutes Jahr später gab es beim deutschen Lotto einen noch größeren Jackpot zu gewinnen. Es handelte sich dabei um 45,4 Millionen Euro, die aber unter drei Gewinnern aufteilt, wurden. Je ein Drittel gingen in die Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Thüringen und Schleswig-Holstein.

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