Die Kino-Woche: Die Ruhe vor dem prüden Skandal-Sturm

Neue Ring-Tapes, Power-Frauen bei der NASA und das nahende Grau

Unser wöchentlicher Ausblick auf Neustarts, Geheimtipps und empfehlenswerte Streifen, die in den nächsten Tagen aus den Kinosälen verschwinden…

Der Februar gilt als einer der umsatzschwachsten Kino-Monate. Dementsprechend ruhig starten die Kinos der Region auch dieses Jahr in den kürzesten Monat des Jahres. Nichtsdestotrotz könnte man durchaus von der Ruhe vor dem Sturm sprechen.

In der kommenden Woche erwarten die Kinos nämlich wieder eine schwer zu definierende Masse aus Pärchen, Mädels-Cliquen und Frauen in den Mitt-50ern, die sich fast schon mutig in einen angeblichen SM-Streifen wagen, der im Endeffekt nichts anderes ist als eine hochgradig oberflächliche und leichenblasse 08/15-Romanze. Vor 2 Jahren startete die erste Verfilmung der Roman-Trilogie von E. L. James und spielte weltweit erstaunliche 567,9 Millionen US-Dollar ein. Das angeblich hoch-erotische Fessel-Abenteuer „Fifty Shades of Grey“ entpuppte sich jedoch als prüde Nullnummer, die so viel Skandal-Potenzial hatte wie eine Folge „Gute Zeiten, Schlechte Zeiten“. Nächste Woche, wieder strategisch günstig um den Valentinstag herum platziert, startet „Fifty Shades of Grey – Gefährliche Liebe“ und scheint genauso kalkulierte Damen-Fängerei zu sein wie der Vorgänger.

Diese Woche können Handschellen und Peitsche aber glücklicherweise noch in der Schublade bleiben, stattdessen sollte man den Fernseher im Auge behalten. Mit „Rings“ wird nämlich wieder die gute, alte Samara auf das Kinopublikum losgelassen und darf zum bereits dritten Mal aus dem Remake-Brunnen durch die Mattscheibe klettern. Viel neues sollte man aber auch hier nicht erwarten. Wieder geht es um das unheimliche Video, welches jeden Zuschauer 7 Tage nach dem Abspielen tötet, wieder recherchiert jemand und wieder beginnt der Countdown mit jedem erneuten Abspielen des Videos….nunja.

Außerdem startet die Kinoadaption der erfolgreichen Kinder-Serie nach James Krüss: „Timm Thaler oder das verkaufte Lachen“ über einen Jungen, der – wie der Titel schon sagt – sein Lachen verkauft.

Davon abgesehen gibt es nur schon altbewährte Kost. Die Kids haben am Wochenende nochmal die Möglichkeit „Feuerwehrmann Sam“ beim Kampf gegen die Außerirdischen zu begleiten oder den actionreichen Realfilm-Trick-Spaß „Monster Trucks“ zu schauen, während die Mädels bei „Wendy – Der Film“ Abenteuer mit dem beliebten Pferd bestehen können. Auch „Ritter Rost 2“ läuft noch am Freitag und Montag, während der Casting-Animations-Hit „Sing“ sowie Disney’s Südsee-Abenteuer „Vaiana“ noch täglich gezeigt werden.

„Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ läuft diese Woche in einigen wenigen verbleibenden Spätvorstellungen aus, dafür gibt es mit „Passengers“, „Resident Evil: The Final Chapter“, „Rogue One: A Star Wars Story“, „The Great Wall“ und „xXx: Die Rückkehr des Xander Cage“ immer noch reichlich fantastische Stoffe im Programm. Auch der überaus überraschende „Split“ um einen Geistesgestörten mit 23 Persönlichkeiten geistert noch in zahlreichen Vorstellungen durch die Kino-Säle.

Bleiben noch die überaus beständigen Angriffe auf die Lachmuskeln. Der französische Omar Sy-Hit „Plötzlich Papa!“ hält sich noch wacker, während die US-Komödie „Why Him?“ zu schwächeln beginnt. Unverändert hartnäckig mit immer noch rund einer Vorstellung am Tag laufen Wolfgang Petersens „Vier gegen die Bank“ sowie „Willkommen bei den Hartmanns“ (immerhin bereits seit 3. November 2016 in den Kinos).

Im Broadway gibt es mit „Hidden Figures – Unerkannte Heldinnen“ noch einen erwähnenswerten Neustart, der hochkarätig besetzt die Geschichte von drei afro-amerikanischen Frauen erzählt, die mit ihrer Arbeit bei der NASA maßgeblich zum ersten Astronauten in der Umlaufbahn beigetragen haben. Das visionäre Trio überschritt jegliche Geschlechts- und Rassengrenzen und inspirierte Generationen, an ihren großen Träumen festzuhalten.

Die genauen Spielzeiten der einzelnen Filme gibt’s auf Cinemaxx.de und bei Broadway Trier.

Neben dem Standard-Programm gibt’s an dieser Stelle auch einen Hinweis auf das wöchentliche Kinoprogramm des cineasta an der Universität Trier, wo zweimal wöchentlich (Dienstag und Mittwoch) Filme verschiedenster Genres und Epochen gezeigt werden.

Dienstag, 07.02.2017: Das Cineasta zeigt um 20:00h im Hörsaal 3 der Universität Trier das Journalismus-Drama „Spotlight“, bei dem nach einer wahren Begebenheit Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche in Boston von einem Team aus investigativen Journalisten des Boston Globe untersucht und aufgedeckt werden. Das hochkarätig besetzte Drama überzeugte nicht nur das weltweite Publikum, sondern auch die Oscar-Jury, was ihm 2015 die begehrte Trophäe als Bester Film einbrachte.

Vor dem Hauptfilm wird der Kurzfilm „Om“ gezeigt.

Mittwoch, 08.02.2017: Das Cineasta zeigt um 20:00h im Hörsaal 3 der Universität Trier die amerikanische Komödie „Wiener Dog“, die das Leben eines Dackels begleitet, welches er bei insgesamt vier verschiedenen Menschen verbringt, die alle persönliche Schicksalsschläge erleiden. So entsteht ein überaus reizvoller Episodenfilm, der die Menschen und ihre Fehler aus einer ungewöhnlichen Perspektive analysiert.

Vor dem Hauptfilm wird der Kurzfilm „Die Badewanne“ gezeigt.

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Zu guter Letzt könnt ihr hier abstimmen, in welchen Film es euch diese Woche zieht!

Titelbild: © Universal Pictures

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