Die Kino-Woche: Die Schlümpfe und die Reboot-Problematik

Nur wenig Neues....und Tom Cruise reanimiert "Die Mumie"

Unser wöchentlicher Ausblick auf Neustarts, Geheimtipps und empfehlenswerte Streifen, die in den nächsten Tagen aus den Kinosälen verschwinden…

Gerade mal eine Woche ist es her, dass wir euch an dieser Stelle über den kommenden „Spider-Man: Homecoming“ berichtet haben, der die Geschichte um die beliebte Comic-Figur zum dritten Mal seit der Jahrtausendwende neustartet. Im Fachjargon nennt man sowas „Reboot“, was laut Wikipedia für ein „fiktionales Werk verwendet“ wird, „das ein früheres fiktionales Werk wie etwa einen Film neu interpretiert, jedoch im Unterschied zum Remake den Neustart einer Reihe von Werken darstellt, die die Gültigkeit des Vorgängerwerks nicht anerkennen.“ Die komplette Geschichte wird losgelöst von der alten Kontinuität und möglicherweise aus einer vollkommen neuen Position erzählt. Gelungene Beispiele hierfür sind die „Batman“-Filme von Christopher Nolan („Batman Begins“ (2005), „The Dark Knight“ (2008) und „The Dark Knight Rises“ (2012)) und die neuen „Star Trek“-Verfilmungen von J.J. Abrams. Weniger gut sind da die Neuanläufe von „Spider-Man“ oder gar der „Fantastic Four“, die von den Kinobesuchern letztes Jahr beinahe vollständig ignoriert wurden.

Diese Woche erschien der brandneue Trailer zu „The Mummy“, also „Die Mumie“. Wer sich jetzt dunkel erinnert, dass es da doch schon mal etwas gab, liegt natürlich richtig. Dabei war selbst Stephen Sommers Blockbuster-Verfilmung aus dem Jahr 1999 ein Remake eines Horrorfilm-Klassikers mit dem altehrwürdigen Boris Karloff von 1932. Die Neuverfilmung zog zwei durchaus erfolgreiche Fortsetzungen nach sich und lebte trotz einiger Effekt-Aussetzer (unvergessen: der Videospiel-ähnliche CGI-Unfall des Skorpion-Königs in „Die Mumie kehrt zurück“) von der gelungenen Chemie zwischen Brendan Fraser und Rachel Weisz. Darüberhinaus entwickelte Universal aus dem Stoff ein sogenanntes Spin-Off (ein Werk, das aus einem anderen fiktiven Werk „ausgelagert“ wurde), welches den bis dahin wenig bekannten Wrestler The Rock in Hollywood einführte. Heute kennt die ganze Welt sein breites Grinsen mit hochgezogener Augenbraue unter seinem vollen Namen samt Wrestling-Zusatz: Dwayne „The Rock“ Johnson.

Wie auch immer man diesen Beitrag zur Film-Geschichte jetzt bewertet, dieses Jahr startet Universal einen neuen Mumien-Anlauf, komplett neu! Das beliebte Franchise wird rebootet, zurück auf Null gesetzt, Brendan Fraser und alle bis dato Beteiligten sind raus und dafür Tom Cruise – Mann für alle unmöglichen Missionen – drin! Und passend dazu sieht auch der neueste Trailer des vielfach skeptisch beäugten Reboot-Versuchs aus wie „Mission: Impossible“ mit Mumien-Spuk. Wie schon beim zum dritten Mal wiedergeborenen Spinnenmann gilt auch hier: Abwarten und Tee trinken, am 8. Juni 2017 erfahren wir mehr!

Auf allzu viel Ablenkung aus den Kinos braucht man diese Woche aber nicht zu hoffen, es sei denn man hat ein unerklärliches Faible für das blaue Volk der Schlümpfe. Der bereits dritte Teil namens „Die Schlümpfe – Das verlorene Dorf“ führt die blauen Artgenossen auf die abenteuerliche Suche nach einem sagenumwobenen, verlorenen Dorf, in dem noch mehr Schlümpfe leben sollen…

Wem das alles etwas zu blau ist, kann alternativ bei der französischen Komödie „Nichts zu verschenken“ sein Zwerchfell trainieren, dass in den letzten Komödien-freien Monaten möglicherweise etwas eingerostet ist. In dem Film wird der Geigenspieler Francois Gautier mit einer 16-jährigen Tochter konfrontiert, von deren Existenz er nichts wusste und muss gleichzeitig noch die neue Cellistin umwerben.

Zu Standard-mäßig? Allzu wählerisch dürfen Komödien-Freunde zur Zeit nicht sein, als mögliche Alternativen präsentiert sich im Cinemaxx lediglich die Kiffer-Reunion „Lommbock“. Da haben die Kids, die keine Lust auf die Schlümpfe haben, zumindest etwas mehr Auswahl: von „Bibi & Tina 4“ über das „Boss Baby“, „Die Häschenschule“, „Die Schöne und das Biest“ (siehe auch unsere Review: Die Schöne und das Biest – So muss Disney sein), sowie „The Lego Batman Movie“.

Erwachsenere Kost gibt es in Form von „Fifty Shades of Grey – Gefährliche Liebe“ (ja, immer noch…), „Ghost in the Shell“ (siehe auch unsere Review Ghost in the Shell – Philosophischer Cyberpunk aus Hollywood), „John Wick: Kapitel 2“, „Kong: Skull Island“ (siehe auch unsere Review: Kong: Skull Island – Auf der Insel der kämpfenden Monster), „Life“ (siehe auch unsere Review: Life – Im Weltall nichts Neues), „Logan – The Wolverine“, „Power Rangers“ und „Split“.

Im Broadway Trier gibt es diese Woche ähnlich wenig Neustarts wie im Cinemaxx zu sehen. Mit der luxemburgisch-belgisch-deutschen Co-Produktion „Es war einmal in Deutschland“ wartet eine schwarzhumorige Komödie aus Post-Weltkriegszeiten auf die Zuschauer, in der Moritz Bleibtreu als Anführer einer Gruppe jüdischer Freunde nach Wegen sucht, um sich ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten aufzumachen.

Darüberhinaus gibt es mit „Wilde Maus“ eine österreichische Tragikomödie zu sehen, in welcher der langjährige Musikkritiker von seinem Chefredakteur gefeuert wird und sich anschließend auf Rachefeldzüge gegen ihn konzentriert, was sein bürgerliches Leben zunehmend aus dem Ruder wirft.

Außerdem gibt es auch hier „Die Schöne und das Biest“ in der deutschen und der Originalversion, „Bibi & Tina 4“, „Boss Baby“, „Die Schlümpfe“, „Hidden Figures“, „Lommbock“, „Moonlight“ und „Silence“ zu sehen.

Die genauen Spielzeiten der einzelnen Filme gibt’s auf Cinemaxx.de und bei Broadway Trier.

Und was läuft an der Uni? Cineasta!

Neben dem Standard-Programm gibt’s an dieser Stelle normalerweise auch einen Hinweis auf das wöchentliche Kinoprogramm des cineasta an der Universität Trier, wo zweimal wöchentlich (Dienstag und Mittwoch) Filme verschiedenster Genres und Epochen gezeigt werden.

Aufgrund der Semesterferien gibt es in der kommenden Kino-Woche aber leider kein Cineasta-Programm.

 

Titelbild: © 2017 Universal Pictures International All Rights Reserved

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