Die Kino-Woche: Rogue One und die Schöne Bescherung

Viele neue Gesichter in einer weit, weit entfernten Galaxie

Jetzt neu: unser wöchentlicher Ausblick auf Neustarts, Geheimtipps und empfehlenswerte Streifen, die in den nächsten Tagen aus den Kinosälen verschwinden…

Letzte Woche haben wir es ja schon angedeutet und ein Blick ins Kino-Programm verrät ganz deutlich, dass es diese Woche eigentlich nur einen erwähnenswerten Neustart gibt, gegen den sich kein Major Studio anzutreten traut: „Rogue One: A Star Wars Story“.

Mit dem ersten Spin-Off des „Star Wars“-Franchises verfolgt der Disney-Konzern, der die Marke Ende 2012 für über 4 Milliarden Dollar aufkaufte das ehrgeizige Ziel jedes Jahr für „Krieg der Sterne“-Nachschub in den Lichtspielhäusern zu sorgen. Die Strategie ähnelt der des Marvel-Konzerns, der mit Start des sogenannten Marvel Cinematic Universe, kurz MCU, seit 2008 fast jedes Jahr mindestens eine Comic-Verfilmung aus dem Marvel-Fundus ins Kino bringt und zwischendurch mit den Crossover-Blockbustern der „Avengers“ einen Großteil der Charaktere in einer Materialschlacht geballt gegen das Böse antreten lässt. Bei Marvel geht die Strategie auf, so dass man mit dem MCU bisher ein Gesamteinspielergebnis von sage und schreibe 10,5 Milliarden US-Dollar vorweisen kann, wobei die beiden „Avengers“-Verfilmungen mit 1,5, bzw. 1,4 Milliarden Dollar die erfolgreichsten waren. Es verwundert kaum, dass die Marvel Studios auch zur Walt Disney Company gehören.

„Rogue One“ soll anders sein – im Rahmen der „Star Wars Anthology“, einer Reihe losgelöster Filme vom bekannten „Star Wars“-Universum, wird die Geschichte einer Gruppe Widerstandskämpfer erzählt, die auf dem Weg in die Schlacht gegen den dunklen Imperator und den Todesstern sind. Was nach Science-Fiction-Einheitsbrei klingt, könnte durch die Regie von Gareth Edwards doch noch zu einem Blockbuster-Highlight werden. Der britische Regisseur, der 2010 mit dem Independent-Film „Monsters“ bekannt wurde, sorgte auch beim Creature-Reboot „Godzilla“ (2014) für Aufsehen, den er ordentlich gegen den Blockbuster-Strich bürstete und damit als kompletten Gegenentwurf zu Roland Emmerichs Interpretation von 1998 platzierte. Wenn auch in der Anlage des recht blassen Hauptdarstellers Aaron Taylor-Johnson nicht perfekt (toll dafür Bryan Cranston und Ken Watanabe) , wurde das japanische Kultmonster nie brachialer und gleichzeitig mystischer in Szene gesetzt.

Der „Rogue One“-Cast lässt auf eine ähnlich eigenständige Interpretation hoffen. Mit dem dänischen „Hannibal“-Seriendarsteller Mads Mikkelsen und dem chinesischen Star und Kampfkünstler Donnie Yen hat Edwards das Spin-Off schonmal deutlich gegen den Strich gecastet. Die Trailer lassen auf ein asiatisch angehauchtes, dreckig-staubiges Sci-Fi-Schlachtengemälde hoffen.

Abgesehen davon gibt es diese Woche nur die bereits üblichen Verdächtigen zu sehen. „Arrival“ flimmert noch weiterhin vereinzelt über die Leinwände, „Die Vampirschwestern 3“ bekommen ein paar Nachmittagsvorstellungen zugeschanzt, die „Office Christmas Party“ von letzter Woche steigt noch verhältnismäßig oft und auch „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ bevölkern noch recht viele Kinosäle. Die Animations-Casting-Show „Sing“ tritt mit der höchsten Dichte an Vorstellungen gegen die Übermacht aus einer weit, weit entfernten Galaxie an. „Sully“, „Trolls“, „Underworld: Blood Wars“ und „Willkommen bei den Hartmanns“ sind nur noch sehr vereinzelt vertreten.

Wem das alles nicht weihnachtlich genug ist, sollte am kommenden Mittwoch oder Freitag, den 23.12.2016, das Broadway Kino in Trier einplanen, wo Chevy Chase mit seinem chaotischen Weihnachtsklassiker von 1989 den Kinozuschauern eine „Schöne Bescherung“ liefert.

 

Die genauen Spielzeiten der einzelnen Filme gibt’s auf Cinemaxx.de und bei Broadway Trier.

 

Neben dem Standard-Programm gibt’s an dieser Stelle auch einen Hinweis auf das wöchentliche Kinoprogramm des cineasta an der Universität Trier, wo zweimal wöchentlich (Dienstag und Mittwoch) Filme verschiedenster Genres und Epochen gezeigt werden.

Dienstag, 20.12.2016: Das Cineasta zeigt um 20:00h im Hörsaal 3 der Universität Trier die britische Komödie „Eddie the Eagle: Alles ist möglich“, in der ein übergewichtiger und kurzsichtiger Brite unbedingt als Skispringer bei den Olympischen Spielen teilnehmen will. Kein geringerer als Hugh Jackman spielt seinen Mentor Bronson Peary, der ihm als ehemaliger Springer und nun Alkoholiker dabei hilft zur Skispring-Legende zu werden.

Vor dem Hauptfilm wird der Kurzfilm „Ten Meter Tower“ gezeigt.

Mittwoch, 14.12.2016: Präsentiert vom Mangaclub der Universität Trier zeigt das Cineasta um 20:00h im Hörsaal 3 der Universität Trier den japanischen Anime „Redline“, in welchem JP als einer der besten Rennfahrer des Universums sich mit seinem Freund Frisbee für ein illegales, intergalaktisches Wettrennen namens Redline qualifiziert. Sage und schreibe sieben Jahre lang wurde an dem Film gearbeitet und alle Szenen per Hand entworfen. Er gilt daher als einer der schönsten Anime, die jemals produziert wurden.

Vor dem Hauptfilm wird der Kurzfilm „Amour Fou“ gezeigt.

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