Die Kino-Woche: Sci-Fi-Dröhnung gegen deutsche Comedy-Kost

Sternenkrieger und Assassinen gegen Schweiger & Co

Jetzt neu: unser wöchentlicher Ausblick auf Neustarts, Geheimtipps und empfehlenswerte Streifen, die in den nächsten Tagen aus den Kinosälen verschwinden…

290 Millionen Dollar ist die gewaltige Summe, die Disney und Lucasfilm an nur einem Wochenende mit „Rogue One: A Star Wars Story“ eingenommen haben. Das ist der zweit-erfolgreichste Dezember-Start eines Films, denn im letzten Jahr hatte „Star Wars – Das Erwachen der Macht“ vorgelegt und alleine in den USA 250 Millionen Dollar am Start-Wochenende eingespielt.

 

Im Gegensatz zum Neustart der Serie im vergangenen Jahr hat „Rogue One“ dieses Jahr mit erheblich mehr Konkurrenz zu kämpfen. War der Genre-lastige Streifen im „Star Wars“-Universum in der letzten Kino-Woche mehr oder weniger alleine in der Neustarts-Rubrik, ändert sich das diesmal deutlich.
 

Schärfster Konkurrent dürfte „Assassin’s Creed“ werden, der völlig untypisch am Dienstag, den 27.12 anläuft. Die Videospiel-Verfilmung verfügt über eine gewaltige Fanbase, die überraschend optimistisch das Marketing-Vorgeplänkel in Form von Teasern und Trailern verfolgte. Die Geschichte, um einen verurteilten Mörder, der kurz vor seiner Hinrichtung von der Firma Abstergo Industries entführt wird, um mittels einer neuen Technologie die Erinnerungen seines Vorfahren Aguilar de Nerhain während der spanischen Inquisition zu durchleben, ist ähnlich abstrus wie in den Spielen. Die bisher veröffentlichten Ausschnitte versprechen eine relativ werksgetreue Umsetzung mit einem charismatischen Michael Fassbender in der Hauptrolle.
 

 
Nicht weniger beeindruckend dürfte der große Disney-Animationsfilm „Vaiana“ einschlagen, der mit gewaltiger Marketing-Offensive auf die jungen Zuschauer abzielt (deren Daddys dann aber zeitgleich „Star Wars“ schauen könnten). In paradiesischer Südsee-Umgebung erlebt die Häuptlings-Tochter Vaiana Abenteuer und lotet ihre Grenzen aus, um letztendlich ihre Familie zu retten. Innovativ ist anders! Star-Power bei den Synchro-Darstellern ( u.a. Dwayne „The Rock“ Johnson / Andreas Bourani) und dem Soundtrack (keine geringere als Pop-Schlager-Trulla Helene Fischer) werden es schon richten.

Am 1. Weihnachtstag stürmt zudem der deutsche Hollywood-Regisseur Wolfgang Petersen mit deutscher Star-Power in Form eines Remakes die Kinoleinwände. Mit Til Schweiger, Matthias Schweighöfer, Michael Bully Herbig und Jan-Josef Liefers sind bis auf Elias M’barek eigentlich alle männlichen Millionen-schweren Kassen-Garanten bei „Vier gegen die Bank“ am Start, die das deutsche Kino zur Zeit zu bieten hat. Der Stoff, für den Petersen selbst im Jahr 1976 für einen TV-Film auf dem Regie-Stuhl Platz genommen hat, ist schnell erzählt. Ein Schauspieler, ein Werbeprofi, ein Boxer und ein verklemmter Anlageberater kommen in finanzielle Schieflage und schmieden fortan zusammen einen Plan, auf Kosten der Bank reich zu werden.

Bei derart vielen Neustarts und dem immer noch übermächtigen Sci-Fi-Schwergewicht „Rogue One“ bleibt nicht mehr viel Platz für ältere Filme. „Die Vampirschwestern 3 – Reise nach Transsilvanien“ läuft noch vereinzelt nachmittags, die „Office Christmas Party“ verabschiedet sich langsam in die Spätvorstellungen, „Pettersson & Findus“ laufen am 1. Weihnachtstag aus und die „Phantastischen Tierwesen“ (und wo sie zu finden sind) tauchen auch nur noch an ausgewählten Tagen auf. Darüberhinaus gibt es noch hier und da das Animations-Casting-Spektakel „Sing“ zu sehen, ebenso wie das Animations-Abenteuer „Trolls“ und den anderen deutschen Komödien-Garanten „Willkommen bei den Hartmanns“.

Damit (Stichwort: Elias M’barek) sind dann nächste Woche alle großen männlichen deutschen Comedy-Stars auf der großen Leinwand zu sehen, die gegen die interstellare und Zeit-reisende Blockbuster-Übermacht aus Übersee antreten darf, während „Vaiana“ aus ihrem Südsee-Paradies den Kampf beobachtet und möglicherweise auch noch ein Wörtchen mitzureden hat. Es wird also spannend, wer in der anbrechenden Kino-Woche an den Kinokassen die Nase vorne behält!

Die genauen Spielzeiten der einzelnen Filme gibt’s auf Cinemaxx.de und bei Broadway Trier.

Aufgrund der Weihnachtsferien legt das Cineasta Trier diese und nächste Woche eine Pause ein, bevor es am 10.01.2017 mit dem DC-Spektakel „Suicide Squad“ im O-Ton und am 11.01.2017 mit Toni Erdmann weitergeht…

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