Die Kino-Woche: Wenn der Biker zu King Arthur wird

Guy Ritchie versucht sich an Excalibur und Europa am Animationskino

Wir haben die aufgeräumte Programm-Übersicht für die kommende Kino-Woche. Neustarts, Empfehlungen und was sonst noch so läuft.

Die genauen Spielzeiten der einzelnen Filme gibt’s auf Cinemaxx.de und bei Broadway Trier.

 

Neustart(s) der Woche:

 

 

King Arthur: Legend of the Sword

Die neue Verfilmung um Excalibur, King Arthur & Co passt durchaus in den aktuellen Trend Hollywoods sich lieber auf ausgetretenen Pfaden zu bewegen, als eigenständige Stoffe zu entwickeln. Nichtsdestotrotz gibt das Team hinter der Neu-Interpretation Anlass zur Hoffnung. Kein geringerer als „Snatch“-Mastermind Guy Ritchie steckt hinter der Verfilmung. Der hat zwar seit seinen kultisch verehrten Londoner Gangster-Possen auch den ein oder anderen Rohrkrepierer inszeniert, aber mit den „Sherlock Holmes“-Verfilmungen gezeigt, dass er auch existierenden Vorlagen ganz neue Seiten abgewinnen kann und das auch problemlos ins Blockbuster-Format wuchten kann. Die Besetzung der Hauptrollen mit dem „Sons of Anarchy“-Star Charlie Hunnam und Hollywood-Beau Jude Law sorgt für zusätzliche Spannung….könnte großartig werden, aber auch genauso im nichtssagenden Blockbuster-Effekt-Sumpf versacken…
 


 
Überflieger: Kleine Vögel – Grosses Geklapper

Das ausschließlich in Europa produzierte (Deutschland, Belgien, Luxemburg, Norwegen) Animationsabenteuer „Überflieger: Kleine Vögel – Grosses Geklapper“ folgt einem kleinen Spatz, der sich für einen Storch hält und im Herbst eine abenteuerliche Reise Richtung Afrika antritt. Das sieht nett für die jungen Zuschauer aus, macht aber im Verglich zu amerikanischen Konkurrenz einen braven, fast schon handzahmen Eindruck.
 

Weiterhin im Cinemaxx im Programm:

 

Kopfkino im Broadway

Während es im Cinemaxx immer gerne laut wird, gibt es im Broadway Trier auch leisere Töne zu hören…wobei man dieses Wochenende dem Lockruf des Blockbusters folgt und genau wie die Cineplex-Konkurrenz Guy Ritchies „King Arthur“ als Neustart zeigt (Sonntags übrigens auch in der OV).

 

Des Weiteren laufen:

  • Boss Baby
  • Conni & Co 2 – Das Geheimnis des T-Rex
  • Der junge Karl Marx
  • Die Schlösser aus Sand
  • Die Schlümpfe – Das verlorene Dorf
  • Ein Dorf sieht schwarz
  • Ein Dorf sieht schwarz (OmU)
  • Guardians of the Galaxy
  • Sieben Minuten nach Mitternacht (unsere Review: Filmkritik – Sieben Minuten nach Mitternacht)
  • Überflieger: Kleine Vögel – Grosses Geklapper

 

Und was läuft an der Uni? Cineasta!

Neben dem Standard-Programm gibt’s an dieser Stelle auch einen Hinweis auf das wöchentliche Kinoprogramm des cineasta an der Universität Trier, wo zweimal wöchentlich (Dienstag und Mittwoch) Filme verschiedenster Genres und Epochen gezeigt werden.
 

Dienstag, 16.5.2017

 

 

Paterson (OMDU)

Am kommenden Dienstag zeigt der CineAsta Jim Jarmuschs „Paterson“ im O-Ton mit deutschen Untertiteln im Hörsaal 3 ab 20:00 Uhr.

Jim Jarmusch beschert dem Independent-Kino seit fast vierzig Jahren Filme, die anders sind. Während die Devise der Blockbuster höher, schneller, weiter zu sein scheint, verzichtet Jarmusch in seinem jüngsten Film erneut auf genau das. „Paterson“ ist filmische Entschleunigung, anhand des Lebens des Busfahrers Paterson (Adam Driver) in der gleichnamigen Stadt in New Jersey, erzählt in sieben exemplarischen Tagen. Was auf dem Papier nicht besonders spannend klingt, entpuppt sich als stilles Meisterwerk der Poesie, als Film über den Alltag und das Menschsein, ohne große Helden, schnelle Schnitte und Explosionen (auch wenn es einmal kritisch wird). Jarmuschs subversiver Humor entwickelt sich aus der Routine und einer gewissen Trägheit des Seins. Der auf das Alltägliche gerichteter Blick strahlt etwas Beruhigendes aus. Die universelle Frage nach dem Sinn des Lebens lässt er bewusst unbeantwortet, es ist doch so schon schön genug hier, oder?

Als Kurzfilm vor dem Hauptfilm wird gezeigt: „Der Conny ihr Pony“

 

Mittwoch, 17.5.2017

 

 

Der die Zeichen liest (OMDU)

Am Mittwoch, den 17.5 wird’s im Hörsal 3 ab 20:00 Uhr dramatisch, wenn der CineAsta das russische Drama „Der die Zeichen liest“ in russischer Originalsprache mit deutschen Untertitel zeigt.

Als Venia (Pyotr Skvortsov) sich weigert, „aus religiösen Gründen“ am Schwimmunterricht seiner Schuleteilzunehmen, verlacht seine Mutter dies zunächst als Schüchternheit. Doch in der Folgezeit wird klar, dass Venia es ernst meint. Er beginnt, vehement gegen Scheidungen, die Evolutionstheorie und Homosexuelle zu wettern. Eloquent und selbstbewusst manipuliert er seine Lehrer und setzt so seine Vorstellungen nach und nach in der Schule durch, bis alle Mädchen Badeanzüge statt Bikinis tragen und Kondome im Unterricht unerwähnt bleiben. Dabei beruft er sich auf passende Textstellen aus der Bibel, gegen deren moralische Autorität sich keiner der Lehrkräfte zu stellen traut. Das Drama exerziert minutiös ein Gedankenexperiment durch: Wie geht eine weitestgehend agnostische Gesellschaft mit religiösem Fundamentalimus um? Die packende Inszenierung und das ungute Gefühl, dass es Menschen wie Venja wirklich zu geben scheint, machen den Film zu einer intensiven Kinoerfahrung.

Als Kurzfilm vor dem Hauptfilm wird gezeigt: „Christ/el“

 

Titelfoto: © 2017 WARNER BROS. ENT. INC., VILLAGE ROADSHOW FILMS NORTH AMERICA INC. AND RATPAC-DUNE ENT. LLC – U.S., CANADA, BAHAMAS & BERMUDA © 2017 WARNER BROS. ENT. INC., VILLAGE ROADSHOW FILMS (BVI) LIMITED AND RATPAC-DUNE ENT. LLC – ALL OTHER TERRITORIES)

Stichworte:

Kommentare (0)

Trackback URL | RSS

Antworten

Wir freuen uns über Kommentare und möchten allen Lesern die Möglichkeit geben, kritisch zu den Themen und Artikeln Stellung zu beziehen und ihre Meinung kundzutun. Wir behalten uns das Recht vor, jeden Kommentar vor Veröffentlichung redaktionell zu überprüfen und nur Kommentare freizuschalten, die sich sachlich mit dem Thema des Beitrags beschäftigen.
Spielregeln