„Die Kochprofis“ in Trier – Einsatz der kulinarischen Patrioten

Vom 8. bis 10. Juni war ein Fernsehteam des Senders RTL II zu Besuch in Trier

Vom 8. bis 10. Juni hatte Trier hohen Besuch: Ein Fernsehteam des Senders RTL II drehte in einem Restaurant der Stadt eine Folge des Primetime-Dauerbrenners „Die Kochprofis“. Mit fachmännischer Unterstützung sollte das kleine, aber wirklich feine „Delicia“ den Boden unter den Füßen wiederfinden.

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Küchenchef Peter Hammerschmid schickte das SOS aus und wurde prompt erhört, sein Restaurant lief zwar ganz gut, aber vor der neuen Herausforderung, einer Belebung eines der ältesten Biergärten in Trier, verließ ihn dann doch der Mut. Die Kosten seines Betriebes waren zwar gedeckt, sein Essen wurde selbst von den Profis durchgehend gelobt, aber irgendwie wollte sich der richtig große Erfolg nicht einstellen. Die Kassen waren nie leer, aber richtig gut gefüllt waren sie auch nicht. Zudem machte sich zunehmender Unmut zwischen Küche und Service-Personal bemerkbar, ständiger Leistungsdruck und wenige Erholungstage trugen da den Rest zur Situation bei.

Hilfe musste also her. Und kam. In einem schwarzen Kleintransporter, in Form von drei Profiköchen: Mike Süsser, Frank Oehler und Andreas Schweiger rückten für drei Tage an, um den Problemen auf den Grund zu gehen und sie natürlich zu lösen. Handfeste Hilfe für das kleine Restaurant mit großem Potenzial, immer begleitet von zwei Kameras und einem ganzen Filmteam.

Motivationsschub

Oehler in der Küche

Oehler in der Küche

„Es war ein schönes Erlebnis und klar macht man ein bisschen Extra-Show für die Kamera, aber wenn es im Tagesgeschäft hart auf hart kommt, dann kann man auf die Kamera keine Rücksicht mehr nehmen. Da haben der Gast und seine Zufriedenheit Vorrang und notfalls wird die Kamera eben zur Seite geschubst“, fasst Hammerschmid seine Erfahrungen mit der Kamera zusammen. Über die Kritik der namhaften Kollegen kann er nur eines sagen: „Egal, welche Kritik man bekommt, sie ist immer konstruktiv.“ Keine Spur von zu viel Stolz, obwohl er den durchaus an den Tag legen könnte. Muss er doch einräumen, dass es „kein besseres Steak in Trier gibt“ als seines. Auch seine spanischen Gerichte waren durchweg gut und schmackhaft. Allerdings war die Konzentration auf spanische Gerichte langsam zu einer Einschränkung geworden, die Hammerschmid lange bemerkt hatte, von der er sich aber erst mithilfe der Kochprofis lösen konnte. „Wir können viel mehr und die spanische Küche schränkte uns mit der Zeit immer mehr ein.“ Er und seine Azubine hatten schon seit Langem Lust sich auch mal wieder in anderen Bereichen mit neuen Ideen auszuprobieren. Da lieferten die Profis viele inspirierende Anregungen: Zitronengras beispielsweise oder verschiedene, fremde Pfeffersorten.

Küchenchef Peter Hammerschmid

Küchenchef Peter Hammerschmid

Auch die Belebung eines der ältesten „und schönsten“ Biergärten kann von Hammerschmid und seinem Team neu angegangen werden. „Die Straße ist etwas weit weg vom Schuss, aber wir würden gerne mehr Studenten und Schüler und natürlich auch Trierer her locken.“ Die Nähe zur FH und Berufsschule bietet auch Studenten und Schülern die Möglichkeit eine leckere (und vielleicht gesündere) Alternative zum Mensa-Essen zu finden. Die Idee der Profis einen „1/2 Meter“ – Biergarten einzuführen, begeisterte auf Anhieb. „1/2 Meter – Biergarten“ ist ganz praktisch ein Brettchen mit verschiedenen typischen Biergarten-Köstlichkeiten, an diesem Abend hausgemachte Sülze, Obatzter und Wurstsalat. Eröffnet wurde der Abend dann auch sommerlich mit gegrillten Rindfleischstreifen und Begrüßungscocktails im Biergarten, einem sichtlich entspannten Küchenchef, zusammen mit Kochprofi Mike Süsser am neuen Grill, einer kleinen Gabe der Profis. Auf die Frage, ob er aufgeregt sein, antwortet er lässig: „Ich habe ja drei Profis an meiner Seite, was soll da schiefgehen?“

Von seinen Gästen erfährt Hammerschmid an diesem Abend nur Lob, selbst von Kochkollegen, wie Axel Braun, der demnächst selbst vor der Eröffnung seines Restaurants „Block Haus“ steht: „Das Essen schmeckt toll und es ist einfach interessant die ganz Großen bei der Arbeit zu erleben.“

Mit Respekt und Liebe kochen

Kochkollege Axel Braun

Kochkollege Axel Braun

Kochprofi Frank Oehler seinerseits ist ebenso zuversichtlich, was die Zukunft des Delicia angeht: „Vom Handwerk her waren sie schon gut, woran es fehlte, waren Motivation, eine Strategie im wirtschaftlichen Sinne und Teamgeist.“ Um neue Kraft und Motivation im Team zu stärken, greifen er und seine Kollegen auch mal zu handfesteren Mitteln: Drachenbootrennen fürs Wir-Gefühl. Die Crew von Küchenchef Hammerschmid paddelte die Mosel im Takt entlang, nebenbei wurden interne Missverständnisse geklärt. Zugegebenermaßen anstrengend für Küche und Service, müssen auch Serviceleiter Kim und Kollegin Michelle zugeben.

Für Profikoch Oehler sind solche Einsätze immer spannend und lehrreich in einem menschlichen Sinne. An neuen Fertigkeiten kann er selten etwas mitnehmen, dafür umso mehr, wenn es um menschliche Probleme, aber auch menschliche Qualitäten geht. „Unsere Sendung dreht sich neben dem Kochen immer um die Menschen dahinter. Ein bisschen Thriller, ein bisschen Drama, ein bisschen Liebeskomödie, alles verteilt um die älteste Kultur des Menschen: Das Kochen.“ Damit erklärt er sich auch die große Beliebtheit der Reihe: „Im Kochen liegt etwas Elementares, Meditatives. Wenn man kocht, kann man sich nur darauf konzentrieren. Als Koch kann man Menschen mit wenigen Mitteln glücklich machen.“ Dabei sind die Profiköche selbst recht leicht zufriedenzustellen, das Leibgericht von Oehler ist Leberkäse: „Als großer Koch muss man kein großer Esser sein.“ Doch auch als genügsamem Esser kann einem in einem schlechten Restaurant schon mal der Appetit vergehen, damit den Köchen nur dieser vergeht und nichts Schlimmeres hinzukommt, werden alle Küchen im Vorfeld vom Kameramann und Aufnahmeleiter durchgecheckt, verrät Oehler. Doch Hammerschmids Küche blieb da vollkommen unbeanstandet. Genauso wie seine Kochkünste. „Leben an sich hat schon viel mit gutem Geschmack zu tun. Wir sind da in gewissem Sinne kulinarische Patrioten.“ Ein kleines Universalrezept für verzweifelte Hobbyköche hat Oehler dann auch noch parat, bevor er wieder in der Küche verschwinden muss: „Achtsamer Umgang mit frischen Zutaten, gekocht mit viel Respekt und vor allem Liebe.“

Fotos: Stefanie Braun

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Kommentare (1)

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  1. Mona sagt:

    Hi,

    wo bekommt man denn diese 1/2 Meter Servierbrettchen her?

    Danke

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