„Die Mannschaft vertraut mir“

Kevin Smit von den Gladiators Trier im Interview

Gestern haben die Gladiators Trier das 3. Playoffspiel verloren, somit stehen sie am Montag um 20 Uhr unter Zugzwang. Eine Situation, der sich Point Guard Kevin Smit gerne stellt, schließlich will er Verantwortung übernehmen. Wir haben ihn kurz vor Beginn der Serie zum Interview getroffen, wo er mit uns über die Familie Held, seiner Rolle im Team und über Dru Joyce gesprochen hat.

Kevin, Christian Held übernimmt Gladiators zur neuen Saison. Du hast mit ihm schon in Oldenburg zusammen gearbeitet, genauso wie mit seinem Vater Ralph. Wie würdest du einen Held beschreiben?

Die beiden arbeiten hart und sehr gewissenhaft. Man kann sich auf ihr Wort verlassen, sie waren immer Vertrauenspersonen für mich. Und sie merken auch, wenn ihre Spieler besonders fleißig sind. Sie leben das vor.

 

Der Blick zurück

 

Schauen wir zurück auf deine Karriere. Du hast für Oldenburg drei Jahre in der Basketball-Bundesliga, währenddessen aber auch per Doppellizenz in der 4., später durch die Meisterschaft auch 3. Liga gespielt. Dort wurdest du erneut Meister. Wann war für dich klar, dass du durch Basketball dein täglich Brot verdienen kannst?

Ich habe schon während der Schulzeit viel trainiert und die Hoffnung gehegt, Profi-Basketballer zu werden. Nach dem Abschluss stand dann die Entscheidung an und ich habe mich entschlossen, mich voll und ganz auf Basketball zu konzentrieren. Dank der Doppellizenz konnte ich mich in der 1. Liga weiterentwickeln, wir wurden in der ProB Meister und so hat alles seinen Lauf genommen.

Kevin Smit der RÖMERSTROM Gladiators Trier beim Auswärtsspiel gegen die Rheinstars Köln

Kevin Smit. Foto: RÖMERSTROM Gladiators Trier

Was war dann der Grund, dass du von Oldenburg zum Zweitligisten RASTA Vechta gewechselt bist?

In der ProB habe ich sehr gute Leistungen gezeigt, in der Bundesliga als Meisterschaftskandidat hab ich es aber nicht fest in die Rotation geschafft. Dann kam die Überlegung, in der ProA einen Schritt weiterzugehen. In Vechta habe ich dann viel Spielzeit bekommen und mich dann auch dort weiterentwickelt.

Als du nach Trier kamst, warst du zunächst mehrmals nur mit Zeitverträgen ausgestattet worden, bevor dir ein Vertrag bis Saisonende angeboten wurde. Ganz ehrlich, hast du dir da vorstellen können, dass die Moselstadt eine dauerhafte Station werden könnte?

Ich wusste durch die Gespräche mit Marco (van den Berg, Anm. d. R.) schon zu Beginn, dass ihr Plan war, mich für die ganze Saison zu behalten. Wenn man sich nicht vorstellen kann dauerhaft zu bleiben, macht es auch keinen Sinn für nur zwei Monate zu unterschreiben. Dass es dann noch drei Jahre darüber hinaus geht habe ich zwar nicht erwartet, aber da es mir hier sehr gut gefällt, macht das alles Sinn.

 

Der Blick nach vorn

 

Welche Argumente waren denn ausschlaggebend für dich, noch einmal zu verlängern?

Ich finde, der Club macht eine super Arbeit. Wir haben jedes Jahr eine gute Mannschaft zusammengestellt und durch Marco als Trainer eine hohe Kontinuität, die jetzt von Christian weitergeführt wird. Ich kann mich mit der Geschichte der Gladiators voll identifizieren. Dazu gefällt mir die Stadt und mit meinen Mitspielern verstehe ich mich auch sehr gut.

Wenn Marco dich beschreibt sagt er, dass du nicht der Typ Führungsspieler, sondern eher der Arbeiter bist. Siehst du dich auch so?

Ja, ich würde dem zustimmen. Ich sehe mich als hart arbeitenden Spieler, der das jeden Tag zeigen will. Jermaine (Bucknor) und Simon (Schmitz) sind eher die „Vocalists“ als ich. Trotzdem sehe ich mich auch als Führungsspieler in der Hinsicht, weil ich immer den Extra-Schritt gehe, ein gutes Vorbild bin und alles für das Team mache.

„Ich möchte Verantwortung übernehmen“ (Kevin Smit)

Ich möchte Verantwortung übernehmen und tue das auch, bis zum Ende des Spiels. Die Mannschaft vertraut mir. Es gibt nicht viel Schöneres, als auf dem Feld zu stehen, wenn es drauf ankommt und man dann gewinnt.

Deine Quote aus der Distanz (40 %) ist diese Saison stark. Siehst du dich als klassischen Shooter?

Als Schütze sehe ich mich schon. Ich ziehe aber auch zum Korb, vor allem seit dieser Saison wieder. Ich kann die Verteidigung auf mich ziehen und den Mitspieler finden. Und ich sehe mich natürlich als guten Verteidiger.

Kevin Smit

Sucht häufiger den Zug zum Korb als in der Vergangenheit: Kevin Smit. Foto: 5vier.de / Manuel Maus

Apropos Verteidigung: Du hast in der Bundesliga beispielsweise Dru Joyce von der TBB Trier recht gut verteidigt. Der wurde dann später dein Mannschaftskollege in Oldenburg. Welchen Einfluss hatten Spieler seiner Größe auf dich?

Dru war teilweise auch mein Zimmerkollege. Klar, er war ein Vorbild. Man musste in jedem Training mehr als voll da sein, um eine Chance zu haben. Auch Rickey Paulding und Adam Chubb haben mir immer geholfen und mir gezeigt, wie ich mich verhalten soll. Sowohl im Training als auch während den Spielen. Sie haben gesagt wenn ich etwas falsch mache oder mich gelobt, wenn ich was richtig gemacht habe.

Du hast noch kein einziges Spiel der Gladiators verpasst. Wie ist sowas möglich?

Man muss viel auf seinen Körper aufpassen und hart arbeiten. Übungen für die Stabilität, Krafttraining und gute Regeneration sind entscheidend. Außerdem hab ich immer den Willen zu spielen, auch wenn es mal Rückschläge gibt. Aber natürlich gehört auch etwas Glück dazu. Krank war ich immer nur kurz während der Saison.

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