Differdingen verpasst Europapokal-Heimsieg gegen Tallinn

Aus Luxemburg berichtet Andreas Gniffke

Der FC Differdingen 03 trennte sich in der zweiten Qualifikationsrunde zur Europa League 0:0 vom estländischen Vertreter FC Levadia Tallinn und hat es verpasst, sich eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel am kommenden Donnerstag zu verschaffen. Doch auch für Meister Düdelingen sieht es in der Champions League-Qualifikation nicht besonders gut aus.

Das Duell der Pokalsieger aus Luxemburg und Estland endete mit einem torlosen Unentschieden und das insgesamt schwache Spiel passte sich dem schlechten Wetter über weite Strecken an. Dabei kann man dem FC Differdingen nur wenig vorwerfen, ist man doch erst in der Vorbereitung auf die kommende Saison, während der Gegner bereits in vollem Saft steht und zur Zeit Rang zwei in der heimischen Meistriliiga belegt. Letzte Woche trennte sich der FC in einem Testspiel 1:1 von Eintacht Trier (5vier.de berichtete).

Die Gastgeber fanden auch sehr schwer in die Partie und Tallinn kontrollierte das Geschehen zu Beginn deutlich, ohne jedoch zu überzeugenden Torgelegenheiten zu kommen. Nach etwa einer Viertelstunde legte Differdingen aber die Scheu ab und es entwickelte sich eine ausgeglichene Partie. Die erste Chance hatte Philippe Lebresne in der 13. Minute, doch sein Schuss aus dem Getümmel konnte nicht für große Gefahr sorgen. Drei Minuten später hatten auch die Esten ihre erste große Chance. Ein langer Ball fand Vitali Leitan und der insgesamt wenig überzeugende Torwart Julien Weber zögerte beim Herauslaufen, doch konnte die Chance in allerletzter Sekunde gerade so zunichte machen. Differdingen blieb aber die bessere Mannschaft, doch in der Offensive konnten keine großen Akzente gesetzt werden. So plätscherte das Spiel wie der Regen vor sich hin, lediglich Povilas Sarunas konnte mit einem Distanzschuss in der 36. Minute noch einmal für etwas Gefahr sorgen, zielte aber etwas zu hoch. Kurz vor der Pause kamen die Gäste aber doch noch zu einer Großchance. Auf dem rechten Flügel setzte sich der starke Leitan durch und überlupfte den herausstürzenden Torwart Weber. Der Ball wäre auch im Tor gelandet, doch kurz vor der Linie konnte Ante Bukvic klären. Das 0:0 zur Pause war durchaus leistungsgerecht, wobei vor allem die favorisierten Gäste auf ganzer Linie enttäuschten.

Vor lediglich 674 Zuschauern im hauptstädtischen Stade Josy Barthel änderte sich in der zweiten Hälfte nur wenig. Doch nach etwa einer Stunde merkte man Differdingen durchaus an, dass vor allem im konditionellen Bereich noch einige Arbeit auf Trainer Paolo Amodio zukommt, Tallinn war nun die deutlich aktivere und vor allem aggressivere Mannschaft. Doch zwei gute Torgelegenheiten, eine wiederum begünstigt von einer Unsicherheit von Torwart Weber, führten nicht zum Erfolg und die Gastgeber kämpften sich in der Schlussphase zurück in die Partie. In der 79. Minute hatte Ante Bukvic nach einer Ecke vom Ex-Trierer Gilles Bettmer die große Gelegenheit zur Führung, doch seinen wuchtigen Kopfball konnte ein Verteidiger auf der Linie klären. Mehr passierte nicht mehr, Differdingens Trainer Amodio muss sich aber fragen lassen, warum er erst so spät wechselte und zum Beispiel den völlig ausgepumpten Gauthier Caroni bis zum Schluss auf dem Platz ließ. Nach der Leistung gestern muss festgehalten werden, dass der letzte luxemburgische Vertreter in der Europa League-Qualifikationsrunde im Rückspiel in Estland am kommenden Donnerstag nicht chancenlos ist, doch die Aufgabe wird alles andere als einfach werden.

In der zweiten Qualifikationsrunde zur Champions League musste Meister F91 Düdelingen beim NK Maribor aus Slowenien trotz guter Leistung eine 2:0-Niederlage hinnehmen. Somit dürften die Chancen auf ein Weiterkommen am kommenden Dienstag in Düdelingen (Anstoß 18 Uhr) eher gering sein, doch bekanntlich ist im Fußball ja alles möglich…

STATISTIK

FC Differdingen 03 (Trainer Paolo Amodio):
Julien Weber – André Rodrigues, Tom Siebenaler, Ante Bukvic, Stéphane Leoni – Mathias Jänisch, Gilles Bettmer (ab 87. Omar Er Rafik), Philippe Lebresne, Michel Kettenmeyer – Geoffrey Franzoni (ab 75. Pierre Piskor), Gauthier Caroni

FC Levadia Tallinn (Trainer Aleksandr Pustov):
Roman Smisko – Andrei Kalimullin, Igor Morozov, Povilas Sarunas, Taijo Teniste – Konstantin Nahk, Jevgeni Novikov (ab 56. Aleksandr Volodin), Igor Subbotin, Andero Pebre – Vitali Leitan, Valerijus Mizigurskis (ab 58. Janar Toomet)

Schiedsrichter: Vusal Aliyev (AZE)

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