Genusserlebnis erschaffen – Wolfgang Becker über das Beckers XO

Nächste Woche öffnet das Beckers XO im alten Postgebäude in der Fleischstraße seine Pforten. 5vier besuchte das ambitionierte Projekt und sprach mit Wolfang Becker.

Auf dem Platz im Innenhof des alten Postgebäudes wird noch fleißig gepflastert und auch im zukünftigen XO Deli geht es noch hoch her. Wir treffen den Kopf hinter dem Konzept von Beckers XO in der Fleischstraße, wo nächste Woche ein kulinarisches Konzept der besonderen Art an den Start gehen wird.

5vier: Hallo Herr Becker, schön, dass Sie trotz der Hektik der bevorstehenden Eröffnung Zeit für uns haben. Direkt zur Sache: Restaurants gibt es in der Innenstadt Triers viele. Was ist bei Beckers XO anders?

Becker: Es gibt viel in der Innenstadt, das stimmt, aber es ist eben sehr viel Bedarfsgastronomie – „eben schnell mal was essen“ für Touristen und Mittagspausen. Wir wollen mit einer sehr hohen Anforderung an das Produkt eine schlichte, aber eben doch hochwertige und geschmackvolle Küche machen.

5vier: Beckers XO ist mehr als ein Restaurant. Was erwartet einen Gast denn, wenn er ab nächster Woche den Hof des alten Postgebäudes betritt?

Hat noch ein bisschen Arbeit vor sich: Wolfgang Becker im zukünftigen Deli von Beckers XO. Foto: Lars Eggers

Hat noch ein bisschen Arbeit vor sich: Wolfgang Becker im zukünftigen Deli von Beckers XO. Foto: Lars Eggers

Becker: Es sind drei Läden, die wir hier eröffnen. Es wir ein klassisches Restaurant geben – da haben wir Kapazitäten für in etwa hundert Gäste, die sich noch etwas aufteilen werden. Es wird drei Separees, die unter Anderem auch Private Dining ermöglichen werden. Es gibt eine sehr großzügige und sehr kuschelige Bar, wo man den klassischen Barbetrieb, also Getränke, Cocktails und so weiter, finden wird. Als drittes ist dann da das Deli, das ist ein amerikanisches Konzept. Das ist ein Laden, wo man etwas verzehren oder sich was auf die Hand mitnehmen kann. Es ist aber auch möglich, sich dort Gewürze und Zutaten zu kaufen – nicht nur das Stück Fleisch, sondern auch die Pfanne und den Teller – also eine bunte Mischung aus Produkten rund um den Genuss.

5vier: Das Ganze ist als Projekt der „Genuss AG“ ins Leben gerufen worden. Was hat es damit auf sich?

Becker: Ich mache das hier, weil ich immer wieder höre „In der Stadt, da fehlt noch was, da müsste man was in Bewegung setzen“. Kochkursteilnehmer sagen mir, dass sie bestimmte Produkte nicht bekommen, wenn sie etwas zu Hause nachkochen wollen. Ich selber habe das Problem, dass wenn ich mal Abends in die Stadt gehe, ich nicht genau weiß, wohin ich gehen soll – aus diesen Gründen haben wir dieses Objekt in dieser doch recht großen Dimension erdacht. Dabei ergaben sich schnell zwei Fragen: Wie schultern wir ein solch großes Projekt finanziell und wie kann man motivierte Menschen für uns gewinnen? So wurde die Idee einer Aktiengesellschaft geboren. Das hatte zur Folge, dass wir uns zugegebenermaßen sehr lange mit dem recht trockenen Stoff des Aktienrechts beschäftigen mussten, aber wir haben es geschafft und verkaufen nun unsere eigenen Aktien.

5vier: Wie viele Aktionäre sind bereits eingestiegen?

Becker: Wir haben eine dreistellige Anzahl an Aktionären, das ist bei einer Kapitalerhöhung von 49.900 Aktien eine Zeichnungsquote von ungefähr einem Drittel.

5vier: Hier wird überall gearbeitet, das sieht schon nach einem echten Großprojekt aus. Über wie viel Fläche reden wir hier?

Becker: Die gesamte Nutzfläche des Gebäudes, einschließlich aller Nebenräume liegt bei etwas unter 700m². Das Restaurant bekommt etwa 100 Plätze, die Bar etwa 60, das Deli ist ungefähr noch einmal so groß – alles in allem sprechen wir unter dem Strich wohl von in etwa 550m² echter Nutzfläche.

5vier: Am 04. Juni wird Beckers XO eröffnet. Was ist da geplant?

Becker: Am 04. Juni ist geplant, dass die Türen aufgehen – das heißt nämlich, dass wir den 03. Juni überlebt haben. Da steigt unsere Eröffnungsparty mit einer großen Zahl geladener Gäste. Daher werden wir am Vierten morgens erstmal die Spuren und Blessuren des Vorabends beseitigen und dann in den Nachmittags- oder frühen Abendstunden für das Publikum öffnen.

5vier: Die alte Post mutet auf den ersten Blick wie eine ungewöhnliche Location für ein solches Projekt an. Wie sind Sie dazu gekommen?

Becker: Ich bin in den letzten fünf Jahren immer wieder mit offenen Augen durch die Stadt gegangen und habe mich nach tollen Locations umgeschaut – aber es hat sich nie das Richtige angeboten. Als die alte Post zur Verfügung stand, habe ich mich einfach mal pauschal interessiert. Ich dachte eigentlich an die vorderen Räumlichkeiten, aber als wir beim Ortstermin die hinteren Räume besichtigt haben, wusste ich: das geht! Die Lage wäre direkt an der Fleischstraße besser, aber die Atmosphäre hier im Hof ist einfach unverwechselbar.

5vier: Es wird hier im Gebäude noch fleißig gebaut. Was muss bis nächste Woche noch gemacht werden?

Becker: Es gibt zwei große Posten, die noch gemacht werden müssen. Das eine ist die sehr aufwendige Beleuchtung im Restaurant und in der Bar. Der zweite Posten sind die Trennungen – das XO Thema soll ja die drei Bereiche hier miteinander verknüpfen, eben ein Crossover bilden. Dafür werden wir die sehr hohen Räume bei den Durchgängen mit Schwarzblechwänden niedriger gestalten. Eben diese Trennwände werden hier hinter uns gerade zusammengebaut.

5vier: Auch der Innenhof wird neu gepflastert. Was soll da passieren?

Becker: Wir haben das gastronomische Nutzungsrecht für das gesamte Gebäude, das schließt den Hof mit ein. Es ist aber nicht beabsichtigt den ganzen Hof mit Tischen zu pflastern. Wir wollen mit Loungemöbeln kleine gemütliche Oasen erschaffen, nicht eine lange Reihen von Tischen und Stühlen Lehne an Lehne.

5vier: Gibt es weitere Pläne für die Zukunft?

Becker: Wir wollen uns erst einmal auf dieses Projekt konzentrieren, das ist schon eine echte Herausforderung. Es ist uns klar, dass wir nicht am Tag Eins der Eröffnung bei hundert Prozent stehen, wir wollen das Projekt immer lebendig gestalten; das heißt, dass die Restaurantkarte sich genauso entwickeln wird, wie das Angebot in der Bar oder im Deli – ich bin mir sicher, dass sich da ein Klientel finden wird, welches ihre Wünsche und Forderung an uns heranträgt. Wir bleiben da ganz dynamisch und werden auch mit unseren Eigenmarken und selbst produzierten Waren ganz offen umgehen.

5vier: Ein letztes Wort an unser Leser?

Becker: Kommt vorbei! (lacht) Vielleicht nicht alle auf einmal, sondern der Reihe nach.

5vier: Herr Becker, vielen Dank für das Gespräch. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg und alles Gute für Ihr Vorhaben. 

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Kommentare (1)

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  1. Bine sagt:

    Das klingt wirklich klasse – und die alte Post ist ja ein super Standort. Ich hoffe, das Konzept kann sich trotz Bitburger, Louisiana und Nikos behaupten.

    Dürfen wir auf einen Nachbericht mit Bildern des fertigen XO hoffen? 🙂

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