Peter Rubeck trifft auf seinen alten Verein

Eintracht Trier reist am Sonntag zum SVN Zweibrücken

Von Stephen Weber

Am Sonntag trifft Eintracht Trier anlässlich des dritten Spieltages der Regionalliga Südwest auf Aufsteiger SVN Zweibrücken. Der Trainer des Liga-Neulings ist dabei aus Trierer Sicht ein alter Bekannter: Peter Rubeck, der zwischen 1981 und 1986 für den SVE auflief, coacht seit nunmehr sieben Jahren den Zweibrücker Sportverein.

SVN Zweibrücken

Der SVN Zweibrücken stieg in der vergangenen Saison souverän in die Regionalliga Südwest auf (Foto: Sebastian Schwarz)

„Eintracht Trier ist halt Eintracht Trier. Wir sind dagegen nur die Mannschaft aus Zweibrücken“, übt sich Peter Rubeck (52) – angesprochen auf das anstehende Duell – in der Rolle des Underdogs. Am kommenden Sonntag erwartet ihn und sein Team das Kräftemessen mit dem Verein, bei dem er in den frühen Achtzigern auf Torejagd ging. „Ich habe damals in Trier noch mit Rudi Thömmes gespielt. Wir haben zum Beispiel im Jahr 1986 Bayer Uerdingen als amtierenden Pokalsieger aus dem Wettbewerb geworfen und sind daraufhin erst im Achtelfinale gegen Leverkusen ausgeschieden“, erinnert sich Rubeck an seine Zeit an der Mosel zurück.

Rund 27 Jahre später lenkt der Fußballlehrer in 110 Kilometer Entfernung die Geschicke des SVN Zweibrücken – und das mit beachtlichem Erfolg. Als der ehemalige Angreifer den Fußballverein im Jahr 2007 übernahm, kickte dieser noch in der Verbandsliga unter dem Namen SV Niederauerbach im Niemandsland der deutschen Fußball-Peripherie. Seit seinem Amtsantritt stehen allerdings binnen einer halben Dekade zwei Aufstiege, eine Vizemeisterschaft und zwei DFB-Pokal-Teilnahmen in der Vita des Fußballklubs. Der jüngste Erfolg war der souveräne Aufstieg in die Regionalliga Südwest, in der er nun am Wochenende auf den SVE trifft: „Es ist mein erstes Aufeinandertreffen in einem Punktspiel gegen Trier. Es freut mich für mich und meine Mannschaft, dass es soweit kam. Darauf können wir stolz sein, weil wir es uns über Jahre hinweg erarbeitet haben.“

Zwischen Profitum und Amateurfußball

Die Erfolgsgeschichte der 30.000-Einwohner-Stadt liest sich beeindruckend – auch nach dem Saisonstart in der neuen Spielklasse. Vier Punkte in zwei Spielen (1:1 gegen Neckarelz, 1:0 über Ulm) durfte der SVN auf seinem Konto verbuchen. Doch trotz des formidablen Einstands gibt sich der Trainer bescheiden: „Da muss man realistisch bleiben. Das sind vier Punkte gegen den Abstieg.“ Und versucht, die ersten Wochen sachlich einzuordnen: „Ehrlich gesagt, wussten wir gar nicht so genau, was da auf uns zu kommt. Wir sind zwar nicht überrascht über den Saisonstart, aber dafür sehr erfreut. Wir waren im Sommer bemüht, im Rahmen unserer finanziellen Möglichkeiten gute Spieler zu verpflichten, um so dem höheren Aufwand in der Regionalliga gerecht zu werden. Hier ist alles wesentlich athletischer, worauf wir uns erst noch richtig einstellen müssen.“

Dabei wandelt Zweibrücken auf einem schmalen Grat zwischen Profifußball und Amateurstatus. 13 Spieler des 23-Mann-Kaders befinden neben ihrer sportlichen Karriere in beruflichen Arbeitsverhältnissen – ebenso wie ihr Trainer: „Es ist Wahnsinn. Ich arbeite unter der Woche und abends trainiere ich die Mannschaft. Letzte Woche habe ich mir zwei Spiele angesehen, war danach am Samstag in Ulm, tags darauf in Großaspach. Der Aufwand ist wirklich enorm. Da fragt man sich, wie lange man so etwas machen kann.“ Dass nicht mehr Vollprofis in Zweibrücken beschäftigt werden, hakt derzeit noch am finanziellen Rahmen des Vereins: „Da wir nur abends trainieren können, müssen wir halt dann einfach mehr machen, um das auszugleichen“, verdeutlicht Rubeck.

„Nichts zu verlieren“

Rudi Thömmes

Rudi Thömmes spielte damals an der Seite von Peter Rubeck im Trikot von Eintracht Trier

Während gleich elf Neuzugänge den Kader in der Sommerpause umfassend verstärkten, blieb die zentrale Achse der vergangenen Spielzeit mit Andreas Haas, Andreas Backmann, Martin Gries und Thorsten Hodel bestehen. Dementsprechend soll auch die Defensivstärke aus der vergangenen Saison, als man in 34 Spielen nur 23 Gegentore kassierte, mit in die Regionalliga übernommen werden, bescheinigt Rubeck: „Wir müssen weiterhin versuchen, hinten gut zu stehen und als Grundprinzip aktiv gegen den Ball arbeiten. Nur so hat man in der neuen Liga eine Chance, wie wir an den ersten beiden Spieltagen gesehen haben.“

Bei der Zielformulierung für das Duell gegen die Eintracht bleibt der Trainer trotz des famosen Saisonstarts bescheiden: „Wir spielen als Aufsteiger gegen eine Mannschaft, die ganz andere Ziele hat. Deshalb haben wir zwar nichts zu verlieren, aber es wird trotzdem schwer. Wir werden einfach alles versuchen, um einen Punkt zu erkämpfen.“ Anstoß ist am Sonntag um 14 Uhr im Sportpark Husterhöhe in Pirmasens.

+++Regionalliga in Kürze+++

TuS Koblenz: Die TuS Koblenz hat sich die Dienste des Deutsch-Australiers Max Haubus gesichert. Der 20-jährige Mittelfeldspieler war bereits mehrere Wochen als Testspieler bei den „Schängeln“ aktiv. Zuletzt lief der Rechtsfuß für den englischen Verein Laburnum Rovers FC (9. Liga) auf. Torwart Paul Iordache verlässt dagegen die Koblenzer schon wieder. Erst vor der Saison war der 21-jährige Rumäne von Politehnica Timisoara nach Koblenz gekommen. „Es hat nicht gereicht“, so Präsidiumsmitglied Thomas Theisen zum Abgang. Iordache kehrt in seine rumänische Heimat zurück.

SG Sonnenhof Großaspach: Für drei weitere Jahre kann die SG Sonnenhof Großaspach mit Manuel Fischer planen. Der Vertrag des Angreifers wurde bis 2016 verlängert. „Es ist ein sehr positives Zeichen, dass wir Manuel Fischer langfristig an uns binden konnten und wir unseren eingeschlagenen Weg gemeinsam mit ihm weiterverfolgen. Er ist ein wichtiger Bestandteil der Mannschaft“, so SGS-Sportdirektor Joannis Koukoutrigas. Fischer war im Januar 2013 von der SpVgg Unterhaching gekommen und markierte in der abgelaufenen Saison vier Treffer bei sieben Einsätzen.

FSV Mainz 05 II: Angreifer Marcel Kärcher vom FSV Mainz 05 II unterzieht sich demnächst einer Herzoperation. „Der Eingriff ist nicht so dramatisch und wird ihn nicht nachtäglich beeinträchtigen“, sagt FSV-Teammanager Darius Salbert.

FC 08 Homburg: Jörg Kühn ist mit sofortiger Wirkung von seinem Amt als dritter Vorstandsvorsitzender des FC 08 Homburg zurückgetreten. Der Rechtsanwalt kehrt nun in den Aufsichtsrat der Saarländer zurück und bleibt damit weiterhin Stellvertreter von Dieter Knicker.

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Kommentare (1)

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  1. Anmerkung sagt:

    Wir sind gegen Leverkusen 1986 nicht im Halbfinale rausgeflogen, sondern schon 2 Runden vorher im Achtelfinale.

    Aber allein der Sieg in Uerdingen war schon „gefühltes“ Finale. Das war Weltklasse!

    2x Kohr 1x Brinsa

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