DFB-Pokal: „Konzentration, um den Underdog zu beherrschen“

Pünktlich zum anstehenden Pokalkracher der Eintracht gegen den Hamburger Sportverein beschäftigt sich 5vier intensiv mit der Partie. Die Berichterstattung hat ihr Augenmerk auf viele verschiedene Themen rund um das Schlagerspiel. Nach den Pokal-Erinnerungen von Harald Kohr kommt heute ein waschechter HSV-Fan zu Wort.

Philipp Ziermann (22) zog diesen Sommer von Hamburg nach Trier. Der glühende HSV-Fan hat an der Fachholschule Trier ein Studium der Betriebswirtschaftslehre aufgenommen. Ein gefälliger Zufall, dass gerade sein HSV am Dienstag zum Pokalfight in der Moselstadt zu Gast ist. Auch Philipp ist mit von der Partie, als Mitglied beim Hamburger Sportverein hatte er ein Vorkaufsrecht für die begehrten und sehr limitierten Gästekarten.

Ein Nordlicht an der Mosel

„Als uns Trier zugelost wurde, wussten die meisten wohl nur dass es eine lange Fahrt werden wird“, beschreibt Philipp die allgemeine Stimmungslage unter dem Fananhang der Nordlichter. In der Tat: Gegen Trier traf man allenfalls im Pokal aufeinander (5vier berichtete). Zu einem Duell in der Liga kam es gegen das Gründungsmitglied und „Dino“ der Bundesliga nie. Doch spätestens nach dem letzten Pokalspiel, das Martin Hauswald in der 89. Spielminute in einem Herzschlagfinale gegen Stadtrivalen FC St.Pauli entschied, war die Eintracht in aller Munde. „Die Schadenfreude war groß“, lacht Philipp, der HSV sah in den Derbys der letzten Saison alles andere als gut aus. Er erinnert sich gerne, doch relativ schnell kommt der Dämpfer: „Aber das Spiel sollte dem HSV auch eine Warnung sein!“

Die Rothosen haben sich innerhalb der letzten zwei Jahre von einem international etablierten Club zum Sorgenkind der Liga entwickelt. Vorbei sind die Glanzzeiten von Raffael van der Vaart, Nigel de Jong oder Vincent Kompany. Heung-Min Son, Gökhan Töre oder Jeffrey Bruma heißen die neuen Hoffnungsträger in einer bisher trüben Saison 2011/12. Der HSV muss, den Finanzen notgedrungen, einen Umbruch einleiten. Chefkonstrukteur der neuen Strukturen in Hamburg ist Frank Arnesen. Der Däne ist international ein sehr hoch angesehener Fachmann, keine geringeren Clubs wie den FC Chelsea, die Tottenham Hotspurs oder den PSV Eindhoven findet man in der Vita des ehemaligen Nationalspielers. Arnesen ist alles: Sportlicher Leiter, Vorstandsmitglied und Interimstrainer in Personalunion. Als Ersatz für den glücklosen Michael Oenning lotste Arnesen Thorsten Fink vom Rhein an die Elbe. Fink tauschte Championsleague in Basel gegen kühlen Abstiegskampf in Hamburg.

„Trier hat nichts zu verlieren!“

Auch Student Philipp Ziermann setzt große Hoffnung in den langjährigen Bayern-Spieler: „Thorsten Fink konnte große Erfolge mit dem FC Basel feiern. Die Bundesliga ist für ihn der logische nächste Schritt auf der Karriereleiter. Ich hoffe, dass er genügend Zeit und Unterstützung in diesem unruhigen Umfeld erhält. Nur dann kann er die Wende schaffen und auch langfristige Erfolge mit dem HSV feiern!“

Unruhiges Umfeld beschreibt den HSV der letzten Jahre wohl am besten. Elf Trainer in zehn Jahren, ein schmeichelhafter Höchstwert. Zuletzt musste Micheal Oenning seinen Stuhl räumen. „ Der personelle Umbruch war offensichtlich zu abrupt. Michael Oenning hat die Mannschaft offenbar nicht mehr erreicht“, resümiert der Neu-Trierer.

Für den Pokalfight gibt sich Philipp siegessicher: „ Alles andere als ein Sieg wäre eine Riesenenttäuschung!“ Obwohl auch der Eintracht in Hamburg mittlerweile der Ruf als „Pokalschreck“ vorrauseilt, zählen für ihn die „eigenen Gesetze des Pokals“ nicht als Ausrede. Auch von dem Thema „Unterschätzen“ will er nichts wissen. „Nein, das sollte es im Pokal nicht mehr geben. Ich hoffe, dass die Motivation und Konzentration aufgebracht wird um den Underdog zu beherrschen!“

Die Eintracht ist dem Student täglich allgegenwärtig. Schaut er aus seinem WG-Zimmer, so kann er die blauen Flutlichtmasten erkennen. Das Moselstadion liegt direkt vor seiner Haustür. Persönlich gescoutet hat er die Eintracht auch schon: Zum Nachbarschaftsduell in Koblenz fand sich der Hamburger im Trierer Gästeblock und machte sich ein Bild vom kommenden Pokalgegner. Auch in Zukunft möchte er sich ein paar Spiele in Regionalliga anschauen. „Ganz ohne Fußball geht’s halt nicht!“, spricht der BWL-Lehrling und schaut wieder in seine Bilanzbücher.

 ++++++++Eintracht in Kürze++++++++

Es herrscht reges Treiben im Moselstadion. In der Ostkurve wird derzeit die Zusatztribüne aufegbaut, die Baustellen der Verkaufsbuden machen ebenfalls große Fortschritte. Außerdem wurde eine neue Metalltreppe als Aufgang zu Gegengerade gebaut.

Die Zusatztribüne in der Ostkurve – Foto: Alexander Heinen

10300 Besucher werden am Dienstag dabei sein, darunter rund 2000 Anhänger des sechsfachen Deutschen Meisters aus der Hansestadt. Trotz Zusatztribüne wird die Zuschauerzahl nur geringfügig über der angestammten Kapazität von 10256 liegen: Zwischen dem Fanbereich der Hamburger in der Westkurve und den SVE-Fans auf der Gegengeraden muss ein Sicherheitspuffer eingerichtet werden, wodurch wiederum einige hundert Stehplätze nicht in den Vorverkauf gingen. Die Kassenhäuschen am Dienstag bleiben geschlossen.

Um jüngeren Besuchern die Sicht aufs Spielfeld zu erleichtern, ist der Juniorblock in der Ostkurve geöffnet. Kinder bis zwölf Jahre haben hier in Begleitung eines Erwachsenen Zutritt.

+++++Gewinnspiel+++++

Das DFB-Pokalspiel zwischen Eintracht Trier und dem Hamburger SV ist restlos ausverkauft. Bei 5vier.de könnt Ihr aber noch 2×2 Eintrittskarten für den Pokalknaller am Dienstag, 25. Oktober, um 20.30 Uhr gewinnen. Die Tickets gelten für die Zusatztribüne, die extra im Moselstadion aufgebaut wird. Hier geht es zum Gewinnspiel.

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