0:0 im Dämmerlicht von Idar-Oberstein

Von Florian Schlecht (Text), Anna Lena Grasmück (Fotos), Benjamin Judith und Holger Görgen (Video)

Der Höhenflug von Eintracht Trier wurde nach zwei Siegen in Folge leicht abgebremst. Beim SC Idar-Oberstein musste sich der Fußball-Regionalligist nach vielen vergebenen Chancen im ersten Durchgang mit einem 0:0 begnügen.

Die Dämmerung war schon über dem Stadion „Im Haag“ eingebrochen, als die Regionalliga-Fußballer des SC Idar-Oberstein und von Eintracht Trier nach 90 intensiven Minuten in die Kabinen trotteten. Das Flutlicht leuchtete auf Sparflamme und so war es schon düster, als das Spiel um 20.50 Uhr abgepfiffen wurde. In der Dunkelheit an der Nahe mussten sich die Schützlinge von Roland Seitz mit einem 0:0 begnügen, wodurch der jüngste Höhenflug nach zuletzt zwei Siegen leicht abgebremst wurde. Besonders im ersten Durchgang verpasste es die Eintracht in einem turbulenten Spiel mit vielen Chancen, frühzeitig die Weichen auf den dritten Triumph in Folge zu stellen. Nach dem Seitenwechsel drängten die kampfstarken Platzherren vor 932 Zuschauern deutlich stärker auf das Tor des Favoriten und verdienten sich so mit ihrem Einsatz und eigenen Möglichkeiten den Punkt im Nachbarschaftsduell.“Wir haben aufopferungsvoll gearbeitet“, jubelte Sascha Hildmann, der Trainer der Platzherren.  „Es gibt an der Leistung nichts auszusetzen“, befand hingegen Eintracht-Kapitän Fouad Brighache. „Wir müssen nur einen von unseren Dingern machen und kaltschnäuziger werden.“

Eintracht Trier war nach dem 1:0-Sieg im Derby gegen Wormatia Worms mit unveränderter Startformation in die Begegnung gestartet. Fabian Zittlau saß trotz eines leichten Muskelfaserrisses in den Adduktoren auf der Bank. Das galt auch für Stephan Loboué, der Anfang der Woche für das Tor verpflichtet wurde. Seine Spielberechtigung war am Mittwoch auf der Geschäftsstelle eingetrudelt.

Trier verpasst vor der Halbzeit die Führung

Der Neuzugang sah die erwartet zähe Begegnung zwischen einer Heimelf, die mit vier Offensivspielern früh die Eintracht-Verteidiger attackierte und mit den verbleibenden sechs Feldspielern das Tor verteidigte. In der Folge kamen beide Seiten zu Möglichkeiten. Chhunly Pagenburg prüfte mit einem 25-Meter-Schuss SC-Keeper Nico Adami, der schnell unten war (11.). Alon Abelski traf wenig später freistehend das Außennetz (15.). Auf der Gegenseite bremste Torge Hollmann einen beherzten Sololauf von Eric Wischang erst in höchster Not (18.). Trier hatte kurz darauf Pech, als Adami eine fulminante Abnahme von Steven Kröner parierte (22.). Und der Torhüter glänzte erneut, als er einen Distanzschuss von Abelski mit den Fingerspitzen zur Ecke lenkte (32.). Machtlos wäre Adami dann bei einem Kopfball von Torge Hollmann gewesen, dem eine feine Flanke aus bester Position über den Scheitel rutschte (33.). „Den muss ich machen“, monierte der Innenverteidiger zerknirscht.

Seitz erntet Pfiffe bei der Pressekonferenz

Im zweiten Durchgang trat die Heimelf dann forscher auf, während die Eintracht sich weiter zurückzog. Roland Seitz fühlte sich zwar wie in einem „Pokalspiel, in dem die einen viel rennen und die anderen nur die Bälle weghauen“, wodurch er die Spielweise der Heimelf kritisierte. Doch die Sichtweise hatte der Trainer exklusiv, bei den Zuhörern im VIP-Raum erntete er für die Bemerkung Pfiffe und Buhrufe. Und auch Widerspruch von Sascha Hildmann. „Ich fand, dass wir teilweise hervorragenden Fußball gespielt haben.“ In der Tat flackerte das Talent der Eintracht nur noch in Ansätzen auf, während auf der anderen Seite Andreas Lengsfeld mehrfach gefordert wurde. Der Torhüter lenkte einen weiten Freistoß von Eugen Vetter in letzter Sekunde über die Latte (49.), wenig später parierte er einen strammen Schuss seines ehemaligen Mannschaftskollegen Holger Knartz (54.).

Trier verbuchte kurz vor Schluss seine letzte Möglichkeit, als ein Abstauber von Pagenburg vor der Linie geklärt wurde (88.). Für Unmut sorgte bei Torge Hollmann eine strittige Elfmeterszene, bei der er von Paul Garlinski angegangen wurde. „Den muss er pfeifen“, schimpfte der Verteidiger im Dämmerlicht von Idar-Oberstein. „So bin ich mit dem 0:0 absolut unzufrieden.“

Statistik

SC Idar-Oberstein – Eintracht Trier 0:0 (0:0)

Idar-Oberstein: Adami – Maurer, Schunck, Garlinski, Vetter – Schwartz, Lehmann – Knartz, Medjedovic, Wischang – Stumpf (85. Jorrin).

Trier: Lengsfeld – Konrad, Klinger, Hollmann, Brighache – Kröner – Lewerenz, Abelski, Kuduzovic (72. Zittlau), Watzka (81. Fuchs) – Pagenburg.

Schiedsrichter: Kai Vonderschmidt (Mühlheim).

Tore: Fehlanzeige

Zuschauer: 932.

Der Spielbericht im Video

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Kommentare (3)

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  1. Sievo sagt:

    fan,
    ich kann dir nur beipflichten. Andreas Lengsfeld verdient ein großes Lob. Ohne seine Paraden hätten wir verloren.

  2. KiCo sagt:

    Das waren die Stimmen von Fouad Brighache und Steven Kröner und nicht von Baldo di Gregorio und Steven Krönert!

    Chance nicht Schangse!

    Anm. d. Red.: Der Fehler wurde korrigiert.

  3. fan sagt:

    also,mir fällt es schwer seitz“ positive“ sichtweise zu verstehen,weiß mittlerweile auch nicht, ob sein taktisches
    schema wirklich clever ist-
    die zweite halbzeit ging chancenmäßig ganz klar an idar oberstein, in dem zusammenhang mal ein kräftiges lob für
    andreas lengsfeld

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