Eintracht Trier: Fünf Stürmer-Tore beim 7:0 gegen Union Luxemburg

Ein stürmisches Testspiel, das Trainer Roland Seitz nicht einzuschätzen wusste: Eintracht Trier siegte auf dem Kunstrasen des Moselstadions mit 7:0 gegen den RFC Union Luxemburg. In den Vordergrund spielten sich die Angreifer Thomas Kraus, Wojciech Pollok und Ahmet Kulabas.

Wojciech Pollok tankte mit zwei Toren Selbstvertrauen. Foto: Anna Lena Grasmück

Roland Seitz war dick eingehüllt in einer Trainingsjacke und einer Mütze. „Was soll ich sagen?“, fragte der Trainer von Eintracht Trier nach dem 7:0-Erfolg im Testspiel gegen den RFC Union Luxemburg rhetorisch und rätselte. Der Oberpfälzer schwankte zwischen einem zufriedenen Lob über eine spielfreudige Leistung seiner Mannschaft auf dem Kunstrasenplatz des Moselstadions und einem Rätselraten über das Vermögen des Gegners. Denn während der Fußball-Regionalligist mit schnellen Kombinationen und fein herausgespielten Toren glänzte, war der luxemburgische Erstligist an diesem Tag nicht mehr als ein harmloser Sparringspartner. „Aber auch in so einem Spiel muss man erst mal sieben Tore schießen. Wir waren aggressiv in den Zweikämpfen und haben schnell nach vorne gespielt.“

Ins Rampenlicht beförderten sich an diesem stürmisch-regnerischen Tag ausgerechnet die Stürmer im Kader, die es zusammengerechnet alleine auf fünf Treffer brachten. 75 Minuten lang harmonierten Thomas Kraus und Wojciech Pollok mit Arbeitswut, Einsatz und Torgefahr. Nach dem 1:0 durch Denny Herzig, der einen Freistoß von Thomas Drescher im Getümmel mit dem Kopf verwandelte (13.), drehte das Angriffsduo auf. Einen feinen Doppelpass mit Pollok schloss Kraus aus 18 Metern mit einem wuchtigen Schuss ab (17.), dem 3:0 durch Fahrudin Kuduzovic (23.) ging ein Sololauf des blonden Stürmers voraus.

Kraus wieder mit einem Doppelpack

Thomas Kraus fühlt sich wohl in der Angreifer-Rolle.

Im zweiten Durchgang tankte dann auch Pollok Selbstbewusstsein, als er frei vor dem Gäste-Torhüter die Nerven bewahrte (50.) und einen Pfostentreffer abstaubte (73.). Der Aluminium-Abpraller vor dem 5:0 kam natürlich von Kraus, der wenig später seinen persönlichen Doppelpack schnürte, als er eine Vorlage des eingewechselten Ahmet Kulabas verwandelte (80.). Damit bestätigte der gebürtige Bamberger seinen Torhunger, den er schon in der Woche zuvor mit den beiden Treffern beim 2:0-Sieg in Darmstadt demonstriert hatte. Doch auch Kulabas stand seinen Angriffskollegen bei seinem 15-Minuten-Einsatz nach überstandener Mittelfußprellung in nichts nach und setzte den Schlusspunkt zum 7:0 (82.).

Anders als bei der 0:1-Testspielpleite gegen den CS Grevenmacher vor vier Wochen attackierte der RFC Union Luxemburg deutlich früher und bot so viele offene Räume. Die nutzte die Eintracht durch Tempofußball und überlegte Spielzüge aus. Zugleich gefielen Daniel Bauer und Torge Hollmann als Balleroberer und Gestalter im defensiven Mittelfeld. „Wenn man bedenkt, dass neun Spieler in der Anfangself standen, die auch gegen Grevenmacher gestartet sind, sieht man aber schon eine Entwicklung“, freute sich Trainer Seitz über deutlich mehr Ideen und Kreativität. Auch das Lazarett mit den verletzten Spielern lichtet sich langsam, obwohl Herzig und Kuduzovic kleinere Blessuren haben. Die zuletzt angeschlagenen Andreas Lengsfeld und Benjamin Pintol spielten in der zweiten Halbzeit durch, Jeremy Karikari durfte ebenfalls 30 Minuten mitwirken. Auf Chhunly Pagenburg wird Seitz aber wohl mindestens eine weitere Woche warten müssen. „Es sieht nicht danach aus, dass er in der nächsten Woche wieder ins Training einsteigt“, so der Trainer. Am kommenden Samstag soll im Moselstadion wieder Regionalliga-Fußball gespielt werden. Dann trifft Eintracht Trier auf Fortuna Köln (14 Uhr).

Statistik

Eintracht Trier: Poggenborg (46. Lengsfeld) – Cozza, Stang, Herzig (75. Asma), Drescher (60. Knartz) – Hollmann, Bauer (60. Karikari) – Kuduzovic (46. Pintol), Zittlau – Pollok (75. Kulabas), Kraus.

Tore: 1:0 Herzig (13.), 2:0 Kraus (17.), 3:0 Kuduzovic (23.), 4:0, 5:0 Pollok (50., 73.), 6:0 Kraus (80.), 7:0 Kulabas (82.).

+++++Eintracht in Kürze+++++

Bachl-Staudinger und Breu besuchten Testspiel – Max Bachl-Staudinger war zu Besuch in Trier, um noch einige Sachen aus der alten Wohnung in Richtung Bayern abzuholen. Dabei erlaubte sich der Ende Januar zur SpVgg. Unterhaching abgewanderte Mittelfeldspieler gleich ein sportliches Wochenende an der alten Wirkungsstätte. Erst schaute er seinen alten Kollegen beim 7:0-Testspielerfolg gegen den RFC Union Luxemburg zu, später besuchte er mit ein paar Kumpels noch das Spiel der TBB Trier in der Basketball-Bundesliga gegen Phoenix Hagen. „Ich freue mich jetzt auf die neue Aufgabe“, so der 21-Jährige, der in Unterhaching derzeit noch im Hotel wohnt, dort bald aber eine neue Bleibe hat. Am Mittwoch tritt er mit der Drittliga-Mannschaft von Heiko Herrlich bei Carl Zeiss Jena an. Auch der ehemalige Nachwuchskoordinator und Trainer der Eintracht, Reinhold Breu, guckte sich das Testspiel am Kunstrasen des Moselstadions an.

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