Adieu, Aufstiegsträume – 0:3-Blamage

Von Florian Schlecht (Text), Anna Lena Grasmück (Fotos), Benjamin Judith und Holger Görgen (Video)

Was für ein katastrophaler Nachmittag im Moselstadion. Mit 0:3 blamierte sich Eintracht Trier gegen den SC Idar-Oberstein. Einen Bärendienst erwies Steven Lewerenz seiner Mannschaft. Nach einem Kopfstoß flog der Mittelfeldspieler früh vom Platz. Auch ein Spruch von Trainer Roland Seitz heizte die Motivation der Gäste im Vorfeld kräftig an.

Das 100. Regionalligaspiel in Folge als Trainer von Eintracht Trier hatte sich Roland Seitz sicher ganz anders vorgestellt. Nichts anderes als eine Blamage war es, die seine Mannschaft bei der 0:3-Heimpleite gegen den SC Idar-Oberstein vor 1.315 Zuschauern erlebte. „Ich muss mich bei allen Beteiligten im VIP-Zelt und auf den Rängen entschuldigen. Ich habe oft die Hand über die Mannschaft gehalten, weil die Zusammenarbeit passt. Aber heute bin auch ich geknickt und enttäuscht“, sagte der Oberpfälzer. Mit einer waghalsigen Aussage im Vorfeld hatte aber auch der Fußballlehrer für Elan bei  Idar-Oberstein gesorgt, während es zugleich bei der eigenen Elf am nötigen Schwung und Bewusstsein für die Schwere der Aufgabe fehlte. „Sie werden mit zwei defensiven Viererketten hier auflaufen und Beton anrühren. Vorne soll dann der liebe Gott helfen“, hatte Seitz sich auf der Homepage von Eintracht Trier in Richtung des Gegners zitieren lassen – und so die Gäste zusätzlich angespornt. „Das hat die Mannschaft wahrgenommen. Für mich ist das unglücklich formuliert und spricht von mangelndem Respekt“, kritisierte Trainer Sascha Hildmann. „Wir haben hier drei Tore geschossen – da war nicht viel vom lieben Gott dabei“, antwortete Ex-Trierer Holger Knartz, der glücklich über die Rückkehr nach Trier war.

Bärendienst von Lewerenz

Für seine alten Mannschaftskollegen war es ein Arbeitstag zum Vergessen. Adieu, Aufstiegsträume! Ohne Inspiration, schnelles Aufrücken, teilweise fehlte gar die Disziplin. Aber der Reihe nach: Die Gäste gingen durch ihre erste Möglichkeit in Führung, als Jan-Marlon Stutz eine Kopfballvorlage gegen die schläfrige Eintracht-Defensive hellwach verwertete (14.). Bis dahin war es ein Spiel, das Trier kontrollierte, ohne gefährlich zu werden. Der Tiefpunkt folgte wenige Minuten nach dem Rückschlag: Steven Lewerenz erwies seinem Team einen Bärendienst, als er Tim Schwartz mit einem Kopfstoß niederstreckte. „Er wollte eine Schwalbe schinden. Ich habe ihn gefragt, vielleicht etwas provoziert, aber Emotionen gehören zum Fußball dazu“, so Schwartz. Lewerenz tat ihm den Gefallen und holte zur Tätlichkeit aus. Ein unverzeihlicher Aussetzer des Mittelfeldspielers, der nach einem Mittelhandbruch gerade erst wieder in das Team gerückt war. Die Rote Karte – sie war mehr als verdient. Seitz fand deutliche Worte: „Steven Lewerenz hat uns das Messer hinten rein gestochen.“

In Unterzahl wirkte Trier zunächst unsortiert und fand erst vor dem Pausenpfiff zur Ordnung. Fouad Brighache leistete ein enormes Laufpensum, indem er als Außenverteidiger auch die Angriffe in der Offensive einleitete. Häufig fehlte es aber am letzten Ball. „Trotzdem entwickelt sich manchmal mit einem Mann mehr eine Eigendynamik, vor der ich Respekt habe“, warnte Hildmann sein Team. Zurecht. Denn nach der Halbzeit erlebte die Heimelf ihre beste Phase. Alon Abelski scheiterte doppelt an Gästekeeper Martin Michel (50., 51.), der hellwach war. Auf der anderen Seite war Trier offen für Konter. Andreas Lengsfeld rettete so gegen den durchgestarteten Eric Wischang (62.). In der 72. Minute konnte aber auch der Torhüter, der für den angeschlagenen Stephan Loboué begann, nichts mehr retten. Nach drei Paraden, bei denen die Defensive nur Spalier stand, bugsierte der eingewechselte Christoph Schmell den Ball im vierten Anlauf über die Linie (71.). Gündüz ließ darauf das 0:3 folgen (73.), den Schlusspunkt eines unrühmlichen Nachmittags, der ein Abgesang auf alle Träume von der 3. Liga war.

Die Mannschaft wurde mit Pfiffen in die Kabine begleitet, auf dem Rasen zelebrierte Idar-Oberstein seinen Tanz der Genugtuung. „Wir haben in jedem Spiel einen Plan“, jubilierte Hildmann in die Trierer Tristesse hinein.

Statistik und Noten

Eintracht Trier – SC Idar-Oberstein 0:3 (0:1)

Trier: Lengsfeld (2,5) – Brighache (4), Konrad (4,5), Hollmann (4), Zittlau (4) – Kröner (4,5), Klinger (3) – Lewerenz (6), Abelski (4,5), Anton (4, ab 80. Kuduzovic) – Pagenburg (4,5, ab 80. Sözen).

Idar-Oberstein: Michel – Maurer (35. Vetter), Schunck, Garlinski, Schug – Lawnik – Knartz, Schwartz, Wischang – Stutz – Gündüz.

Schiedsrichter: Boris Reisert (Rödermark)

Tore: 0:1 Stutz (19.), 0:2 Schmell (71.), 0:3 Gündüz (73.).

Rote Karte: Lewerenz (23., Tätlichkeit).

Zuschauer: 1.315.

Spieler des Spiels: Martin Michel. Der Torwart des SC Idar-Oberstein stand nicht unter Dauerfeuer, wehrte aber mit einer souveränen Leistung das mögliche 1:1 in der besten Trierer Phase zu Beginn des zweiten Durchgangs ab. Generell bleibt zu sagen: Damit hob er sich leicht aus einer starken, kompakten Mannschaftsleistung der Gäste hervor.

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Kommentare (10)

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  1. schustermanni sagt:

    wodie saison,so gut wie gelaufen ist , hat es jetzt wohlkeinen sinn, den trainerbei seinem jetzigen vertrag zuentlassen, denn dies kostet nur geld, was wirnicht haben, sonst pflichte ich allen komentarenzu, auch dem hinweis ,mit unserer jugendzu,aber dies haben wir ja schonalles propiert,und hat nicht funktioniert, so werden wir weiter ausbilder für salmrohr,mainz usw. bleiben ,sollte der vorstand zurücktreten wer bitteschön sollte es machen? freiwilligemit dem nötigengeld und sachverstand vor ,trotz allem wir habenimmer noch ein ziel , den rheinlandpokalund ob wir dies mit der derzeitigen unruhe schaffen , sei einmal in frage gestellt,hier sollte der vorstand, alleine aus arbeitsrechtlichendingen ,wegen des vertrages von seitz dahingehend eine entsprechende zielvereinbarungmit seitz treffen ich hoffe auf einen glatten sieg gegen homburg gruß manni

  2. klaus-peter sagt:

    Aha!

    Der Vorstand („Der Seher“) meldet sich hier also auch mal zu Wort!

  3. Der Seher sagt:

    Liebe Fans,

    zunächst einmal ein großes Lob für diese tolle Seite. Gerade auch die Videoberichterstattung von Benjamin Judith ist richtig gut gemacht.

    Zur Lage:
    Hört auf mit dem Gefasel von vielen jungen Spielern aus der Region. Das läuft nicht, wir haben es doch in der Saison nach dem Abstieg erlebt! Natürlich brauchen wir -auch!-gute Leute von außerhalb, das hat mit Söldnertum nichts zu tun.

    Dass die Jungs auch an sich denken, ist völlig normal. So läuft die Geschichte, wenn Du mal ein wenig in oberen Gefilden rumschnuppern willst. Manche haben viel Charakter, manche eher weniger.

    Der Auftritt von Lewerenz im Stadion und im VIP-Zelt ist allerdings nicht hinnehmbar. Das hat er hoffentlich auch selbst gemerkt, ansonsten sollte er sich mal Gedanken über seinen Beruf und die Ehre eines Fußballers als solche machen.

    Roland Seitz ist zweifellos ein guter Trainer. Sein Manko ist jedoch die Emotionslosigkeit. Es herrscht rund um das Spielfeld eine gewisse Agonie und Lethargie, die sich auf die Mannschaft übertragen. Fußball lebt jedoch von Emotion. Das ist einer der Schlüssel zum Erfolg. Ob er intern Fehler gemacht hat, kann man wohl vermuten, stichfeste Anhaltspunkte haben wir aber wohl alle nicht.

    Ein eingeschränktes Lob an den Vorstand. Man probiert alles und es steht zu vermuten, dass die einzelnen Mitglieder mitunter mehr hinzutun als sie müssten…..
    Gleichwohl gilt es Konzepte zu überdenken und klare Entscheidungen zu treffen. Dazu bedarf es deutlicher und lauter Worte. Fußball wird nicht im Mädchenpensionat gespielt. Im Übrigen stört mich die organisierte Weichspülerei des Fußballs in Deutschland schon sehr.

    Glück auf!

  4. "schöner Dreck!" sagt:

    Konzept -> Fehlanzeige
    Motivation -> Fehlanzeige
    Ideen -> Fehlanzeige
    hungrige Spieler -> Fehlanzeige
    Spielaufbau -> Fehlanzeige
    attraktive Spiele zu Hause -> Fehlanzeige

    viel Spaß Eintrachtler vor 1000 Leuten !

    Man muss den Zuschauern was bieten können, so wird das nix.

  5. Söldnervertreiber sagt:

    Guten Abend zusammen,

    die Schlüsselszene vom heutigen Tag war das Schmunzeln von Herrn Lewerenz als er das VIP Zelt betrat…
    Hat sich eigentlich jemand von diesen gewissen Vorstandsmitgliedern in den letzten Jahren hinterfragt, warum Trier in der Regionalliga nur im guten bis mäßigen Mittelmaß rumdümpelt !? Ich kann es euch sagen.. Wir verpflichten jedes Jahr (völlig planlos) aufs neue irgendwelche Söldner, die keinerlei Verbindung mit der Stadt und der Region Trier haben. Die interessiert es doch überhaupt nicht ob sie Erfolg haben oder nicht, nächstes Jahr sind sie doch wieder weg!!! Und wir müssen wieder spenden um neue Söldner zu beschäftigen. Wenn jeder von uns normalen Arbeitnehmern so arbeiten würde, (für weitaus weniger Geld) könnten wir uns nach einer anderen Stelle umsehen.

    Es wird immer viel geredet von wegen „excellenter Jugendarbeit“. Die Jungs (Sözen, Spang, Anton) werden meiner Meinung nach nur als Alibi vorausgeschoben, das der Herr Seitz sagen kann das er doch hohen Wert auf die Jugendarbeit liegt.
    Allerdings frage ich mich warum nicht einmal jemand vom Trainerteam die A Jugend unseres Vereins, welche momentan die 2. beste Mannschaft hinter dem 1. FC Kaiserslautern ist, unter die Lupe nimmt.
    In Trier muss man umdenken!! Wir brauchen einen Trainer der aus der Region kommt und mit jungen, HUNGRIGEN Spielern arbeiten will und keine „Fremdlinge“, die sich jedes Jahr die Taschen voll machen und weitere „Fremdlinge“ in UNSER Boot holen…

  6. mosella1 sagt:

    Würden wir so Fußball spielen wie Idar-Oberstein, würden die Zuschauer alle zufrieden nachhause gehen. Aber mit dieser Null als Trierer Trainer werden wir weiter diesen unterirdischen Fussball im Moselstadion sehen – keine Taktik, kein Mut, kein System usw… Es ist wirklich an der Zeit, diesen Selbstdarsteller zu entfernen.

  7. gerd sagt:

    nach diesem schock mußte ich erst mal eine runde pennen,
    und bin immer noch sauer auf diese weichgespülten
    looser. kein mumm , null niveau, kein respekt,
    in diesem verein stimmen viele sachen schon lange nicht mehr

  8. Chris sagt:

    Aua Aua Eintracht Trier. Planloses Handeln auf allen Ebenen.
    Ich denke der Verein sollte die 17.000 Euro Spenden als Schmerzensgeld an die Zuschauer zurück zahlen.

  9. sauer sagt:

    die eintracht ist ein söldner verein da wird schrott eingekauft ausgehungerte stars und der vorstand hat gar keine ahnung und der trainer sollte man heim schicken da wird vom aufstieg geredet und kein spieler hat mumm

  10. fussballfan sagt:

    In der ganzen U23 haben wir 1. einheimische Spieler 2. Sind die alle besser und haben keinen Profistatus. Und bekommen nur eine Aufwandsentschädigung. Was die Jungs allerdings nicht bekommen ist die Chance es in der Ersten zu zeigen.Der Sv Mehring hat gegen Ida wenigstens 2:2 gespielt . ( vor ein paar Tagen)Die 2 -3 einheimischen die in der Ersten im Kader sind ist nur Alibi. Und die hängen auch komplett durch.

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