Eintracht Trier: „Wohlfühlfaktor ist für mich wichtig“ – Spiel bei Schalke II

Eintracht Trier steuert im Nachholspiel bei Schalke 04 II am Dienstag (18.30 Uhr) den fünften Sieg in Folge an. Viele Spieler sind angeschlagen. Auch Daniel Bauer, den der Vereine gerne für die neue Saison binden will.

Gut lachen haben Torwarttrainer Sascha Purket und Roland Seitz nach vier Siegen in Folge. Foto: Anna Lena Grasmück

Aus der kuriosen Tour nach Essen hat Eintracht Trier gelernt. Eine Stunde früher als vor dem 4:0-Erfolg an der Hafenstraße setzt sich der Fußball-Regionalligist am Dienstag in Bewegung, um beim FC Schalke 04 II in der Mondpalast-Arena in Herne anzutreten (18.30 Uhr). Vor einer Woche stoppte der Bus auf dem Weg ins Ruhrgebiet in der Nähe von Bitburg wegen eines Elektronikfehlers und musste ausgetauscht werden. Durch einen Stau kam die Mannschaft von Roland Seitz dann mit Verspätung an. „So eine Fahrt geht nur einmal gut“, lacht der Trainer. So geht es nun um 13.30 Uhr los. Mit welcher Belegschaft die Eintracht aber den fünften Sieg in Folge ansteuert, kann Seitz noch nicht sagen. „Es gibt viele Fragezeichen.“

Chhunly Pagenburg und Benjamin Pintol wurden wegen muskulärer Probleme bereits beim 3:1-Erfolg gegen den VfL Bochum II ausgewechselt. Oliver Stang hat eine Grippe. Cataldo Cozza und Thomas Drescher schleppten sich zuletzt ebenfalls mit Blessuren durch. Jeremy Karikari hat noch mit den Folgen einer Hüftverletzung zu kämpfen. „Wir werden trotzdem eine Mannschaft auf den Platz stellen, die Gas gibt“, so der Oberpfälzer. Sind alle Spieler fit, will er trotz Kräfteverschleiß nicht die Rotationsmaschine anschmeißen. „Wenn wir dann verlieren, löchern mich alle mit der Frage, warum ich umgestellt habe. Nein, es gibt keinen Grund, was zu ändern. Die Jungs haben Selbstvertrauen und überwinden sich gerade in jedem Spiel.“

Bauer: „Bis Ende April, Anfang Mai will ich Klarheit“

Der Einsatz von Daniel Bauer ist wegen einer Mittelfußprellung fraglich. Foto: Anna Lena Grasmück

Das gilt auch für Daniel Bauer, bei dem mehr als offen ist, ob er als Passagier in den Bus ins Ruhrgebiet steigt. Der Mittelfeldspieler hat zwar gerade einen Infekt überwunden, laboriert aber an einer schweren Mittelfußprellung. „Ich habe schon in Essen mit Schmerztabletten gespielt und nun gegen Bochum II einen Tritt an die gleiche Stelle bekommen. Momentan kann ich noch nicht mal Schuhe tragen.“ Zuletzt überzeugte der 29-Jährige mit Eifer in den Zweikämpfen und Ballverteiler, egal, ob er die Funktion des Spielmachers oder des Abräumers vor der Abwehr übernahm.

So hat Eintracht Trier das Zeichen gegeben, den auslaufenden Vertrag gerne verlängern zu wollen. Das bestätigten 5vier beide Seiten. „Mir wurde Interesse signalisiert, aber es gibt noch kein konkretes Angebot. Das ist ja auch ein wenig vom Rheinlandpokal abhängig“, weiß Bauer. Eine Zukunft an der Mosel kann er sich aber vorstellen. Nach einem Hooligan-Angriff in Magdeburg hat er den Spaß am Fußball wiedergefunden. „Ich würde mich freuen, wenn etwas zustande kommt. Für mich ist auch der Wohlfühlfaktor wichtig. Ich genieße die Zeit in Trier und die Nähe zu meiner Heimat.“ Doch die endgültige Tendenz, in welche Richtung es geht, lässt Bauer offen. „Ich zerbreche mir nicht täglich den Kopf darüber.“ Sein Berater Henry Hennig sondiere die Lage. „Es gibt Angebote und Anfragen, aber am Ende zählt nicht, wer zuerst da ist, sondern ob das Paket stimmt. Bis Ende April, Anfang Mai will ich Klarheit.“

Zuvor will der angeschlagene Mittelfeldspieler mit der Eintracht sportlich erfolgreich sein – in Liga und Pokal. Die jüngsten Erfolge haben Bauer beflügelt, der immer mehr eine Führungsrolle beansprucht und zum Leistungsträger avanciert. „In die Rolle musste ich am Anfang reinwachsen, ich konnte ja nicht einfach hierher kommen und schon der Lauteste sein.“ Den Lauf mit vier Siegen am Stück ist für ihn ein Stück Befreiung. „Wir haben nun Sicherheit in unserem System, nachdem wir lange experimentiert haben. Mit der Raute spielen wir nun konstant.“

Und nachdem die Aufstiegskandidaten am Wochenende allesamt gestrauchelt sind, liegt plötzlich wieder ein Hauch an Spannung über dem Spiel bei Schalke II. „Wir sind zuletzt gut damit gefahren, nur auf uns zu gucken“, schürt Bauer angesichts des Rückstands auf Lotte, Dortmund II und Gladbach II keine Erwartungshaltung. „Wenn wir weiter gewinnen, könnten wir theoretisch nach unserem letzten Spiel gegen Lotte gucken, wo wir stehen. Dann wissen wir, ob wir uns ärgern oder freuen sollen.“

+++++Eintracht in Kürze+++++

Heimspiel gegen Lotte bereits einen Tag früher – Der vorletzte Spieltag der Regionalliga West wurde auf Freitag, den 11. Mai, 19 Uhr vorverlegt. Für Eintracht Trier steht dann bereits das Finale der Saison gegen die Sportfreunde Lotte an, weil es am letzten Spieltag spielfrei ist. Der Grund der Verlegung: Borussia Dortmund II will seine Bundesliga-Mannschaft geschlossen zum DFB-Pokalfinale am 12. Mai begleiten. Die Regionalligisten stimmten dem Wunsch zu.

Schalke II mit Berg- und Talfahrt – Die Reserve von Schalke 04 hat sich bequem im Mittelfeld der Tabelle eingenistet. Auch die Rückrundenbilanz mit fünf Siegen, zwei Unentschieden und fünf Niederlagen ist ausgeglichen. „Sie erleben eine kleine Berg- und Talfahrt“, weiß Roland Seitz, den die Statistik und auch die Anfangsaufstellung der „Knappen“ nicht interessiert. „Wir dürfen sie auf dem Platz nicht machen lassen. Wir wissen, was auf uns zukommt, egal, ob Huber oder Meier auf dem Rasen stehen.“ Das Hinspiel gewann Schalke II im Moselstadion mit 2:1.

Pollok, Asma und Dingels fallen weiter aus – Wojciech Pollok, Tolgay Asma und Michael Dingels fallen auch bei Schalke II verletzungsbedingt aus.

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Kommentare (1)

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  1. C01 sagt:

    Warum will man mit Bauer verlängern? Wichtiger wäre wenn die Tinte bei Karikari mal langsam trocken wird, da er mit Abstand unser ebster Spieler ist. Extrem guter Zweikämpfer und Ballverteiler. Daher lieber mit Karikari verlängern. 🙂

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