Eintracht Trier: Bilder im Kopf – Die Rückrunde der Eintracht

5vier.de blickt zurück auf die Rückrunde der Regionalliga-Saison 2012/13 von Eintracht Trier

Von Stephen Weber

Die Regionalliga-Saison 2012/13 ist gespielt und es hat sich um den Fußballklub von der Mosel mal wieder einiges zugetragen. 5vier schlägt heute mal das schwarze Fotoalbum mit dem blau-schwarz-weißen Knopf auf und packt Impressionen aus, um die Rückrunde noch mal genauer unter die Lupe zu nehmen.

Hier findet ihr die 5vier-Zusammenfassung zur Hinrunde 2012/13 und den Rückblick von Stadionsprecher Martin „Köbi“ Köbler.

Fans

Die Ausgangslage für den zweiten Saisondurchgang stimmte eigentlich optimistisch. Das erste Spiel der Rückrunde fand noch im alten Jahr statt, und als man am Mainzer Bruchweg nach einem 1:1-Unentschieden in die Winterpause abhob, stand die Eintracht nach neun Spielen in Serie ohne Niederlage auf dem vierten Tabellenrang – mit nur drei Zählern Abstand auf einen Relegationsplatz. Zusätzliches Feuer erhielt die Trierer Aufstiegsglut durch eine deutschlandweit einmalige Fan-Sammelaktion, bei der Anhänger durch Spenden der Eintracht einen neuen Stürmer finanzierten: Marco Quotschalla (24), der neben Außenbahnspieler Erdogan Yesilyurt (19) den SVE zur Rückrunde in der Offensive verstärkte.

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Fahrudin Kuduzovic nach dem verschossenen Elfmeter.

Doch ebenso groß wie die Euphorie, die man wie eine angenehme Grippe über den Winter verschleppen konnte, war die Ernüchterung allerorts, nachdem man im ersten Duell im neuen Jahr bei Eintracht Frankfurt II mit 1:6 unter die Panzerketten geriet und dabei in den ersten 23 Spielminuten gleich vier Gegentore kassierte. Danach war statt Rock’n Roll tiefer Blues angesagt, denn auch die nächste Partie gegen den FSV Frankfurt II ging verloren – ein Abend, an dem Fahrudin Kuduzovic (28) seinen Posten als etatmäßiger Elfmeterschütze verlor, weil er in der Nachspielzeit der Begegnung einen Strafstoß bis beinahe auf die Paulinstraße verzog.

 

Es fährt ein Schiff nach Nirgendwo

Eintracht Trier - Idar-Oberstein

Lewerenz sah gegen Idar-Oberstein früh die rote Karte – wurde daraufhin suspendiert.

Trotz Durchhalteparolen, dem immer besser aufspielenden Christoph Anton (21), der nach langer Verletzungspause allmählich an seine Auftritte in der Hinserie anknüpfen konnte und einem zwischenzeitlichen 2:1-Sieg über Worms spürte man im Moselstadion, dass die Stimmung zu kippen drohte. Zu schmerzhaft war der Kater, den viele Fans nach dem Rausch der Hinrunde und der gemeinsamen Spendenaktion in sich trugen. Als man schließlich vor heimischer Kulisse gegen Idar-Oberstein bei der 0:3-Pleite fernab jeglicher Ambitionen agierte, war der Frust perfekt.

Der Trainer Roland Seitz (48) stand in der Folge massiv in der Kritik, Außenbahnspieler Steven Lewerenz (22) wurde suspendiert – jedoch später aufgrund dünner Personaldecke und eines vertraulichen Gespräches mit dem Coach wieder begnadigt – und die Vereins-Oberen riefen einen strikten Kurswechsel der Personalpolitik aus.

Eintracht Trier - Mannheim

Chhunly Pagenburg bei seinem letzten Einsatz für den SVE gegen Waldhof Mannheim.

Der gefeierte Torjäger der Hinrunde, Chhunly Pagenburg (26), der als kleines Kind – so schien es in dieser Spielzeit – in einen Kessel mit Zielwasser gefallen war, gab in dieser turbulenten Phase der Saison obendrein seinen Wechsel in die Zweite Bundesliga zum FSV Frankfurt bekannt. Wenig überraschend, doch zu diesem Zeitpunkt ein erneuter Gehfehler für die aufrechten Moselstädter. Und kurz darauf ein trister Abschied für den Angreifer: Am 27. Spieltag, beim 1:0-Heimsieg über Waldhof Mannheim, musste der Deutsch-Kambodschaner in der 66. Minute aufgrund anhaltender Knieprobleme ausgewechselt werden. Es sollte der letzte Auftritt des 18-Tore-Mannes im blau-schwarz-weißen Dress gewesen sein, der in der Hinrunde durch wichtige Treffer die Trierer Lebensversicherung darstellte. Zu seinem Leidwesen blieb ihm durch das Leiden ein prunkvoller Eintrag in seiner Chronik verwehrt: TuS Koblenz-Stürmer Jerome Assauer überholte Pagenburg am vorletzten Spieltag im Rennen um die Torjägerkrone, als ihm beim 5:2-Erfolg über Idar-Oberstein zwei Einschüsse gelangen.

Eintracht Trier - FC Bayern Alzenau

Michael Dingels bejubelt mit Maximilian Watzka seinen Treffer gegen Alzenau

Jump Around

Eine weitere wichtige Personalentscheidung ereignete sich ebenfalls beim Ligaspiel gegen die Mannheimer: Urgestein Michael Dingels (27) rückte infolge des desaströsen Rückrundenverlaufs in die Anfangsformation. Als Innenverteidiger – an der Seite des ebenfalls starken Torge Hollmann (31) – erledigte der gebürtige Eifeler zwar rustikal aber stets zuverlässig seine Aufgaben, weshalb ihm eine tragende Rolle bei der folgenden positiven Entwicklung zukam. Man unkt, dass manche Gegenspieler heute noch schweißgebadet nachts aufschrecken, weil sie im Schlaf von heranpreschenden Dingels-Grätschen träumen. Sein 5vier-Noten-Durchschnitt von 2,68 in elf Partien (siehe unten) belegen die routinierte Arbeit, die der 27-Jährige seit seiner Graduierung verrichtete.

TuS Koblenz - Eintracht Trier

Andreas Lengsfeld versuchte trotz Kapselriss im kleinen Finger gegen Koblenz einen Elfmeter zu parieren – allerdings vergeblich.

Mit dem Sieg gegen die Kurpfälzer begann dann schließlich auch die angenehme Zeit für SVE-Anhänger und Verantwortliche. Trotz zum Teil abgeschriebener Aufstiegshoffnungen stabilisierten sich die Leistungen und es waren die abenteuerlichen Randgeschichten, die die Eintracht weiterhin interessant machten. Wie etwa Andreas Lengsfeld (27), der ebenfalls in der Rückrunde zum Stammspieler zwischen den Pfosten avancierte, und beim Derby gegen Koblenz einen denkwürdigen Tag verlebte: Beim Warmmachen verletzte sich der Keeper am kleinen Finger, weshalb sein Kollege Stephan Loboué (31) zunächst zwischen die Pfosten rückte. Als dann dieser jedoch in der zweiten Halbzeit mit Rot vom Platz gestellt wurde, musste Lengsfeld, obschon eines Kapselrisses im Finger, das Gehäuse des SVE hüten – und absolvierte trotz tauben Gefühls im kleinen Griffel seinen Job ordentlich.

Eintracht Trier - FC Bayern Alzenau

Steven Kröner erzielte als defensiver Mittelfeldmann vier Tore in der Rückrunde. Auch gerne per Freistoß.

Aufkeimende Hoffnung

Oder der Leistungsanstieg von Steven Kröner, der beim 1:0 gegen Waldhof Mannheim seinen ersten Saisontreffer erzielte und diese Torgefahr in den anschließenden Partien beibehielt – vier Stück sollten es für den defensiven Mittelfeldmann insgesamt bis Saisonende werden. Dabei machte er mit einer besonderen Jubelpose auf sich aufmerksam, als er nach einem erfolgreichen Abschluss mit der Hand ein Herz in Richtung Tribüne formte. Eine Geste, die seiner Freundin galt.

SSV Ulm - Eintracht Trier

Hängende Köpfe nach der Auswärtsniederlage in Ulm.

Tja, und dann? Auf einmal keimte doch allerorts wieder Hoffnung bezüglich einer möglichen Teilnahme an der Aufstiegsrunde auf. Der zwischenzeitlich enteilte Konkurrent aus Elversberg patzte unerwartet, weshalb der SVE am viertletzten Spieltag plötzlich die Möglichkeit erhielt, in Ulm mit einem Dreier wieder ganz nah an die Fahrstuhplätze heranzurücken. Doch trotz der besten Rückrundendarbietung unterlag die Elf von Seitz mit 1:2 und musste im Anschluss mit hängenden Köpfen die Heimreise antreten. Elversberg und Kassel marschierten an den verbleibenden Spieltagen souverän zur Teilnahme an der Relegation, während Trier bei aufkommenden Sommertemperaturen in den restlichen Spielen lediglich mit Unterhaltungswert beeindrucken konnte – wie beim 3:2-Triumph über Hoffenheim II.

Was bleibt?

So beendete man nach 38 Spieltagen die Saison mit 15 Siegen und 57 Punkten auf dem fünften Tabellenrang. Es wäre schwer, aus diesem Ensemble einen Spieler, der durch besondere Leistungen bestach, herauszuheben. Natürlich muss man die bereits genannten Kröner, Hollmann und Dingels anführen, die konstant zu den Grundpfeilern der Rückrunden gehörten. Aber auch Alon Abelski (24) oder Quotschalla waren maßgeblich an den Erfolgen in der zweiten Hälfte der Rückrunde beteiligt – ebenso wie Lengsfeld, der nach verpatzter Hinrunde auf der weißen Kreidelinie im neuen Jahr zu überzeugen wusste. Es war insgesamt eine Spielzeit nach der Winterpause, die zunächst katastrophal begann und viele Gräben riss. Jedoch ließen sich weder Mannschaft, noch Trainer oder Vorstand beirren und hielten am Bewährten fest. Eine Taktik, die sich auszahlte und wohl möglich den Grundstein für eine neue erfolgreiche Saison legte.

Statistiken & Daten zur Rückrunde

5vier-Durchschnittsnoten der Rückrunde:

Dingels: 2,68 bei elf Einsätzen
Lengsfeld: 2,71 bei zwölf Einsätzen
Hollmann: 2,8 bei 15 Einsätzen
Abelski: 2,83 bei 15 Einsätzen
Quotschalla: 2,83 bei 15 Einsätzen
Anton: 2,89 bei 14 Einsätzen
Kröner: 2,97 bei 16 Einsätzen
Klinger: 3,0 bei fünf Einsätzen
Lewerenz: 3,2 bei zehn Einsätzen
Zittlau: 3,21 bei 17 Einsätzen
Loboué: 3,25 bei sechs Einsätzen
Yesilyurt: 3,3 bei zehn Einsätzen
Watzka: 3,45 bei zehn Einsätzen
Brighache: 3,53 bei 15 Einsätzen
Kuduzovic: 3,54 bei zwölf Einsätzen
Pagenburg: 3,58 bei sechs Einsätzen
Spang: 3,63 bei vier Einsätzen
Konrad: 3,75 bei sechs Einsätzen
Di Gregorio: 4,67 bei drei Einsätzen

(Das Auswärtsspiel gegen Pfullendorf am letzten Spieltag wurde von 5vier nicht benotet und fand daher keinen Einlass in die Endnote)

Erzielte Tore insgesamt: 21
Daheim: 14, Auswärts: 7
Erste Halbzeit: 6, Zweite Halbzeit: 15

Gegentore insgesamt: 24
Daheim: 9, Auswärts: 15
Erste Halbzeit: 10, Zweite Halbzeit: 14

Zuschauerschnitt im Moselstadion: 1271 Zuschauer

 

So, das war der 5vier-Rückrunden-Rückblick der Eintracht. Konserviert, archiviert, wir haben es gespeichert. Paraphiert und nummeriert, damit ihr es leicht habt.

Fotos: 5vier-Archiv

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