Eintracht Trier: Bittere 1:2-Niederlage gegen Schalke II – Fotos/VIDEO

Aus dem Moselstadion berichten
Andreas Maldener (Text) und Anna Lena Bauer (Fotos)

Erste Niederlage im dritten Saisonspiel der Regionalliga West für Eintracht Trier. Am Freitagabend unterlag die Mannschaft von Trainer Roland Seitz vor 2384 Zuschauern im Trierer Moselstadion gegen den FC Schalke 04 II mit 1:2 (1:2). Zwar brachte Thomas Kraus die Gastgeber nach 16 Minuten per Kopfballtreffer in eine gute Ausgangsposition, doch zuerst egalisierte Manuel Torres Jimenez die Trierer Führung (29.). Nach 33 Minuten erzielte dann Kevin Pires-Rodrigues den 1:2-Endstand.

Oftmals einen Schritt zu spät: Fahrudin Kuduzovic steht sinnbildlich für die Trierer Mannschaft.

Kevin Pires-Rodrigues (19 Jahre alt) und Manuel Torres Jimenez (20). Diese beiden Namen dürften vor allem den Eintracht-Verteidigern Cataldo Cozza und Oliver Stang nach der 1:2-Niederlage gegen den FC Schalke 04 II eine schlaflose Nacht bereiten. Denn die beiden Jungspunde sorgten mit schönen Kombinationen beinahe im Alleingang für die erste Saisonniederlage des Fußball-Regionalligisten aus Trier.

Bereits vor der Partie mahnte Roland Seitz, Trainer des SVE, den Gegner Schalke 04 II – eine neu aufgestellte, junge Mannschaft – bloß nicht zu unterschätzen. „Denn sonst wird eine spielstarke U23-Mannschaft solche Fehler bitter bestrafen“, so der Oberpfälzer. Doch dass sich diese Prognose bereits nach nur einer Halbzeit bewahrheiten könnte, damit hatte wohl fast keiner im weiten Rund des Moselstadions gerechnet.

Bis zur 20. Minute sah es vor der guten Kulisse von 2384 Zuschauern aber noch nach einem angenehmen sommerlichen Abend für die Moselaner aus: Nach einem schönen Pass von Martin Hauswald auf den mitgelaufenen Thomas Drescher schlug der den Ball in Richtung langem Pfosten, wo Thomas Kraus goldrichtig stand und den Ball per Kopf ins rechte untere Eck zur 1:0-Führung köpfte. Schalke-Schlussmann Robin Himmelmann machte beim Abschluss des Trierer Blondschopfs aber nicht die beste Figur. „Das frühe 1:0 hätte uns eigentlich in die Karten spielen müssen“, gestand Innenverteidiger Oliver Stang in weiser Voraussicht auf das, was folgen sollte.

Thomas Kraus nach seinem Treffer zum 1:0.

Doch nur 15 Minuten später schlug die Freude über die ungewöhnlich frühe Führung des SVE  schon in Frust um: Kevin Pires-Rodrigues mit dem langen Ball in den Rücken von Cataldo Cozza, der nicht mehr folgen konnte. Auch Innenverteidiger Oliver Stang vermochte den gestarteten Manuel Torres Jimenez nicht mehr am Lupfer über Eintracht-Keeper André Poggenborg hinweg zu hindern. Der Ausgleich für die Gäste aus dem Ruhrgebiet, vor allem aufgrund der ersten 15 Minuten ging er völlig in Ordnung. „Wir haben das Spiel gut begonnen, waren dominant und hatten gute Chancen,“ erklärte der Schalker Trainer Bernhard Trares nach Spielende. In der Tat trauten sich die „kleinen Knappen“ schon früh einiges zu, die für die jungen Spieler noch ungewohnte Atmosphäre schien eher zu beflügeln als zu lähmen. Doch es sollte noch schlimmer kommen: In der 33. Minute legte Manuel Torres Jimenez den Ball auf Kevin Pires-Rodrigues, der 20 Meter vor dem Tor nicht attackiert wurde und mit einem satten Schuss in den Winkel für die Führung der Schalker sorgte.

Erneut waren die Trierer Verteidiger Cataldo Cozza und Oliver Stang beim zweiten Teil der spanisch-portugiesischen Koproduktion zu weit weg von ihren Widersachern. Der Rückstand noch vor der Halbzeit war für Trier die Konsequenz aus dem zu zaghaften Auftreten nach der 1:0-Führung. Zwar hatten die Hausherren die besseren Aktionen, jedoch mangelte es am letzten Durchsetzungsvermögen. Dazu wirkte die Trierer Hintermannschaft bei beiden Gegentreffer nicht souverän, die Freiräume, die sich den Schalker Offensive boten, sie waren zu groß, wie auch Kapitän Torge Hollmann zugab: „Wir haben es einfach nicht verstanden, die Räume gut genug zuzustellen, so hatte Schalke zu viele Chancen.“ Schon nach 42 Minuten und ungewöhnlich früh regte es sich auf der Trierer Auswechselbank.

Seitz schickte seinen bisherigen Edeljoker Chhunly Pagenburg zum Warmmachen, bereits kurz nach dem Halbzeitpfiff erhielt der Neuzugang Instruktionen von Co-Trainer Rudi Tömmes und ersetzte pünktlich zum Wiederanpfiff Jeremy Karikari, der auf der Sechserposition ählich wie Denny Herzig heute nicht zu überzeugen wusste. Aber auch nach dem Seitenwechsel ein ähnliches Bild. Schalke konnte beinahe ungestört kombinieren, weil die Trierer Elf nicht nahe genug bei den Gegenspielern war. In der Defensive stotterte der Motor der Eintracht gewaltig, dennoch versuchte die Mannschaft den Druck allmählich zu erhöhen. Nach 61 Minuten scheiterte Pagenburg nach einer Flanke von Sturmpartner Kulabas aus spitzem Winkel an Torwart Himmelmann. Dass die Eintracht es bis zum Schlusspfiff nicht schaffte, den durchaus verdienten Ausgleich zu erzielen, es lag zum einen am mangelnden Glück, zum anderen jedoch auch am spielerischen Unvermögen.

Ärger beim Gang in die Kabine. Torhüter Poggenborg auf dem Weg in die Halbzeit.

In der 76. Minute schob Kulabas, der selbst hätte abschließen können, den Ball freistehend vor dem Schalker Schlussmann völlig uneigennützig zu Oliver Mvondo. Aber einmal mehr offenbarte sich die noch vorhandene Abschlussschwäche des Kameruners. Aus sieben Metern donnerte Mvondo den Ball zu überhastet an die Querlatte, die Riesenchance auf den Ausgleich war vertan. „Ob Kulabas es selbst hätte versuchen sollen oder ob er eben querlegt hat, entscheidend ist, dass der Ball nicht drin war. Aber jeder, der schon einmal gegen den Ball getreten hat, weiß, dass dieser Schuss drin sein muss“, so Seitz bei der anschließenden Pressekonferenz.

Mit dem Schlusspfiff versuchte es Chhunly Pagenburg noch einmal mit einem Kunstschuss, doch der Ausgleichstreffer sollte der Eintracht an diesem Abend verwehrt bleiben. „Heute sind wir für das selbe Manko aus den ersten zwei Spielen von einer guten Schalker Mannschaft bestraft worden“, sagte Oberpfälzer Seitz, der die gemachten Fehler bereits am Wochenende mit seiner Mannschaft besprechen und analysieren will. „Ich ärgere mich natürlich sehr und es tut auch weh, weil wir uns mit dem 2:2 hätten selbst belohnen müssen“, gab der enttäuschte Kapitän Hollmann zu Protokoll, ehe er Richtung Kabine ging.

Partie kompakt:

Eintracht Trier: Poggenborg – Drescher, Hollmann, Stang, Cozza – Herzig, Karikari (ab 46. Pagenburg) – Hauswald, Kraus (ab 66. Mvondo), Kuduzovic – Kulabas

FC Schalke 04 II: Himmelmann – Langlitz, Fahrenhorst, Sabah, Ernst – Pires-Rodrigues (ab 66. Taskin), Stommel – Torres Jimenez, Quotschalla (ab 78. Muhovic), Wiegel (ab 62. Erwig-Drüppel) – Hofmann

Tore: 1:0 Kraus (16.), 1:1 Torres Jimenez (29.), Pires-Rodrigues (33.)

Zuschauer: 2384

Schiedsrichter: Rafael Foltyn (Mainz-Kastel)

VIDEO-Stimmen (Roland Seitz, Torge Hollmann und Thomas Kraus)

Foto-Galerie

 

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Kommentare (2)

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  1. Eddi sagt:

    Selbst nach zwei Tagen drüber nachdenken finde ich die Niederlage immer noch so unnötig und ärgerlich. Wenn wir wenigstens einfach richtig schlecht gespielt hätten, aber wir hätten auch wirklich gewinnen können. Letzten Endes hatten wir meiner Meinung nach echt genug Chancen dazu. Es muss unbedingt noch ein guter (großer!) Stürmer kommen, vielleicht hätte so jemand ja den Unterschied gemacht.

    Jetzt gegen Dortmund muss ein Dreier her! Ich will unsere Mannschaft jetzt bis zu Winterpause nicht mehr verlieren sehen! 🙂

  2. Eintracht-Fan sagt:

    Schade schade aber irgendwann musste die Niederlage mal kommen. Leider zu Hause… Jetzt heißt es Mund abputzen und weiter gehts gegen Dortmund.

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