„Mr. Doppelpack“ trifft zum 2:0-Sieg in Kassel – VIDEO

Von Stephen Weber (Text), Alex Heinen (Fotos), Holger Görgen und Florian Schlecht (Video)

Abelski, Pagenburg, Tor! So lautete die Erfolgsformel zum 2:0-Sieg von Eintracht Trier bei Hessen Kassel. Trotz vieler Ausfälle im Vorfeld der Begegnung sendeten die Moselstädter dank eines überzeugenden Auftritts das langerwartete Lebenszeichen.

Der Freudenschrei des Mr. Doppelpack: Chhunly Pagenburg traf in zweifacher Ausführung zum 2:0-Sieg in Kassel.

Nach 262 Minuten ohne Tor und vier Spielen ohne Sieg feierte Eintracht Trier wieder ein Erfolgserlebnis in der Regionalliga Südwest. Der 2:0-Erfolg bei Hessen Kassel vor 3.500 Zuschauern war sicherlich eine Überraschung, aber aufgrund einer kompakten Mannschaftsleistung und eines Doppelpacks von Torjäger Chhunly Pagenburg mehr als verdient. Coach Roland Seitz wirkte sichtlich erleichtert nach der Partie: „Ich bin sehr glücklich über diesen Sieg, auch weil wir viele Wechsel zu verarbeiten hatten. Trotzdem hat die Mannschaft heute Sensationelles geleistet und bravourös gespielt.“ Auch Vorstandsvorsitzender Ernst Wilhemi war die Freude über den Befreiungsschlag anzumerken: „Man hat heute gesehen, dass es null Probleme zwischen Team und Trainer gibt. Wir haben von der ersten Sekunde an gut gekämpft und Charakter bewiesen. Das freut mich vor allem für den Coach, aber natürlich auch für die Mannschaft.“

Trier trat im gewohnten 4-1-4-1-System an, doch drehte, beeinflusst durch verletzungsbedingte Ausfälle, an zwei personellen Schaltstellen: Für den indisponierten Mario Klinger rückte nach einer sechswöchigen Spielpause Baldo di Gregorio wieder in die Startelf und übernahm den Betrieb im defensiven Mittelfeld. Für Steven Lewerenz, der nur auf der Bank saß, rückte Fabian Zittlau auf die linke offensive Seite, Fahrudin Kuduzovic wich infolge der Rotation auf den rechten Flügel.

Dass es dem wiedergenesenen Defensivakteur di Gregorio noch an Wettkampfpraxis mangelt, offenbarte sich in der dritten Spielminute, als er einen Ball im eigenen Sechzehner vertändelte und Kassels Stürmer Christian Henel die anschließende Chance nicht in einen Treffer verwandeln konnte. Es war der erste Aufreger in einem interessanten und unterhaltsam geführten Duell.

Ein kompakter Auftritt

Denn auch die Trierer erarbeiteten sich früh erste aussichtsreiche Gelegenheiten zum Toreinschuss. Ein Freistoß in der 6. Minute, in den Rücken der Abwehr gespielt, verpasste erst Kuduzovic, erreichte allerdings Fouad Brighache, der trocken aus gut 35 Metern den Abschluss suchte. Sein Schuss kapitulierte jedoch an der Latte.

In der 7. Minute musste SVE Trainer Roland Seitz die Defensive erneut umbauen, als Abwehrchef Torge Hollmann signalisierte, dass er aufgrund einer Oberschenkelverletzung nicht weiterspielen könne. Für ihn kam das Trierer Eigengewächs Michaels Dingels, der in der Folge seine Aufgaben überzeugend meisterte und mehrmals brenzlige Situationen entschärfen konnte. Sowieso wirkte der neu zusammengestellte Abwehrverbund geschlossen und wusste, die Angriffsbemühungen der Nordhessen früh im Keim zu ersticken.

Im Anschluss entwickelte sich bei strömenden Regen ein sehenswerter Schlagabtausch. Kassel verbuchte seine beste Chance vor der Pause, als Stephan Loboué einen gefährlichen Freistoß von Nico Hammann entschärfte (39.). Unmittelbar nach dem Seitenwechsel war der Torhüter erneut gefordert, als er eine missglückte Flanke von Moritz Meuser über die Latte lenken musste (48.). Kassels Teamchef Uwe Wolf war verstimmt über den Auftritt seiner Mannschaft an diesem Mittag: „Wir wussten zwar, dass Trier nicht mit der breitesten Brust anreisen wird, aber solche Teams sind oftmals die gefährlichsten. Sie haben ihre Qualitäten voll ausgespielt. So eine Reaktion wünsche ich mir auch von meinen Spieler in der nächsten Woche.“

„Die Mannschaft hat nicht locker gelassen“

Fabian Zittlau im Zweikampf.

Als die erste Angriffswelle überstanden war, war es die Eintracht, die im zweiten Spielabschnitt den Takt vor gab: Sie wirkte selbstbewusster und erarbeitete sich dementsprechend eigene Torszenen. Erst scheiterte Fahrudin Kuduzovic nach feiner Vorarbeit von Alon Abelski freistehend vor dem Tor, weil er sich den Ball zu weit vorlegte, dann setzte Maximilian Watzka eine Abnahme aus 20 Metern lediglich an den Kasseler Innenpfosten (55.). Seitz sprach auf der anschließenden Pressekonferenz die Chancenverwertung seiner Truppe an: „Erst Latte, dann Pfosten. So etwas ist in unserer Situation nicht einfach. Aber zum Glück hat die Mannschaft danach nicht locker gelassen.“

Nur wenig später klingelte es endlich, als Chhunly Pagenburg zu seinem ersten Streich ausholte. Nach einem feinen Konter bediente Abelski den mitgelaufenen Torjäger, der per Heber das 0:1 markierte (69.). Und in den Freudentaumel hinein legte Pagenburg gleich nach, als erneut Abelski einen Eckball an den kurzen Pfosten spitzelte und Pagenburg per Kopf zum 0:2 verwandelte (72.). Es war der vierte Doppelpack der laufenden Saison für den Angreifer, der auch beim 2:1-Sieg in Freiburg, dem 2:2 gegen Mainz II und in Homburg (2:2) seine Torgefahr in zweifacher Ausführung unter Beweis stellte.

Nach 90 absolvierten Minuten war es dann geschafft und der Jubel groß auf Seiten der Spieler und Anhänger von Eintracht Trier. Anerkennung für die Leistung an diesem Tag erhielten sie auch von Kassels Trainer Wolf: „Trier hat absolut verdient gewonnen. Wir hingegen kamen gar nicht in Tritt.“

Nächstes Wochenende wartet bereits die nächste Auswärtsfahrt auf die Mannschaft von der Mosel, wenn sie an die bayrisch-hessische Grenze nach Alzenau reisen müssen.

Statistik und Noten

Hessen Kassel – Eintracht Trier 0:2 (0:0)

Kassel: Nulle – Hammann, Rahn, Müller, Meuser (64. Gaede) – Becker, Gallus – Merle (58. Schmeer), Pinheiro – Mayer, Henel (46. Damm).

Trier: Loboué (Note: 3,5) – Konrad (3), Hollmann (ab 7. Dingels 2) Kröner (2,5), Brighache (3) – di Gregorio (3,5, ab 90. Heinz), Kuduzovic (4, ab 75. Lewerenz), Watzka (2,5), Abelski (1,5), Zittlau (3,5) – Pagenburg (1,5).

Schiedsrichter: Marcel Göpferich (Bretten)

Tore: 0:1, 0:2 Pagenburg (69., 72.).

Zuschauer: 3500.

Spieler des Spiels: Chhunly Pagenburg. „Mr. Doppelpack“ war mit seinen Saisontoren neun und zehn der Garant für den unerwarteten Auswärtssieg in Kassel.

Das Video zum Spiel

Die Bilder zum Spiel

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Kommentare (6)

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  1. Sievo sagt:

    Marion, du bist ein Genie!

  2. Marion sagt:

    Ich glaube die 2 Tore von Pagenburg haben erst die drei Punkte eingebracht! Hätte Kassel auch 2 Tore geschossen wäre es nur 1 Punkt gewesen!!

  3. Sievo sagt:

    Bitte bitte lieber Chhunly bleib gesund.

  4. fan sagt:

    gott sei dank,
    schließe mich sve tom an, die tage von seitz in trier sind gezählt, mit oder ohne sieg

  5. Klaus sagt:

    Glückwunsch an die Mannschaft und Trainer scheint wie geplant eine Sorgenfreie Saison zu werden, alle Seitz Kritiker bitte einmal in den Allerwertesten beißen!
    🙂
    Nur der SVE

  6. SVE Tom sagt:

    Glückwunsch an die Mannschaft !
    Für sie freue ich mich !!

    Seitz raus !!!!!

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