Eintracht Trier: „Da geht der Fußball los“

Regionalliga Südwest: Tabellenführer Eintracht Trier tritt am Freitag bei Kickers Offenbach an (19 Uhr)

Von Florian Schlecht

Nervenkribbeln vor dem Auswärtsspiel von Eintracht Trier bei Kickers Offenbach (Freitag, 19 Uhr). Sechs Fanbusse begleiten den Regionalliga-Tabellenführer. Trainer Roland Seitz warnt indes vor dem kriselnden Gegner – und dem euphorischen Publikum am Bieberer Berg.

Eintracht Trier - TuS Koblenz
Roland Seitz freut sich auf das Highlight am Bieberer Berg in Offenbach.

Eine 25-Millionen-Euro-Arena, über 6.000 Zuschauer, Flutlicht-Atmosphäre und die Nostalgie von legendären Bundesliga-Schlachten: „Da geht doch der Fußball erst los“, schwärmt nicht nur Roland Seitz vor dem Auswärtsspiel von Eintracht Trier bei Kickers Offenbach. „In solchen Spielen macht es schon Spaß, wenn der Mannschaftsbus auf den Hof des Stadions fährt. Das habe ich auch versucht, den Jungs nahe zu bringen.“

Chris Keilmann, Fouad Brighache, Michael Dingels und Co. haben am Bieberer Berg aber auch ein ehrgeiziges Ziel vor Augen. Die Tabellenführung in der Regionalliga Südwest soll verteidigt werden. Alleine sechs Fanbusse machen sich am Feiertag um 14 Uhr auf den Weg nach Offenbach. Mit über 500 Anhängern von der Mosel rechnet der Supporters Club Trier (5vier berichtete). „Mich freut das, weil es ein Zeichen der guten Arbeit des Teams ist“, strahlt Seitz.

Seitz warnt vor dem Krisenklub

SSV Ulm - Eintracht Trier
Steven Kröner kehrt in den Kader zurück.

Und die Unterstützung aus Trier soll bei der Stimmung auch ein Gegengewicht zu den lautstarken Kickers-Fans sein. Die sind dem Traditionsverein, der wieder auf Topscorer Fabian Bäcker bauen kann, auch in der Krise geblieben: Im Sommer entzog der Deutsche Fußball-Bund dem Pokalsieger von 1970 die Drittliga-Lizenz, die Schulden belaufen sich inzwischen auf über 17 Millionen – und in der Liga fuhr die Mannschaft von Rico Schmitt nur einen Punkt in den letzten sechs Spielen ein.

„Ich habe intern darauf hingewiesen, was in Offenbach los ist. Dort brennt der Baum aus vielerlei Gründen. Wir treffen auf einen Gegner, der mit aller Macht punkten will. Und wenn die Spieler am Anfang einige gute Aktionen haben, können sie vom Publikum getragen werden“, warnt Seitz vor dem Klub, für den schon Rudi Völler stürmte.

Dennoch ist der Oberpfälzer zuversichtlich, am Bieberer Berg die Serie von 13 ungeschlagenen Spielen in Folge fortsetzen zu können. „Wenn wir die Aufgabe mit der Aggressivität von den Duellen mit Mainz und Großaspach angehen, haben wir eine Chance zu punkten.“ Die personelle Lage hat sich zudem entspannt. Vize-Kapitän Steven Kröner ist nach einem Bluterguss in der Wade am Donnerstag wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen, wird im Kader stehen, nach Angaben von Seitz aber nicht von Beginn an spielen. „In so einem Spiel kann uns Steven in der Schlussphase aber sicher helfen“, betont Seitz. Den defensiven Mittelfeldspieler ersetzen wird entweder wie zuletzt Youngster Christopher Spang – oder Torge Hollmann als Kandidat mit mehr Erfahrung.

Gut tat der Mannschaft auch die Vorbereitung auf das Spiel, nachdem in der Woche zuvor beim 1:0-Arbeitssieg gegen Eintracht Frankfurt II noch das Spitzenspiel in Mainz und das mühsame Weiterkommen im Pokal in Niederkail an den Kräften zehrte. „Wir haben die Luft im Training etwas rausgenommen. Ich hatte den Eindruck, dass die Köpfe wieder frei sind und wir in Offenbach mit der nötigen Frische auflaufen werden.“

+++Eintracht in Kürze+++

Anton steigt leicht ein – Bei den taktischen Trainingsübungen am Donnerstag wirkte Christoph Anton nach wochenlanger Pause wegen eines Mittelhandbruchs wieder mit. In Offenbach wird der 22-Jährige aber fehlen, da er weiter Gips trägt. „Mein Wunsch ist, dass er uns in den nächsten Wochen als Joker über Kurzeinsätze helfen kann“, so Trainer Seitz.

Tendenz beim Neuzugang geht in Richtung Winter – Weiterhin sucht Eintracht Trier einen Kandidaten, der den Verlust von Moussa Touré nach seiner Vertragsauflösung ersetzen kann. Zwei Spieler, die derzeit arbeitslos sind, haben jedoch bereits abgesagt. „Einer hat die Nase zu hoch getragen, bei einem anderen scheiterte eine Einigung an den Finanzen“, so Seitz, der nun eine Neuverpflichtung in der Winterpause favorisiert. „Dann ist das Transferfenster geöffnet – und wir haben mehr Möglichkeiten.“

Videos wieder ab dem Homburg-Heimspiel – Da wir einen Nachfolger für unseren Kameramann gesucht haben, der unser 5vier-Team leider verlassen hat, gab es in den vergangenen Wochen keine Videos von den regionalen Fußballspielen. Eine gute Nachricht haben wir aber nun für Euch: Ab dem nächsten Wochenende, mit dem Heimspiel von Eintracht Trier gegen den FC Homburg, können wir wieder bewegte Bilder anbieten.

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