Eintracht Trier: Darf Kempny von Beginn an ran? SVE gegen Homburg

Von der Eintracht berichtet
Andreas Maldener

Derbystimmung in Trier. Am morgigen Samstag trifft Fußball-Regionalligist Eintracht Trier um 14 Uhr im Trierer Moselstadion auf den FC 08 Homburg. Mit einem Sieg gegen den aktuell 16. der Tabelle könnte der Spitzenreiter aus der Moselstadt nicht nur die Tabellenführung zum dritten Mal in Folge verteidigen, sondern auch die grandiose Serie von vier Siegen in Folge weiter verbessern.

Foto: Steht kurz vor seinem Debüt in der Startelf! Thomas Kempny, hier bei einem seiner Kurzeinsätze gegen bayer Leverkusen II.

Nimmt man die Tabelle der Regionalliga West als Maßstab für den Ausgang des morgigen Spiels, so müsste man einen deutlichen Sieg für den heimischen SVE prognostizieren. Doch Trainer Roland Seitz weiß um die Schwere des Spiels gegen Homburg:“Homburg steht zwar auf einem Abstiegsplatz, aber wenn man sieht, mit welchen Ergebnisse sie Woche für Woche den Platz verlassen, dann sind das immer enge Spiele. Das wird auch morgen wieder ein Geduldsspiel werden.“ Der FC Homburg ist in der Tat eine auswärtsstarke Mannschaft, in ihren bisher sechs Auswärtsspielen verließen die Saarländern erst einmal den Platz als Verlierer (0:1-Niederlage in Wuppertal), in den restlichen fünf Partien reichte es jedoch ein ums andere Mal zu einem Punktgewinn in der Ferne. Und auch in Trier will das Team von Trainer Alfred Kaminski wieder für einen Punktgewinn sorgen. Zu ebenjenem Alfred Kaminski pflegt Roland Seitz ein gutes Verhältnis, beide legten im Jahr 2005 beim DFB gemeinsam ihre Fußballehrerprüfung ab. „Alfred hat einen typisch norddeutschen, eher kühlen Charakter“, beschreibt Seitz seinen Kollegen. Der SVE-Coach hält indes viel von Kaminski:“Er hat in Saarbrücken bei der U23 einen super Job gemacht, jetzt muss sich zeigen wie er in Homburg zurecht kommen wird.“ Auf alle Fälle freue er sich auf das morgige Wiedersehen mit dem Homburger Trainer.

Ebenfalls erfreut wäre Seitz darüber, wenn er morgen ein gut gefülltes Moselstadion vorfinden würde, dass seine Mannschaft zu drei wichtigen Punkten treibt: “Ich würde mich sehr freuen, wenn all die Fans, die auch wegen der vergangenen Saison unzufrieden und sauer sind, wieder ins Stadion kommen würden. Die Mannschaft hat es verdient, unterstützt zu werden, denn die Tabelle sagt derzeit mehr aus als alle Worte.“

Mit seiner Mannschaft will der Cheftrainer morgen eine Serie fortsetzen, die sich durchaus sehen lassen kann: Vier Siege in Folge konnte die Eintracht einfahren, gegen Homburg könnte Sieg Nummer fünf hinzukommen. Vergisst man die unglückliche 0:2-Niederlage in Lotte, wo Trier bereits nach zwei Minuten nach einer roten Karte gegen Andreas Lengsfeld mit zehn Spielern bestehen musst, dann ist der SVE seit dem vierten Spieltag ungeschlagen, acht Siegen steht lediglich ein Unentschieden gegenüber.

Doch zuletzt schien der Eintracht-Motor ein wenig ins Stottern zu geraten. „Die Jungs wissen, dass die Spiele gegen Wiedenbrück und Leverkusen nicht das waren, was wir uns vorstellen“, das weiß auch Roland Seitz. Aus dem Spiel heraus lief wenig zusammen im Spiel der Blau-Schwarzen, zwei Mal sorgte Freistoßkünstler Alban Meha letzten Endes für die Entscheidung. Doch zu hart will der Trainer mit seinen Spielern nicht ins Gericht gehen:“Die Stammelf ist fast immer die selbe, die Jungs geben immer Gas, da ist ein Substanzverlust durchaus normal.“ Hinzu komme die Situation, dass die Position des Tabellenführers für die gegnerischen Mannschaften eine ganz andere Motivationsgrundlage biete, so der Trainer.

Die Tatsache, dass die Startelf bis auf wenige Ausnahmen unverändert blieb, hängt auch direkt mit dem doch recht dünnen Kader der Eintracht zusammen, der durch etliche Verletzungen noch weiter ausgedünnt wird. Doch aus dem SVE-Lazarett kommen aktuell einige positive Nachrichten:  Tim Eckstein, der an einer Verletzung des Hüftbeugers leidet, macht im Aufbautraining gute Fortschritte, Trainer Seitz rechnet damit, dass Eckstein nächste Woche ins Mannschaftstraining einsteigen kann.

Gute Nachrichten erreichten den Coach auch heute morgen aus dem bayrischen Bad Griesbach,wo Mittelfeldspieler Tolgay Asma am gerissenen Kreuzband im rechten Knie operiert wurde. „Die Operation bei Tolgay ist gut verlaufen, was uns auch alle sehr freut. Ich werde auch heute Abend auf jeden Fall mit ihm telefonieren, dann wird es ihm sicherlich auch mental wieder besser gehen“, so Seitz.

Unterdessen scheint die Startaufstellung für das morgige Spiel gegen den FC Homburg bis auf eine Position zu stehen. Im Tor wird weiterhin André Poggenborg stehen, der in den letzten vier Spielen kein einziges Mal hinter sich greifen musste. Die Viererkette bilden Cataldo Cozza und Thomas Drescher auf den Außenbahnen, in der Innenverteidigung laufen Torge Hollmann und Josef Cinar auf. Im defensiven Mittelfeld beginnt Stefan Kohler, während Pierro Saccone die Offensive bildet. Auf der linken Außenbahn darf Freistoßzauberer Alban Meha von Beginn an ran. Auf der offenen rechten Seite sieht es derzeit so aus, als würde Thomas Kempny zu seinem ersten Spiel von Beginn an kommen:“Momentan tendiere ich zu Kempny, weil Thomas Kraus für unsere Mannschaft auf der rechten Seite momentan einfach verschenkt ist“, lässt sich Seitz in die Karten blicken. Kraus begann gegen Leverkusen auf der rechten Seite, scheint sich momentan jedoch im Sturmzentrum wohler zu fühlen, wo er für viel Bewegung sorgt. Deswegen wird Thomas Kempny wohl die große Chance bekommen, sich von Beginn an für einen Stammplatz zu beweisen. Schon nach seiner Einwechslung im Spiel bei Bayer Leverkusen zeigte Kempny eine solide Leistung auf dem rechten Flügel, sorgte für viel Gefahr. Ob Nico Patschinski oder Lukas Mössner dafür den Weg auf die Reservebank machen müssen, ließ der Trainer unterdessen offen.

Foto: Darf gegen Homburg wieder im Sturmzentrum spielen: Thomas Kraus, der gegen Leverkusen auf der rechten Außenbahn nicht ins Spiel fand.

Weiterhin schlecht stehen die Chancen für Thomas Riedl, der in Kaiserslautern geborene Mittelfeldspieler passt derzeit schlicht und ergreifend nicht in das eingespielte Mittelfeld der Eintracht. „Im Mittelfeld ist Riedl derzeit keine Alternative für mich, weil ich das System einfach nicht ändern will“, gibt sich Seitz offen. Eine Einwechslung Riedls würde eine Umstellung des Systems bedeuten, zusammen mit Stefan Kohler würde der Österreicher eine „Doppel-Sechs“ bilden. Zu defensiv für Seitz, der außerdem auf die Qualitäten von Pierro Saccone vertraut:“Saccone hat in der Rückwärtsbewegung viel dazugelernt. Zwar kann Riedl den Ball besser halten und einfacher spielen, aber Saccone spielt dann eben drei Fehlpässe, doch beim vierten steht unser Stürmer allein vor dem Tor.“

Das morgige Spiel wird zeigen, ob die Taktik von Roland Seitz gegen die Unentschieden-Könige der Liga aus Homburg aufgehen wird und ob die Eintracht auch nach dem dreizehnten Spieltag noch von ganz oben grüßt.

Fotos: Anna Lena Bauer

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Kommentare (4)

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  1. Eintracht-Fan sagt:

    Das wird morgen wieder ein „Schweinespiel“. Wäre schön, wenn der Kempny von Anfang an ran dürfte! Der hat mir letzte Woche gut gefallen. Mit einem Punkt wäre ich schon zufrieden. Wieder wird Geduld und gutes Stellungsspiel gefragt sein. Homburg hat ja schon oft unentschieden gespielt, was zeigt, daß die nicht so schlecht sind wie ihr Tabellenplatz sagt. 110% Leistung und vielleicht gibt es einen Punkt. Aber in jedem Spiel an die Leistungsgrenze zu gehen ist nicht so einfach. Eine Niederlage wäre auch nicht schlimm, denn wir haben ja schon viele Punkte gegen den Abstieg gesammelt!

  2. amaldener sagt:

    Anm. d. Red.: Ich bitte um Entschuldigung für die beiden Fehler, die mir unterlaufen sind. Danke an die Korrektoren.

  3. Andy sagt:

    Noch was: Riedl hat zwar in Österreich gespielt, aber ist immernoch Deutscher !!!

    Morgen gibts einen 2:1 Sieg 🙂

  4. Trierer Jung sagt:

    Ein Tippfehler, Meha wird links spielen und Kempny rechts oder?:)

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