Eintracht Trier: Der Bankkaufmann in der Abwehr träumt vom „Rekordtor“

Christoph Buchner ist zum Leistungsträger bei Eintracht Trier avanciert - Freitag steigt das Spitzenspiel gegen Sonnenhof Großaspach

Von Florian Schlecht

Ein ausgebildeter Bankkaufmann, der in der Innenverteidigung glänzt und überraschend torgefährlich ist: Christoph Buchner ist bereits nach wenigen Wochen zum Leistungsträger bei Eintracht Trier avanciert. Im Spitzenspiel gegen die SG Sonnenhof Großaspach (Freitag, 19 Uhr) will der 24-Jährige mit seinen Mannschaftskollegen den jüngsten Erfolgslauf fortsetzen.

Christoph Buchner, Eintracht Trier4
Ist privat und sportlich in Trier angekommen: Christoph Buchner.

Wer die Mannschaftskasse verwaltet? „Der Spangi“, sagt Christoph Buchner, beißt in einem Trierer Café herzhaft in ein Stück Marmorkuchen und lächelt. Nein, der Innenverteidiger von Eintracht Trier ist nicht unglücklich darüber, dass Christopher Spang über die Einzahlungen wacht, wenn Mitspieler zu spät zum Training kommen oder Handys in der Kabine klingeln. „Es ist ein undankbarer Job, weil man beim Einsammeln des Geldes immer betteln muss“, weiß Buchner, der als ausgebildeter Bankkaufmann allerdings auch geeignet wäre, die wertvolle Schatulle zu überwachen. „Der Job war intern aber schon vergeben, als ich im Sommer kam.“

So widmet sich der 24-Jährige lieber der Aufgabe, die Zahlen rund um die Trierer Erfolgsserien aufzupeppen. Auch wenn Buchner nach eigenen Angaben nicht viel auf die Statistik gibt, dass die Eintracht in der Regionalliga Südwest seit neun Spielen ungeschlagen ist und seit 506 Minuten keinen Gegentreffer mehr kassiert hat. „Den Lauf nehmen wir selbstverständlich gerne mit, aber wir konzentrieren uns nicht darauf. Wenn wir mal wieder ein Tor kassieren, aber am Ende gewinnen, wäre das trotzdem ein gutes Gefühl.“

Der Neuzugang vom Chemnitzer FC ist maßgeblich an der steilen Entwicklung der Mannschaft beteiligt. Zwei Wochen vor Saisonbeginn kam der 1,90-Meter-Hüne nach Trier, hat sich aber schnell in Form gebracht. Mit Michael Dingels bildet er ein starkes Duo in der Innenverteidigung. Torge Hollmann und Thomas Konrad, die nach Verletzungen erst im September in den Trainingsbetrieb zurückgekehrt sind, müssen sich momentan hinten anstellen. „Mit jedem Sieg ist das Selbstvertrauen bei uns allen gewachsen. Die Abläufe funktionieren immer besser. Ein Stück weit ist es überraschend, dass es zu dem frühen Zeitpunkt schon so gut läuft“, freut sich Buchner, der sich zudem ungewohnt torgefährlich präsentiert.

„Drei Tore in einer Saison sind mir noch nie gelungen“

Eintracht Trier - TuS KoblenzZwei Treffer hat der Defensivspezialist bereits auf dem Konto. „So viele waren es in meiner Karriere nach so kurzer Zeit noch nie.“ Besonders bei Standardsituationen bindet sich Buchner mit Kopfballstärke ein. „Alon bringt die Bälle super rein, in der Mitte haben viele Spieler ein ganz gutes Gardemaß, wodurch die Gegenspieler auch mal weggezogen werden und ich zu meinen Möglichkeiten komme.“ Was, wenn Buchner es auch im Spitzenspiel gegen Sonnenhof Großaspach am Freitag klingeln lässt? „Das wäre riesig – und für mich persönlich ein Rekordtor“, erzählt er mit leuchtenden Augen. „Drei Tore sind mir in einer Saison noch nie gelungen.“

In erster Linie zählt aber der Job, den er in der Abwehr verrichtet. Großaspach bietet mit Manuel Fischer und Sahr Senesie zwei herausragende Stürmer auf. „Gegen Fischer habe ich früher schon in der A-Jugend-Bundesliga gespielt und ihn im Fernsehen noch bei einer U16-EM gesehen, wo er Tor um Tor geschossen hat. Er gehörte mal zu den talentiertesten Spielern in Europa und kann Bälle gut festmachen. Senesie ist dagegen agiler, schneller.“ Die Mittel, um dagegen zu halten? „Wir müssen uns auf Sonnenhof einstellen, die Räume eng machen und Konter verhindern.“

Bayern-Fan will hoch hinaus

DFB-Pokal Eintracht Trier - 1-FC KoelnGelingt das, wäre das ein erneuter Beleg dafür, dass Buchner in Trier mehr als angekommen ist und wieder höhere Ziele ins Visier nehmen kann. In Chemnitz wurde der sympathische, bodenständige Verteidiger im Sommer nicht gehalten, nachdem er durch einen Bandscheibenvorfall vier Monate ausgefallen war. „Ich bin dem Verein aber dankbar dafür, dass ich mich dort im Sommer in der zweiten Mannschaft fit halten durfte.“

Zuvor erlebte er keine einfache Zeit beim inzwischen insolventen österreichischen Zweitligisten FC Lustenau („Die Bedingungen hatten nicht viel mit Profifußball zu tun, am Ende habe ich zwei, drei Monate kein Gehalt bekommen“), dem 1. FC Saarbrücken („Ich habe dort 26 Spiele bestritten, aber man wollte leider nicht mehr mit mir zusammenarbeiten“) und dem 1. FC Kaiserslautern („Ich war das erste Mal von daheim fort, habe mich nicht wohl gefühlt und hatte null Chancen“).

Der Sprung in den bezahlten Fußball gelang Buchner bei Wacker Burghausen. 20 Kilometer entfernt vom benachbarten Drittligisten ist der leidenschaftliche Fan des FC Bayern („Ich war früher oft im Stadion“) in Garching an der Alz aufgewachsen. In seiner Heimat hatte er die Ausbildung zum Bankkaufmann begonnen, bei der er seine inzwischen langjährige Freundin Veronika kennengelernt hat. „Wir beziehen bald eine Wohnung in Trier-Irsch“, ist der Verteidiger auch privat an der Mosel angekommen. Sportlich soll der jüngste Erfolgslauf gegen Großaspach fortgesetzt werden. Denn auch, wenn das Wort Aufstieg für Buchner (noch) ein Tabuthema ist. „Ich bin schon nach Trier gekommen, um so weit wie möglich oben mitzuspielen.“

+++Eintracht in Kürze+++

Früher gegen Frankfurt II und Freiburg II – Terminänderungen für Eintracht Trier: Bereits am Freitag, 25. Oktober (19 Uhr) kommt es zum Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt II. Ebenfalls vorverlegt wurde das Gastspiel der Moselstädter beim SC Freiburg II, das nunmehr auf Samstag, 23. November (14 Uhr) fixiert ist.

Trainerwechsel in der Regionalliga – Zwei Trainerwechsel gab es in dieser Woche in der Regionalliga Südwest: Stefan Emmerling trat bei Wormatia Worms nach der 1:3-Pleite beim SVN Zweibrücken zurück, der SC Pfullendorf trennte sich nach dem 1:5-Debakel beim KSV Baunatal vom bisherigen Übungsleiter Adnan Sijaric.

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