Der Torjäger glänzt beim 3:0-Sieg in Baunatal als Vorbereiter

Eintracht Trier siegt in der Regionalliga Südwest mit 3:0 beim KSV Baunatal - Sylvano Comvalius mit drei Vorlagen

Von Florian Schlecht (Text) und Alexander Heinen (Fotos)

Ganz abgeklärter Sieg für Eintracht Trier: Mit 3:0 gewann der Regionalligist beim Schlusslicht KSV Baunatal. Matchwinner war Sylvano Comvalius, der alle drei Treffer vorbereitete. 

KSV Baunatal-Eintracht Trier. A. Heinen.

Trierer Knuddelrunde: Alon Abelski traf zum 0:1 in Baunatal.

Normalerweise ist es der Hauptberuf von Sylvano Comvalius, als Stürmer von Eintracht Trier selber auf Torejagd zu gehen. Nach seinem Doppelpack zum 2:0-Sieg gegen 1899 Hoffenheim II in der Vorwoche bewies sich der Niederländer im Auswärtsspiel beim KSV Baunatal aber auch als Vorbereiter. Beim 3:0-Erfolg beim Schlusslicht der Regionalliga Südwest legte Comvalius alle Treffer von Alon Abelski (14.), Lars Bender (64.) und Marco Quotschalla (79.) glänzend auf. Er hatte so maßgeblichen Anteil an dem achten ungeschlagenen Spiel in Folge, der seinen Bart weiter wachsen lässt. Denn der Angreifer will sich wie Steven Kröner und Christoph Anton bis zur nächsten Niederlage nicht mehr rasieren.

Ein Vorhaben, das beim Gegner aus Baunatal wahrscheinlich nicht mal zu einem Drei-Tage-Bart reichen würde. Mit einer Heimbilanz von null Punkten und 0:13-Toren war der Aufsteiger aus Nordhessen in das Duell mit den Trierern gegangen. Und das Spiel offenbarte früh, warum die Ausbeute des Kellerkindes so erschreckend ist. Wie im DFB-Pokal traten beide Mannschaften ganz unterschiedlich auf. Baunatal so harmlos wie ein Underdog mit zwei Viererketten, mit denen das eigene Tor massiv verteidigt werden sollte. Trier so abgeklärt wie der Favorit, der auf eine frühe Führung aus war, ohne die Kontrolle dabei aufzugeben.

Abelski mit seinem vierten Saisontreffer

KSV Baunatal-Eintracht Trier. Fans.Comvalius verbuchte die erste Gelegenheit, als er den Ball nach einer Flanke von Lars Bender nicht entscheidend platzieren konnte (7.). Kurz darauf wurde ein Schuss des Angreifers von einem Baunatal-Verteidiger abgeblockt (8.). Der nächste Eintracht-Versuch passte dann aber: Comvalius legte wunderbar auf Alon Abelski zurück, der aus zehn Metern keine Mühe hatte, zu seinem vierten Saisontreffer einzuschieben.

Das 0:1 war das perfekte Elixier gegen einen tiefstehenden Gegner, der trotz des Rückstandes weiter auf Konter spekulierte. Die ließ Trier aber nicht zu, weil es mit Konzentration und Zweikampfstärke agierte. Und noch vor der Pause auf den zweiten Treffer aus war. Marco Quotschalla scheiterte mit einer strammen Abnahme an KSV-Torwart Kim Marvin Sippel (17.), ein Kopfball-Tor von Michael Dingels wurde von Schiedsrichter Marcel Beck zurecht aberkannt. Danach verflachte die Partie für einige Zeit, ehe es vor dem Seitenwechsel turbulent wurde. Da vergab das Team von Roland Seitz eine Doppelchance, als erst Abelski aus kurzer Distanz vergab und Quotschalla im Nachsetzen nur den Innenpfosten traf (33.).

„Trier wird nie unser Maßstab sein“

KSV Baunatal-Eintracht Trier. Marco QuotschallaAn dem Einbahnstraßen-Fußball änderte sich auch im zweiten Durchgang nichts. Sippel lenkte einen abgefälschten Abelski-Schuss im letzten Moment über die Latte (50.) und parierte in der Folge auch gegen Cuntz (51.). Machtlos war der Torhüter dann beim 0:2 von Lars Bender, dem der Ball wunderbar von Comvalius in den Lauf gelegt wurde (64.). Es war die Entscheidung in einem Spiel, in dem die Platzherren nicht eine einzige Möglichkeit verbuchten. Marco Quotschalla krönte die souveräne Trierer Vorstellung mit dem 0:3, indem er eine wunderbare Flanke von Comvalius zu seinem ersten Saisontor vollstreckte.

„Die Spiele, in denen jeder Fan einen Sieg erwartet, werden im Kopf entschieden. Ich möchte meiner Mannschaft daher ein großes Kompliment für ihre Professionalität aussprechen“, lobte SVE-Trainer Seitz. „Trier ist nicht unser Maßstab und wird nie unser Maßstab sein“, befand dagegen KSV-Coach Tobias Klöppner. „In der Masse war es bei der Qualität, die sie gezeigt haben, schwer, dagegen zu halten.“

Es war zugleich ein historischer Sieg für Eintracht Trier, das erstmalig ein Spiel in Baunatal gewann. Zuletzt hatten sich beide Mannschaften vor 34 Jahren, im März 1979, in der 2. Bundesliga Süd getroffen. Am kommenden Samstag erwartet das Team um Comvalius, Dingels und Co. den nächsten Traditionsverein. Dann kommt Waldhof Mannheim ins Moselstadion (14 Uhr).

Statistik

KSV Baunatal – Eintracht Trier 0:3 (0:1)

Baunatal: Sippel – Heussner, Borgardt, Wolf, Brandner – Davulcu, Riske, Wengerek, Matys – Nebe – Pforr.

Trier: Keilmann (3) – Brighache (2), Dingels (2,5), Buchner (3), Zittlau (3) – Kröner (3), Cuntz (3, ab 74. Spang) – Bender (2,5, ab 83. Kuduzovic), Abelski (2,5), Quotschalla (3) – Comvalius (1,5, ab 80. Touré).

Schiedsrichter: Marcel Beck (Künzelsau)

Tore: 0:1 Abelski (14.), 0:2 Bender (64.), 0:3 Quotschalla (79.).

Zuschauer: 500.

Spieler des Spiels: Sylvano Comvalius. Drei Tore – und alle drei Vorlagen kamen vom Niederländer. Der Angreifer glänzte beim 3:0-Sieg in Baunatal als gedankenschneller Vorbereiter.

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