Eintracht Trier: Derby beim kriselnden FC Homburg – “Serie starten”

Von der Eintracht berichten
Andreas Maldener (Text) und Anna Lena Bauer (Fotos)

Derbystimmung bei Fußball-Regionalligist Eintracht Trier. Am Samstag reist die Mannschaft von Trainer Roland Seitz ins benachbarte Saarland, wo sie um 14 Uhr im Homburger Waldstadion auf den FC 08 Homburg treffen wird. Definitiv verzichten muss Trainer Seitz auf seinen defensiven Mittelfeldspieler Stefan Kohler (Muskelverletzung), für ihn wird Jeremy Karikari in die Bresche springen. Fraglich ist derzeit der Einsatz von Kapitän Josef Cinar.

Jeremy Karikari bekommt durch die Kohler-Verletzung in Homburg die Chance, sich zu beweisen.

„Der Fußball schreibt oft Geschichten und bringt Konstellationen zu Stande, die so nur hier möglich sind.“ Mit diesen Worten begann Eintracht-Trainer Roland Seitz die Pressekonferenz vor dem Auswärtsspiel beim FC Homburg am Samstag um 14 Uhr im Waldstadion. Der Oberpfälzer in Diensten des Moselclubs spielt mit dieser Aussage an auf die Geschehnisse, die sich derzeit rund um den massiv abstiegsbedrohten saarländischen Traditionsclub  abspielen. An Karfreitag erst gab der Trainer der Grün-Weißen aus dem Saarland, Christian Hock, urplötzlich seinen Rücktritt bekannt. Mit „mangelnden sportlichen Perspektiven“ an der Saar begründete der Trainer, der sich durch sein Engagement beim SV Wehen-Wiesbaden überregional einen Namen machte, das Ende seiner kurzen Laufbahn beim FCH. Stattdessen heuerte er beim Süd-Regionalligisten KSV Hessen Kassel an, wo Hock nun als Aufstiegsfavorit in die Dritte Bundesliga eine ruhigere Restsaison als im Saarland verleben wird. Kurzfristig entschied sich die Homburger Führungsetage nun dazu, den bisherigen Co-Trainer Taifour Diane in die Chefposition zu hieven. Doch als wäre all dies noch nicht genug Dramatik, suspendierte der FC auch noch den Ex-Trierer Sahr Senesie. Interne Gründe hätten den Ausschlag für diese Entscheidung gegeben, so Diane, Senesie selbst wisse jedoch sehr genau, weshalb diese Option gezogen wurde.

Viel Unruhe also im Vorfeld der Regionalliga-Begegnung am Samstag beim kommenden Gegner der Eintracht. Eintracht-Trainer Seitz misst den Vorkommnissen für seine Mannschaft keine allzu große Bedeutung zu:„Diese Gemengelage wird unsere Spieler auf keine Fall beeinflussen, abzuwarten bleibt lediglich, ob die aktuelle Situation den Homburgern einen Schub verleiht oder er ein Rückschlag sein wird. Aber um das zu bewerten, sind wir zu weit weg.“ Seitz selbst kickte auch schon bei den Homburgern, wurde in der Rückrunde der Saison 1993/94 von MSV Duisburg an die Saar ausgeliehen. Doch deswegen hegt der Trainer keine persönlichen Gelüste auf einen Derbysieg:“Dennoch erwarte ich ein Derby, dass bereits im Hinspiel seine Härte und Bedeutung unter Beweis gestellt hat. Es wäre also für den Verein und die Fans sehr schön, dass Derby für sich zu entscheiden.“ Das Hinspiel im Moselstadion konnte die Eintracht mit 3:1 für sich entscheiden.

Die genaue Aufstellung seiner Elf ließ Trainer Roland Seitz noch offen.

Vor dem morgigen Derby stehen zumindest noch kleinere Fragezeichen hinter der Aufstellung von Eintracht Trier. Definitiv passen muss Stefan Kohler, der Schweizer zog sich unter der Woche eine Muskelverletzung zu (wir berichteten) und wird einige Wochen ausfallen. Deswegen bietet sich die Chance für Jeremy Karikari, in den noch verbleibenden Partien bis zum Saisonende durch gute Leistungen seine Aussichten auf eine Vertragsverlängerung zu erhöhen. Seinen Vertrag verlängert hat hingegen schon Michael Dingels. Dennoch ist durchaus möglich, dass das Urgestein im Trikot des SVE auch gegen Homburg erneut auf der rechten Abwehrseite auflaufen darf. „Wir versuchen in dieser Phase noch, einige Spieler zu testen und ihnen Spielpraxis zu geben, um dann in den letzten Spielen wieder Konstanz im Hinblick auf das Pokalfinale in die Mannschaft zu bringen“, beschreibt Seitz die Gründe für eine mögliche Rotation. Sollte Dingels spielen dürfen, würde Cataldo Cozza erneut auf die Reservebank ausweichen müssen. Ein weiteres Fragezeichen steht hinter Kapitän Josef Cinar. Nach seiner Knieverletzung konnte er zwar am Mittwoch ins Mannschaftstraining einsteigen, doch Seitz will die Trainingseinheit am heutigen Nachmittag abwarten, ehe er eine endgültige Entscheidung in der „Causa Cinar“ fällt. Sollte der Capitano passen müssen, Fabian Zittlau wäre als Vertreter zur Stelle. In der Offensive wird die Eintracht wie schon beim 3:1-Heimsieg gegen Bayer Leverkusen II mit einer Doppelspitze zu Werke gehen. Dann könnten Lukas Mössner und Thomas Kraus erneut im Sturmzentrum beginnen, Oliver Mvondo würde erneut die rechte Außenbahn einnehmen. Realistisch scheint jedoch auch ein Einsatz von Ahmet Kulabas, der gegen Leverkusen nach einer langwierigen Oberschenkelverletzung eingewechselt wurde und gleich einen guten Eindruck hinterließ.

Mögliche Aufstellung: Poggenborg – Drescher, Hollmann, Cinar/Zittlau, Dingels – Meha, Karikari, Kuduzovic, Mvondo – Mössner, Kraus

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Kommentare (2)

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  1. Werde dabeisein sagt:

    Wenn Karikari und Dingels von Anfang an spielen, dann ist mir nicht ganz wohl dabei. Einer von beiden würde mir von Anfang an reichen. Letzte Woche war ja auch noch der Kohler dabei.Aber ein richtig gutes Spiel gab es erst, als Cozza und Kulabas eingewechselt wurden. Die beiden sind einfach ein Muß bei der Mannschaftsaufstellung und müßten auch für die nächste Saison gehalten werden.

  2. Sievo sagt:

    Ob Seitz der Eintracht einen großen Gefallen macht, wenn er, wie er sagt, Spielern aus der zweiten Reihe eine Chance gibt und dann solche Spieler wie Cozza auf die Bank verbannt, sozusagen ohne Grund suspendiert, bleibt dahingestellt. Das erhöht nicht gerade die Chancen, dass Cozza für die nächste Saison hier einen Vertrag unterschreiben wird, obwohl er so dringend benötigt würde.

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