Eintracht Trier: Die neuen Vereine der Regionalliga Südwest

Kickers Offenbach kommen aus Liga 3 runter - Aufsteiger: SVN Zweibrücken, SpVgg Neckarelz und KSV Baunatal

Eintracht Trier - Bochum IIDie Vorbereitungen auf die neue Spielzeit 2013/14 stehen in den Startlöchern. Eintracht Trier legt mit dem Trainingsauftakt am 22. Juni los und bekommt es in der Regionalliga Südwest in der nächsten Saison mit einigen neuen Gesichtern zu tun. Die SV Elversberg verabschiedete sich mit dem Aufstieg in die dritte Liga. Neu dabei ist dafür mit den Kickers Offenbach ein Traditionsklub, der in Liga 3 sportlich zwar den Klassenerhalt schaffte, jedoch den nötigen wirtschaftlichen Leistungsnachweis nicht erbringen konnte.

Aus den Oberligen steigen der SVN Zweibrücken (Rheinland-Pfalz/Saar), die SpVgg Neckarelz (Baden-Württemberg) und der KSV Baunatal (Hessen) auf. Abzüglich der Absteiger 1.FC Eschborn, FSV Frankfurt II, SC Idar-Oberstein und Bayern Alzenau wird die Liga damit von 19 auf 18 Vereine reduziert.

Kickers Offenbach

Viel Tradition kommt mit dem Club vom Bieberer Berg in die Regionalliga Südwest. In der Saison 2007/2008 war der zweimalige Deutsche Vize-Meister (1950, 1959) und DFB-Pokalsieger von 1970 zuletzt zweitklassig. Mit Rudi Völler und Uwe Bein machten zwei spätere Weltmeister bei den Kickers ihre ersten Schritte im Profi-Geschäft.

Doch nun sieht man in Offenbach schweren Zeiten entgegen. Zwar schaffte man als Tabellen-15. den sportlichen Klassenerhalt in der dritten Liga, muss aber trotzdem absteigen, da man die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit nicht nachweisen konnte. Die Drittliga-Lizenz wurde daher verweigert, nun soll in der Regionalliga ein Neuanfang gestartet werden.

Dafür muss in den nächsten Wochen aber zunächst ein konkurrenzfähiger Kader zusammengestellt werden. Als Trainer und Manager in Personalunion dafür verantwortlich zeichnet Rico Schmitt, der im Februar diesen Jahres den Posten des Übungsleiters von Arie van Lent übernahm. Der 44-Jährige feierte mit Erzgebirge Aue in seiner ersten Saison als Profi-Coach 2010 den Aufstieg in die zweite Liga und war dort bis Anfang 2012 tätig.

Für die kommende Spielzeit hat Schmitt bisher allerdings erst fünf Spieler aus der Hessenliga-U23 und der U19, die gerade den Bundesliga-Aufstieg in der Relegation gegen den 1.FC Kaiserslautern verpasste, unter Vertrag. Aus dem letztjährigen Profi-Kader stehen zwölf Abgänge fest, darunter die der Leistungsträger Matthias Fetsch (zum FC Augsburg), Thomas Rathgeber (zum 1. FC Saarbrücken) oder Julius Reinhardt (zum 1.FC Heidenheim). Zumindest hat der 38-jährige Routinier Sead Mehic seine Bereitschaft signalisiert, beim Neuaufbau mitzuhelfen und auch in der vierten Liga im neuen Sparda-Bank-Hessen-Stadion (20.500 Plätze) auf dem Bieberer Berg spielen zu wollen.

SVN Zweibrücken

Mit acht Punkten Vorsprung gewann der SVN Zweibrücken das Titelrennen mit dem FSV Salmrohr in der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar letztlich doch souverän. 81 Zähler reichten dem Team von Trainer Peter Rubeck für den Aufstieg. Rubeck, gebürtiger Zweibrücker, stürmte zwischen 1981 und 1986 für Eintracht Trier in der damals drittklassigen Oberliga Südwest und ist seit 2007 für die Elf aus dem Stadtteil Niederauerbach verantwortlich.

Die meisten der Garanten für den Aufstieg haben indes bereits Verträge für die kommende Spielzeit, darunter auch der aus Lampaden stammende Offensivspieler Jens Kirchen. Der 24-Jährige spielte in der Jugend einige Jahre bei Eintracht Trier, vor einem Jahr kam er über Stationen beim SV Mettlach und beim luxemburgischen Erstligisten CS Petange zum Club aus der 34.000-Einwohnerstadt im Südwesten.

Ob Top-Torjäger Andreas Haas derweil auch eine Klasse höher weiter seine Schuhe für den SVN schnürt, ist noch nicht geklärt. Haas kam in der Winterpause vom SC Halberg-Brebach und erzielte in der Rückrunde in 17 Einsätzen beeindruckende 19 Tore. Zu Beginn seiner viel versprechenden Karriere kam der inzwischen 31-Jährige ehemalige deutsche U16-Nationalspieler auf einige Zweitliga-Spiele beim 1.FC Saarbrücken. Nun denkt er jedoch darüber nach, seine Schuhe aus beruflichen und familiären Gründen an den Nagel zu hängen.

Klar ist indes, dass die Zweibrücker ihre Regionalliga-Heimspiele wegen unzureichender Sicherheitsvorkehrungen vorerst nicht im eigenen Westpfalz-Stadion austragen dürfen. Als Ausweichort konnte nicht etwa die Anlage des benachbarten FK Pirmasens, sondern zunächst nur die 4.000 Zuschauer fassende und etwa 100 Kilometer entfernte Spielstätte des SC Idar-Oberstein gewonnen werden.

SpVgg Neckarelz

Mit fünf Punkten Vorsprung feierte die SpVgg Neckarelz die Meisterschaft in der Oberliga Baden-Württemberg. Trainer Peter Hogen übernahm die Elf aus dem Stadtteil des 23.000-Einwohner-Ortes Mosbach, rund 30 Kilometer nordöstlich von Sinsheim in Nordbaden gelegen, bereits 2002. Damals war die SpVgg noch in der Landesliga angesiedelt, nun schaffte Hogens Truppe nach dem Oberliga-Aufstieg von 2010 den Sprung in die Regionalliga.

Wohl bekanntester Spieler des Vereins, der seit 1986 ununterbrochen von Präsident Dr. Thomas Ulmer geführt wird, ist Stürmer Bogdan Müller. Er wechselte Anfang 2010 aus Neckarelz zur zweiten Mannschaft des FC Schalke 04 und heuerte nach anderthalb Jahren im Pott beim Karlsruher SC an, für den er 2011/12 vierzehn Zweitliga-Partien absolvierte. Im Februar diesen Jahres kehrte Müller zurück und hatte mit fünf Toren sowie vier Vorlagen in 14 Einsätzen noch maßgeblichen Anteil am Aufstieg.

Bundesweite Bekanntheit erlangte die SpVgg Neckarelz zu Beginn der Saison 2009/10: Damals noch Verbandsligist, unterlag man dem großen FC Bayern in der ersten Runde des DFB-Pokals nur mit 1:3. Ausgetragen wurde diese Partie in der Sinsheimer Rhein-Neckar Arena der TSG Hoffenheim, normalerweise spielen die Neckarelzer im heimischen Elzstadion (Platz für 4.500 Zuschauer).

KSV Baunatal

Seit 1999 spielte der Kultur- und Sportverein Baunatal ununterbrochen in der Oberliga Hessen. Vor wenigen Wochen machte man mit einem Mini-Polster von nur einem Zähler auf den SV Jügesheim die Meisterschaft und den damit verbundenen Aufstieg in die Regionalliga Südwest perfekt.

Und der Club aus dem 27.000 Einwohner zählenden Städtchen wenige Kilometer südlich von Kassel ist kein Unbekannter für den SVE: Zwischen 1976 und 1979 traf man sich insgesamt sechs Mal in der zweiten Bundesliga, ehe Baunatal wieder absteigen musste. Die Bilanz: Drei Siege für die Eintracht, zwei für den KSV und ein Remis.

Im Aufstiegs-Kader der beiden Spielertrainer Tobias Klöppner (Torwart) und Tobias Nebe (Mittelfeld), die seit Juli 2010 gemeinsam in der Verantwortung stehen, finden sich keine überregional bekannten Akteure wieder. Dennoch soll die erfolgreiche Truppe auch eine Klasse höher den Stamm bilden und dabei durchaus eine gute Rolle spielen können. Ein großes Plus kann auch das kostenfrei nutzbare Parkstadion in Baunatal werden. 9.000 Zuschauern bietet das weite Rund Platz. Besonders im Derby gegen Hessen Kassel sollte dort Stimmung garantiert sein.

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