Eintracht Trier: „Die Null muss stehen“ – St. Pauli im Blickpunkt

Von der Eintracht berichtet
Andreas Maldener

Am kommenden Samstag eröffnet Fußball-Regionalligist Eintracht Trier die neue Spielzeit mit einer Kracherpartie in der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals. Zu Gast im Moselstadion ist um 15.30 Uhr Bundesliga-Absteiger und Kultclub FC St. Pauli. Eintracht-Trainer Roland Seitz plagen vor der Partie kleinere Personalsorgen, dennoch rechnet er seiner Mannschaft bei der richtigen taktischen Ausrichtung Chancen auf eine der viel erhofften Pokalsensationen aus. Bisher wurden bereits 7000 Karten abgesetzt, der Verein erwartet bis zu 9000 Zuschauer.

Mit seinem Treffer zum 1:0 im Rheinlandpokalfinale gegen die TuS Koblenz ebnete "Faz" Kuduzovic den Weg in den DFB-Pokal. Wird er am Samstag wieder jubeln?

Das Trierer Moselstadion ist schon fast gerüstet für seinen großen Tag: Seit Mittwoch sind im Stadion die Bauarbeiten im Gange, denn es muss viel getan werden, um den DFB-Statuten für den nationalen Pokalwettbewerb gerecht zu werden: Werbebanden müssen abgeklebt werden, die einheitlichen Spielbegrenzungen, wie sie bei allen 32 Begegnungen der ersten DFB-Pokal-Hauptrunde zu sehen sind, müssen aufgebaut werden. Und natürlich muss das satte Grün im altehrwürdigen Moselstadion sich von seiner allerbesten Seite zeigen. Dazu laufen die Arbeiten an den Stadioneingängen auf Hochtouren, Schilder werden erneuert, die Maler rücken an. Eintracht Trier will sich von seiner besten Seite zeigen, wenn am kommenden Samstag um 15.30 Uhr zur ersten Hauptrunde des DFB-Pokals gegen den Traditionsclub FC St. Pauli rund 9000 Zuschauer im Moselstadion erwartet werden.

„Die Vorbereitung auf die neue Saison ging sehr schnell vorbei, jetzt freuen wir uns alle auf Samstag, denn wir wollen den Zuschauern gegen St. Pauli gleich einen guten Einstieg in die Saison bieten“, sagt Roland Seitz, Trainer des Fußball-Regionalligisten aus der Moselstadt. Dennoch warnt der Oberpfälzer vor allzu hohen Erwartungen im Umfeld des Vereins und veranschaulicht dies mit einem simplen Beispiel: “Wenn wir zehn Mal zu einem Rheinlandligisten fahren, werden wir unter normalen Umständen und bei voller Konzentration auch zehn Mal gewinnen. Genau in dieser Situation befindet sich auch St. Pauli, denen das Kunststück gelingen muss, voll konzentriert in die Partie zu gehen.“ Damit seine Mannschaft bestens auf das Highlight gleich zu Saisonbeginn vorbereitet ist, lief bereits im Vorfeld eine groß angelegte taktische Analyse des Gegners: Den 2:0-Heimsieg der Paulianer am ersten Spieltag des Bundesliga-Unterhauses gegen den FC Ingolstadt analysierte Trainer Seitz vor dem Fernseher, das 1:1-Unentschieden am vergangenen Montag bei Bundesliga-Absteiger Eintracht Frankfurt sah er sich dann live im Stadion an.

Und für den kommenden Gegner findet er fast nur lobende Worte: “St. Pauli spielt sehr gut und aggressiv gegen den Ball und versucht dann mit einem guten Kurzpassspiel nach vorne zu spielen und zum Torerfolg zu kommen.“Für seine Mannschaft hat den Trainer deswegen auch schon einige hoffentlich probate taktische Kniffe eingeplant: “Wir müssen versuchen, so lange wie möglich defensiv zu stehen und ein enges Ergebnis, also ein 1:0, ein 1:1 oder ein 0:1 zu halten. Denn dann haben wir mit einem einzigen Schuss die Möglichkeit, es in die Verlängerung zu schaffen oder das Spiel sogar zu gewinnen.“ Für Trainer Roland Seitz steht auch fest, dass seine Mannschaft nicht mit langen Bällen operieren darf, da er gegen die groß gewachsene Pauli-Abwehr so keine große Chancen sieht. „Ob die Jungs das aber so umsetzen können und ob der Gegner unser Kurzpassspiel auch zulässt, müssen wir am Samstag sehen“, gesteht er ein.

"Wir brauchen einen sehr guten Tag und Pauli eben einen schlechten", sagt Thomas Kraus.

Dass Eintracht Trier gegen den Bundesliga-Absteiger beileibe kein Favorit sein kann, weiß auch Thomas Kraus, der bereits im vergangenen Jahr bei der 0:2 (0:1)-Niederlage gegen den 1. FC Nürnberg dabei war: “Wir brauchen die Tatsache, dass St. Pauli der klare Favorit ist, nicht zu verdrehen. Alle elf Spieler, die von Beginn an auf dem Feld sind, müssen einen richtig guten Tag haben und St. Pauli eben einen schlechteren. Dazu müssten wir anders als im letzten Jahr eine unserer wenigen Chancen auch reinmachen.“ Nicht unwichtiger scheint für den ehemaligen Kölner auch die Tatsache zu sein, dass der Kiezclub bereits zwei Partien auf dem Buckel hat und deswegen bereits einen Rhythmus gefunden hat. Um noch einmal auf Stärken und Schwächen des Gegners auf dem hohen Norden hinweisen zu können, traf sich die Mannschaft am Nachmittag zu einer Videoschulung.

Die Taktik scheint also bereits zu stehen, doch eine konkrete Aufstellung für das Kracherspiel gegen St. Pauli vermochte keiner der bei der Pressekonferenz anwesenden Journalisten dem Trierer Trainer zu entlocken. „Bis auf Tolgay Asma, der weiterhin mit den Folgen seines Kreuzbandrisses aus der vergangenen Saison zu kämpfen hat, stehen alle Spieler zur Verfügung, was bei unserem noch nicht so breiten Kader ein Vorteil ist“, erklärt Seitz. Mit leichteren Problemen schlagen sich aktuell noch Jeremy Karikari und Chhunly Pagenburg herum: Defensiv-Spezialist Karikari wurde unter der Woche von einer starken Erkältung heimgesucht, bei Nezugang Pagenburg zeigen sich die Anstrengungen der harten Vorbereitung, vor allem nach über einem Jahr verletzungsbedingter Pause, in kleineren muskulären Problemen. Aber Roland Seitz weiß die Signale seines Schützlings genau zu deuten: “Sein Körper hat jetzt auf die harte Vorbereitung reagiert. Meine Aufgabe ist es deswegen, ihn so heranzuführen, dass er uns ein ganzes Jahr lang helfen kann.“

Doch trotz einiger Fragezeichen lassen sich bereits Tendenzen einer möglichen Startaufstellung erkennen: In der Defensive dürfte sich Coach Seitz bereits auf das Quartett Cataldo Cozza, Torge Hollmann, Oliver Stang und Thomas Drescher festgelegt haben. Sollte Jeremy Karikari rechtzeitig von seiner Erkältung erholen, würde er zusammen mit Neuzugang Denny Herzig das defensive Mittelfeld bilden. „Gegen eine spielstarke Mannschaft wie St. Pauli ist es wichtig, die Räume eng zu machen. Deswegen tendiere ich zu einer Doppelsechs“, erklärt Seitz die taktischen Gründe einer defensiveren Formation. Die rechte Außenbahn im Mittelfeld wird aller Voraussicht nach Thomas Kraus gehören, Ahmet Kulabas dürfte dann die einzige Spitze sein. Wird Chhunly Pagenburg rechtzeitig fit, wird er hinter Kulabas als hängende Spitze agieren, auf der rechten Außenbahn müsste Seitz sich dann zwischen Fahrudin Kuduzovic und Neuzugang Martin Hauswald entscheiden.

Doch Fußball ist häufig ein unberechenbares Geschäft, deswegen will sich keiner der Protagonisten auf eine endgültige Aufstellung festlegen. Zudem bestreitet der SVE am Donnerstag und Freitag noch zwei weitere Trainingseinheiten, ehe am Samstag dann das Kracherspiel gegen den FC St. Pauli auf dem Programm steht.

Pokal-Splitter

+++ Bibiana Steinhaus an der Pfeife +++

Vor gut zwei Wochen leitete sie noch das WM-Finale der Fussball-Weltmeisterschaft der Frauen zwischen Japan und den USA , nun pfeift Bibiana Steinhaus im Moselstadion die erste Runde des DFB-Pokals zwischen Eintracht Trier und dem FC St. Pauli. Die 32 jährige Polizeibeamtin aus der Nähe von Hannover pfeift im Ligenbertrieb vornehmlich in der zweiten Bundesliga und stand diese Saison kurz vor dem Sprung in die erste Bundesliga. Für die erste weibliche Schiedsrichterin im Profifußball ist es zwar die Premiere im Trierer Moselstadion, doch Steinhaus leitete bereits am 13.03.2009 die Partie der Regionalliga West zwischen Preußen Münster und Eintracht Trier. Damals siegten übrigens die Münsteraner vor heimischem Publikum mit 3:2 (1:0).

+++Rund 7000 Karten sind schon weg+++

Laut Angaben von Geschäftstellenleiter Dirk Jacobs hat Eintracht Trier bis zum Donnerstag rund 7000 Karten für die Partie gegen St. Pauli verkauft. „Aus Hamburg wurden 200 Karten für die Stehplatzränge zurück geschickt, diese gehen am Spieltag in den freien Verkauf“, so Jacobs.

+++Bus-Shuttle startet bereits zwei Stunden vor Pokal-Knüller+++

Der SV Eintracht Trier 05 macht noch einmal auf einen besonderen Service rund ums DFB-Pokalspiel am Samstag, 30. Juli, 15.30 Uhr, gegen den FC St. Pauli aufmerksam: Zusammen mit den SWT Stadtwerken Trier bietet der SVE einen kostenlosen Shuttle-Service zum Pokal-Spiel FC St. Pauli am Samstag, 30. Juli an. Zwei Stunden vor Spielbeginn um 13:30 Uhr starten die ersten Shuttle-Busse vom Nikolaus-Koch-Platz und von der Handwerkskammer in der Loebstraße (nicht wie ursprünglich gemeldet am Ex-Riverside-Parkplatz) zum Moselstadion und fahren dann im Sieben-Minuten-Takt. Nach Spielende steht der Shuttle-Verkehr auf der gleichen Route für eine weitere Stunde zur Verfügung.

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Kommentare (2)

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  1. Fan sagt:

    Nee, Herr Timm, ich glaub, das Wissen kann man voraussetzen. Aber es tut den Jungs und Mädels bestimmt ganz dolle leid dass sie den Namen nicht ganz korrekt geschrieben haben.

    War n saugeiles Spiel!

  2. Joachim Timm sagt:

    Soso, ihr kennt Euch mit Fußball aus. Und wisst, das St.Pauli ein Kultclub ist.
    Und 1.FC St.Pauli heißt????

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