„Die Plackerei ist schnell vergessen“

Von Florian Schlecht (Text) und Anna Lena Grasmück (Fotos)

Der Supporters Club Trier (SCT) ist eine Institution der Fankultur von Eintracht Trier. Nun hat der Dachverein der Fanklubs Gestaltung und Verkauf der Fanartikel übernommen. 5vier unterhielt sich mit den Machern über Nervenkitzel auf den Autobahnen, viel Herzblut und die moderne Mode in Fußballstadien.

„Wir wollten das in die Hand nehmen.“ Andreas Geib, Eva Schneider und Tim Adam (v.l.) vom SCT kümmern sich um die Fanartikel.

Am Mittwoch wurde der internationale Tag des Ehrenamtes gefeiert. Wie in jedem Jahr wurden dabei die Menschen geehrt, die Stunden an Arbeit investieren, viel Herzblut – und dafür kaum Geld bekommen. Wenn es um Eintracht Trier geht, darf dabei ganz sicher nicht die Leistung des Supporters Club Trier (SCT) untergehen. Seit zwei Wochen hat der Dachverband der Fanklubs den Entwurf, die Produktion und den Verkauf der Fanartikel des Fußball-Regionalligisten nahezu in Eigenregie übernommen. „Irgendwann hat es ‚klick‘ in meinem Kopf gemacht“, sagt Daniel Emanuel, der sich für seinen Herzensverein noch stärker einsetzen wollte. „Wir wollten das in die Hand nehmen und haben überlegt, wie wir noch mehr für die Eintracht tun können“, sagt er.

So bastelten die SCT-Macher an Ideen, in die sie viel Zeit steckten. „Wir haben in der Hochphase jeden Tag in der Woche bis 23 Uhr bei Daniel gesessen und an dem Konzept gearbeitet“, erzählt Eva Schneider. Im Frühjahr 2011 stand der Dachverein noch vor der Auflösung. Die kleine Krise ist schon lange Vergangenheit, das Feuer ist wieder entfacht. Der Vereinsvorstand der Eintracht nahm die Vorschläge aus dem Fanlager gerne auf. Die Kritik der Anhänger an den alten Fanartikeln war deutlich. Sie waren teilweise alles andere als schön, teuer und sprachen nicht die Zielgruppe an, um die Stefan Raab im Fernsehen so fleißig wirbt. „Für die Fans von 14 bis 29 Jahren war eigentlich nichts dabei.“ Das soll sich ändern. Erste Polohemden und Schals sind schon entworfen, bestellt und sollen gegen nach dem Ausfall gegen Freiburg II wieder mit dem Testspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern verkauft werden. „Schlicht gehalten“, das sei der Stil, den Fans sich gegenwärtig wünschen. Kutten, ein wilder Mix an Farben – für die Modeschöpfer der Fanartikel ist das out.

Strömender Regen, Paketband und ein Spanngurt

Der Blick auf andere Vereine, Umfragen im Stadion und auf Facebook sollen das Gespür dafür schärfen, was sich Anhänger wünschen. Am Layout gebastelt wird dann am Computer, wieder in der Wohnung von Emanuel. „Dann ist Photoshop geöffnet. Fünf, sechs Leute sitzen um den Bildschirm herum. Und jeder bringt seine Gedanken ein, die dann am Bildschirm in die Tat umgesetzt werden.“ Im Februar soll ein Wettbewerb starten, mit der Fans ihr eigenes T-Shirt gestalten können. Auch die Präsentation der Fanartikel sei zu verbessern. „Über das Stadionheft, die Leinwand und Aktionen wollen wir die Leute anlocken“, sagt Andreas Geib.

Mühe scheuen die Anhänger bei ihrer Arbeit nicht. Als sie die Regale für den Fanshop in Saarlouis kauften, war der Bully bis zum Dach gefüllt. „Die Regale standen aber 15 Zentimeter über. So haben wir Paketband gekauft und davon bestimmt zehn Meter zur Befestigung um den Türgriff gebunden.“ Ein Spanngurt erledigte den Rest, bei strömendem Regen ging es danach unbeschadet über die Autobahn zurück nach Trier, wo dann bis 22 Uhr noch die neuen Möbel aufgebaut wurden. Nicht selten verbringen die Mitglieder des SCT auch in der Woche viel Zeit damit, mit Herstellern zu telefonieren, Preise zu vergleichen und Aufträge zu verteilen. Ein echter Fulltime-Job also. Aber halt einer, den sie mit Herzblut erledigen. „Der Tenor ist nicht, was wir uns angetan haben“, sagt Tim Adam. „Die Plackerei ist schnell vergessen, wir machen das gerne.“

+++Eintracht in Kürze+++

Neue Fanartikel – Viele der neuen Fanartikel des SCT sind eingetroffen. So auch Schals, T-Shirts und Aufnäher, die wie viele andere Utensilien an der Fan-Bude im Haupteingangsbereich erhältlich sind. Mitglieder von Eintracht Trier und dem SCT erhalten einen Rabatt von zehn Prozent auf alle Artikel. Zudem sind einige reduzierte Produkte im Angebot. Mit Sport Fleck hat der SCT einen Partner gewonnen, der einen externen Online-Shop betreiben soll. „Hier laufen die Detailplanungen auf Hochtouren“, so Emanuel.

Weitere Informationen finden sich auf der Homepage des SCT.

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Kommentare (1)

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  1. sve-torsten sagt:

    Großes Kompliment an den SCT, allen voran die Macher, die sich mit vollem Herzblut für die Eintracht einsetzen und somit vieles ermöglichen.

    Herzlichen Dank hierfür!

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