Ein Ausklang mit Finten, Toren und Megaphon

Der 3:0-Sieg von Eintracht Trier gegen Neckarelz war das letzte Heimspiel 2013

Von Florian Schlecht

Ein Publikumsliebling auf dem Zaun, ein „Mosel-Messi“ auf dem Platz, ein Trainer-Dank im VIP-Zelt: Nach dem 3:0-Sieg zum Heimspiel-Ausklang gegen Neckarelz wollen die Fußballer von Eintracht Trier am kommenden Wochenende bei Hessen Kassel weiter nachlegen. Sofern beim Meister überhaupt gespielt wird. 

Eintracht - Neckarelz - Dingels Zaun
Toller Heimspiel-Ausklang: Michael Dingels stand auf dem Zaun – und die Fans hüpften im Block.

Es war der große Dank zum Heimspiel-Ausklang 2013. Nach dem 3:0-Sieg gegen die SpVgg. Neckarelz kletterte Michael Dingels vor dem Ultra-Block auf den Zaun, das Megaphon wurde ihm vor den Mund gehalten. Der Publikumsliebling grölte mit den Fans im Chor, auf dem Rasen saßen die Spieler von Eintracht Trier und sprangen zu den Gesängen fröhlich auf. Keine Überraschung war es daher, dass auch die Weihnachtsfeier bei einigen Fußballern bis in die frühen Morgenstunden andauerte.

„Es ging wohl relativ lange. Einige von den Jungs sind vom Hotel noch weiter in die Stadt gezogen“, berichtete ein lächelnder Christoph Anton, der dem Jahresabschluss im Moselstadion seinen persönlichen Stempel aufdrückte. Der 22-Jährige zauberte den Gegenspielern von Neckarelz mit seinen frechen Finten wahre Knoten in die Beine. Und das, obwohl der Schodener lange Zeit wegen eines Mittelhandbruchs ausgefallen war.

„Ich habe ja schon jeden Tag Einzeltraining mit dem Physio gemacht, bevor ich wieder voll eingestiegen bin. Und es war nicht meine erste Verletzung. Nach längeren Pausen komme ich immer schnell in Tritt“, freute sich Anton über einen gelungenen Tag und viele SMS-Glückwünsche auf seinem Handy. Zwei Vorlagen gab der Mann, der an diesem Tag zum „Mosel-Messi“ avancierte, zu den wichtigen drei Punkten. Der Anschluss an die Relegationsplätze zur 3. Liga bleibt so erhalten.

„Wir wollen das letzte Spiel zu Hause unbedingt mit einem Dreier abschließen und den Negativtrend beenden“, sagt Anton, der bestätigte, wie sehr die beiden Niederlagen in Folge an der Mannschaft genagt hätten. „Zum Glück haben wir von der ersten Sekunde an Gas gegeben. Das frühe 1:0 spielte uns in die Karten. Danach war es fast ein Selbstläufer, weil wir alle Zweikämpfe gewonnen haben.“

Ein Stein vom Herzen fiel auch dem Doppel-Torschützen Sylvano Comvalius, der zunächst zwei riesige Chancen vergab – und dann doch jubeln durfte. „Ich konnte ja nicht meinen Kopf hängen lassen. Es gibt nur immer einen Weg: weitermachen!“, befand der Niederländer, der den Sieg als wertvoll „für das Auge“ interpretierte. „Wenn wir uns die Tabelle ansehen, haben wir uns in der Spitze der Liga etabliert.“

Erkennbar wichtig war auch die Rückkehr von Matthias Cuntz, der im Mittelfeld die Fäden zog und das Zentrum im Zusammenspiel mit Steven Kröner dicht machte. Auf seinen Nebenmann und Vize-Kapitän muss Cuntz am Samstag beim letzten Auftritt des Jahres bei Hessen Kassel jedoch verzichten, da Kröner die fünfte Gelbe Karte sah. Immerhin darf Christoph Buchner nach seiner Sperre wieder auflaufen – ebenso wie Marco Quotschalla, der die Spielräume für Trainer Roland Seitz in der Offensive vergrößert.

Ob in Kassel überhaupt gespielt wird, ist angesichts des wetterbedingten (Die Voraussagen melden Schnee und Regen) und sportlichen (0:6-Pleite in Kaiserslautern) Tiefs rund um den amtierenden Meisters allerdings mehr als fraglich. „Wenn es nicht klappt, gehen wir auf jeden Fall mit einem positiven Gefühl in die Pause, was auch in Ordnung wäre“, betonte Seitz, der seinen Spielern ein großes Lob im VIP-Zelt aussprach. „Sie gehen seit Wochen auf dem Zahnfleisch, wir müssen mit 14, 15 Mann über die Runden kommen. Ich möchte ihnen meinen Dank dafür aussprechen, was sie leisten.“

+++Eintracht in Kürze+++

Die Heimbilanz 2013 – In diesem Jahr gewann Eintracht Trier von seinen 19 Spielen im Moselstadion zehn Partien, fünf Begegnungen endeten mit einem Unentschieden, vier wurden verloren. Das Torverhältnis lautet 27:15.  „Nicht optimal, aber besser geworden“, so fällt das Fazit von Trainer Roland Seitz zur Heimbilanz 2013 aus. Tatsächlich war der Regionalligist zu Beginn des Jahres mit einem 0:1 gegen den FSV Frankfurt II, einem 1:1 gegen Freiburg II und einem 0:3 gegen Idar-Oberstein ein außergewöhnlich höflicher Gastgeber. Dies änderte sich in den vergangenen Monaten mit 2:0-Siegen gegen Koblenz, Hoffenheim II und Mannheim, die das Publikum verzückten. Den höchsten Heimsieg landete Trier mit dem 5:0 gegen Bayern Alzenau.

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