Eintracht Trier: Ein besiegter Aberglaube und ein Blick nach vorne

Von Florian Schlecht (Text) und Anna Lena Grasmück (Fotos)

Nach dem 1:0-Sieg in Mainz waren die Fußballer von Eintracht Trier erleichtert. Am Samstag müssen sie nun gegen Köln II nachlegen. „Wir wollen begeistern und mitreißen“, formuliert Torge Hollmann selbstbewusst die Ziele.

Ein Fall für zwei: Sascha Purket und Roland Seitz (v.l.) feierten ihren ersten gemeinsamen Sieg ohne den erkrankten Co-Trainer Rudi Thömmes.

„Rudi, fahr heim und ruhe dich aus.“ Roland Seitz zeigte Verständnis, als Rudi Thömmes nach der abschließenden Besprechung und kurz vor der Abfahrt nach Mainz plötzlich über Schweißausbrüche und Husten klagte. Der Co-Trainer wollte unbedingt mit in die Karnevalsstadt und moralische Unterstützung im so wichtigen Regionalligaspiel leisten, aber Seitz schob den Wünschen einen Riegel vor. „Die Gesundheit geht vor.“ Doch auch der Fußballlehrer von Eintracht Trier setzte sich nach diesen Worten mit einem mulmigen Gefühl in den Bus in Richtung Bruchwegstadion. Gemeinsam mit Sascha Purket stand Seitz in sechs Regionalligaspielen an der Seitenlinie, als er im April 2010 zur Eintracht zurückkehrte. Alle gingen verloren. In der vergangenen Saison fehlte Pokalheld Thömmes krank bei Fortuna Düsseldorf II. Das Spiel endete 1:3. Als der 1:0-Erfolg beim FSV Mainz 05 dann in trockenen Tüchern war, freute sich das Duo kräftig über den besiegten Aberglauben und die gerissene Serie. „Da haben Sascha und ich schon erleichtert durchgeatmet“, lachte Seitz.

Doch der Trainer wirkte auch so gelöst, weil nach der langen Zwangspause durch vier Spielausfälle in der Regionalliga endlich wieder ein neuer Eindruck im Kopf haftet. 35 Tage lang dominierte bei der Eintracht der Wunsch, den 0:1-Ausrutscher gegen den SC Idar-Oberstein wettzumachen. „Es war nicht leicht, nach den ganzen Trainingswochen immer den Nackenschlag zu bekommen, wieder nicht spielen zu dürfen“, sagte Seitz, für den sich aber während der Durststrecke der lang ersehnte Konkurrenzkampf in den eigenen Reihen ergeben hat.

Gibt es einen Vierkampf um den Titel?

Torge Hollmann war ein Bestandteil der Trierer Stabilität in Mainz.

In den drei Testspielen mit drei Siegen und 15:0-Toren und im Pokal bei der SG Stadtkyll (3:0) hat sich eine Startelf angeboten, die ihre Chance auch in Mainz zu nutzen wusste, wie der Trainer sich freute. Der Rückstand auf Lotte wurde durch das 1:1 der Sportfreunde bei der Reserve des 1. FC Köln auf neun Punkte verkürzt bei einem Spiel mehr, das die Eintracht noch in der Hinterhand hat. Keine Schwäche zeigte hingegen Borussia Mönchengladbach II, das nach dem 2:1-Sieg gegen den VfL Bochum II weiter sieben Zähler vor Trier liegt. Auch Borussia Dortmund II darf sich plötzlich wieder Chancen ausrechnen. Die befürchtete Langweile – auf die Eintracht kommt sie erstmal nicht zu. Es bleibt spannend, vielleicht winkt sogar ein Titel-Vierkampf.

Für Trainer Roland Seitz spielte das am Samstag aber keine Rolle. Für ihn galt es, die Mannschaft wieder in die Spur zu bringen, was gelungen ist. Das Erfolgsrezept in Mainz war in erster Linie die Stabilität im zentralen defensiven Bereich. Während Oliver Stang und Denny Herzig in der Innenverteidigung mit Zweikampfstärke glänzten, harmonierten im zentralen Mittelfeld Kapitän Torge Hollmann und Daniel Bauer miteinander. Beide stellten die Räume klug zu, wodurch die Mainzer Spielstärke über 90 Minuten nicht konsequent zur Geltung kam. Jegliche Versuche der jungen Platzherren, den Aufbau über die Mitte zu betreiben, die beim 3:0 im Hinspiel noch die schmerzhafte Achillesferse der Eintracht war, scheiterten. Mit Carsten Lutz wurde der Regisseur zur Halbzeit bereits entnervt ausgewechselt. Bundesliga-Leihgabe Deniz Yilmaz übernahm anschließend die Rolle des Spielgestalters, ohne Akzente setzen zu können. Eine Abnahme in der 90. Minute, bei der Torhüter André Poggenborg schnell abtauchte, war die Ausnahme.

„Bewegen, begeistern, mitreißen“

Gejubelt werden soll auch im Heimspiel gegen Köln II.

„Es ist nicht leicht, gegen uns ein Tor zu machen“, sagte Hollmann zur bekannten Stärke der Eintracht, die auswärts noch besser zur Geltung kommt, wo sie kompakt stehen und schnell umschalten kann. In insgesamt zwölf Spielen blieb Trier in dieser Saison ohne Gegentor. Da reichte in Mainz im Offensivspiel eine schöne Aktion zum Siegtreffer, als Daniel Bauer per Maßflanke Thomas Kraus bediente, der seinen Aufwärtstrend als Stürmer bestätigte. „Alle haben gut gegen den Ball gearbeitet“, lobte Seitz, der den Mangel an Strafraumszenen auf der eigenen Seite begründen konnte. „In Mainz fehlten uns der regelmäßige Rhythmus und halt auch einige Leute, die Aktionen spielerisch lösen können.“

Doch die Ausfälle von Alon Abelski (Teileinriss des Syndesmosebandes), Chhunly Pagenburg (muskuläre Probleme) und Jeremy Karikari (Sperre) fielen nicht allzu schwer ins Gewicht, weil von der Mannschaft Fußball gearbeitet wurde. Das soll auch im Heimspiel gegen den 1. FC Köln II (Samstag, 14 Uhr) die erste Bedingung sein. „Wir wollen allen, die nicht mehr an uns glauben, zeigen, dass wir uns auf dem Fußballplatz bewegen, begeistern und mitreißen können“, so der Wunsch von Torge Hollmann. Es wäre der nächste Schritt, um im Titelrennen vielleicht noch eine Rolle zu spielen. Auch wenn Seitz personell wieder Veränderungen vornehmen muss. Linksverteidiger Thomas Drescher fällt mit der fünften Gelben Karte aus, Karikari muss ebenfalls noch ein Spiel passen. Sorgen, die für den Trainer bis Dienstag Zeit haben. Er fuhr vor dem drohenden Mammutprogramm mit 14 Spielen in sieben Wochen erst einmal zu seiner Familie, um sich zu erholen.

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Kommentare (1)

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  1. schustermanni sagt:

    naja, hatte wohl recht, mit meiner ausSAGE, hier mit meinem komentar, das es uns besser steht mit zwei stürmern zu spielen , und dazu , das lotte auch noch punkte läßt, worauf ich am dienstag hoffe lotte- dortmund jetzt gegen köln am samstag punkten , dann sieht die eintrachtwelt wieder anders aus gruß manni

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