Ein Strafraum-Fuchs mit besonderen Schuhen

Von Florian Schlecht

Markus Fuchs ist der neue Angreifer von Eintracht Trier. Der 32-Jährige erzielte in der Vorbereitung bereits acht Treffer – und unterschrieb nun einen Vertrag bis zum 30. Juni 2013. Tore allein interessieren ihn aber nicht – er geht gerne dahin, wo es weh tut.

Markus Fuchs ist der neue Strafraumstürmer der Eintracht. Auf seinen Schuhen stehen die Namen seiner beiden Söhne. Foto: Anna Lena Grasmück

Wenn Markus Fuchs ein Tor schießt, dann haben seine kleinen Söhne irgendwie mitgetroffen. Denn auf den Fußballschuhen des Angreifers stehen immer die Namen von Romeo (4) und Elias (3). „Ich habe mal überlegt, sie mir auch eintätowieren zu lassen, aber bislang ist es so weit noch nicht gekommen“, lächelt der Fußballer. Tipps könnte er sich dabei von Steven Lewerenz holen, der den Namen von seinem Filius Luiz-Elia auf dem Unterarm stehen hat. Doch Fuchs haben auch die Schuhe bei Eintracht Trier Glück gebracht. Mit acht Treffern empfahl sich der Probespieler über zwei Wochen als bester Torjäger der Vorbereitung – am Donnerstag wurde er offiziell als der neue Strafraum-Fuchs vermeldet, der einen Vertrag bis zum 30. Juni 2013 unterschrieb.

Der Stürmer ist nun der 18. Mann im Kader – und froh über die geklärte Zukunft. „Die Mannschaft ist großartig. Ich glaube, hier noch was erreichen zu können“, schildert er seine Eindrücke aus der Vorbereitung, auf die er auch die Bilanz in den Testspielen zurückführt. „Wer sich nicht wohlfühlt, schießt nicht die Tore.“ Zugleich nimmt er nun zumindest vom Alter her in der verjüngten Truppe eine Papa-Schlumpf-Rolle ein. Fuchs ist 32 – und damit der älteste Spieler im Aufgebot. „Das war ich noch nirgendwo“, lacht der 1,84-Meter-Angreifer, der in der vergangenen Saison für den Drittligisten 1. FC Saarbrücken nach Adduktorenproblemen nur einen Treffer in 14 Spielen erzielte. Aus seiner Rolle als Oldie macht er aber keine große Show, der Routinier ist eher ein Freund der bescheidenen Worte. „Ich kann versuchen, den jungen Spielern mit auf den Weg zu geben, was ich weiß. Ob sie es annehmen, ist natürlich ihre Sache. Eins ist aber klar: Ich bin nicht besser und schlechter als andere.“

„Mal eine Platzwunde – aber das habe ich mir ja ausgesucht“

So definiert sich Fuchs auf dem Platz nicht nur über Treffer, sondern stellt sich auch in den Dienst der Mannschaft. „Alleine kannst du kein Spiel gewinnen“, meint er. „Klar gibt es die Angreifer, die jede Woche drei Tore schießen. Aber damit das funktioniert, brauchst du zehn Mitspieler, die das Doppelte arbeiten. Und ich bin ein Typ, der bei der Arbeit lieber mithilft.“ Auf dem Platz ist das zu spüren, wenn Fuchs dorthin geht, wo es weh tut. „Es stimmt, das mache ich gerne“, sagt er und grinst. „Leider.“ Denn die Mentalität hat ihm schon Schmerzen bereitet. „Da kann es mal eine Platzwunde geben  – aber das habe ich mir das ja ausgesucht. Fußball macht mir halt Spaß.“

Die Tore vergisst er dabei nicht. In der Vorbereitung mit Trier staubte er beim 1:0-Sieg gegen Alemannia Aachen aus dem Getümmel ab, nur wenige Minuten nach seiner Einwechslung. Beim 7:3-Sieg gegen die SG Schoden war er mit vier Treffern der gefährlichste Mann. Auch bei den 10:0-Siegen gegen die SG Oberweis und den SV Dörbach trug er sich mehrfach in die Statistik ein.

Roland Seitz hofft auf einen solchen Lauf auch im Regionalliga-Alltag. „Markus weiß, wo das Tor steht“, sagt der Trainer, bremst aber zugleich die Erwartungshaltung. „Klar ist, dass wir nicht erwarten können, dass er jemandem davonläuft und einfach mal zwei Leute ausspielt.“ Aber, so betont der Oberpfälzer, dieser Fuchs sei ein „unbequemer Gegenspieler und mit allen Wassern gewaschen“. Tore erzielte der Offensivspieler, der in Rottweil aufgewachsen ist, ebenso bei der SpVgg. Bayreuth (37 Treffer in 87 Spielen) und in Saarbrücken. Dort hatte er 2010 einen wesentlichen Anteil am Aufstieg in die 3. Liga. „Der Anfang war toll, zuletzt hat es aber nicht mehr gepasst.“

Mit Kulabas und Pagenburg in Nürnberg gespielt

Seine beste Zeit erlebte der Routinier beim 1. FC Nürnberg II – mit einem alten Bekannten an seiner Seite. „Damals haben Ahmet Kulabas und ich vorne zusammengespielt“, erinnert er sich an die Saison 2008/09 mit dem Ex-Trierer, den es zu dieser Spielzeit zu Wacker Burghausen zog. „Er hat damals 18 Tore geschossen, ich 16, und wir haben uns viele Buden aufgelegt“, lacht Fuchs. „Wir sind immer noch gute Freunde.“ Auch Kulabas riet ihm im Telefonat zu einem Wechsel nach Trier. Zumal dort mit Chhunly Pagenburg der alte WG-Kollege des Deutsch-Türken spielt. „Vielleicht bin ja ein guter Ersatz für den Kula“, freut sich der Strafraumfuchs mit den besonderen Schuhen auf den neuen Kumpel im Sturm. „Ich kenne ihn ja auch aus unserer gemeinsamen Zeit in Nürnberg.“

+++++Eintracht in Kürze+++++

Auch mit Maximilian Watzka wird verhandelt.

Moses Lamidi im Probetraining, Verhandlungen mit Maximilian Watzka – Ein weiterer Testspieler stellt sich in den nächsten Tagen bei Eintracht Trier im Probetraining vor. Angreifer Moses Lamidi (24) kam in der vergangenen Saison auf zwei Zweitliga-Einsätze für den Karlsruher SC und war lange Zeit verletzt. Trainer Roland Seitz schloss nicht aus, den Offensivspieler beim Testspiel gegen den 1. FC Köln II zu testen. Dieses wird am Samstag, 14 Uhr, im Rahmen des Stadionfestes ausgetragen. Für Borussia Mönchengladbach kam Lamidi in der Zeit von 2006 bis 2010 auf zwölf Einsätze in der Bundesliga. Auch Defensivspieler Armin Lulic (NK Krsko) und Henry Onwuzuruike (zuletzt Darmstadt 98) testeten mit. Weiter verhandelt wird mit Maximilian Watzka. Der Mittelfeldspieler, der zuletzt bei RB Leipzig spielte, hinterließ in Testspielen und Training einen guten Eindruck. Eine Entscheidung über eine gemeinsame Zukunft könnte noch vor dem Stadionfest fallen.

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Kommentare (4)

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  1. fan sagt:

    für die regionalliga reicht sein talent locker, bin mir sicher, dass das kein fehlgriff ist-

    gleiches gilt für watzka, mit der neuen eintracht wird man noch viel freude haben

  2. sve-torsten sagt:

    Er hat aber auch gegen Aachen geroffen und gegen Wuppertal den Elfer rausgeholt.

  3. eintrachtler4ever sagt:

    Ist kein schlechter, aber wenn man gegen Abendfussballer wie Dörbach, Schoden oder Oberweis Tore erzielt, heißt nicht, dass man auch in der Regionalliga trifft!!!

    Von daher bin ich gespannt wie er sich entwickeln wird in der Meisterschaft.

  4. Trierer sagt:

    Scheint ein sympatischer junger Mann zu sein. Ich glaube auf jedene Fall kann er der jungen Mannschaft helfen. Ich finde die Neuverpflichtungen bisher alle sehr gut. Das wird sicher eine spannende und schöne Saison für die Eintracht.

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