Eintracht Trier: Ein Testspiel gegen Zweibrücken und eine Baustelle

Von Florian Schlecht (Text) und Anna Lena Grasmück (Fotos)

Nach der Absage des Regionalligaspiels gegen Fortuna Köln hat Eintracht Trier ein Testspiel in Zweibrücken (Samstag, 13 Uhr) verabredet. Der zweite Bauabschnitt bei der Sanierung des Moselstadions verzögert sich laut Stadtangaben noch bis Juni.

Gelb, holprig und matschig: Der Rasen des Moselstadions wurde für unbespielbar erklärt.

Torge Hollmann war gerade beim Mittagessen, als er von dem Spielausfall gegen Fortuna Köln erfuhr. Um 10 Uhr entschied eine Platzkommission, dass der Rasen des Moselstadions für die Regionalliga-Begegnung auf keinen Fall bespielbar sei. Für Trier war es der vierte Ausfall in Folge, es droht eine Termin-Not, weil ab der kommenden Woche auch schon wieder der Rheinlandpokal startet und der Tanz auf zwei Hochzeiten für Engpässe im Terminkalender sorgt.

Als Ersatz für die Absage in der Liga wurde kurzfristig ein Testspiel bei Oberligist SVN Zweibrücken verabredet. Gespielt wird am Samstag um 13 Uhr auf dem Kunstrasenplatz des Wallenbornstadions im saarländischen Wiesbach, das zur Gemeinde Eppelborn gehört. „Ich hätte gerne gegen Fortuna Köln gespielt, wir halten ja die Spannung von Woche zu Woche hoch“, so Kapitän Hollmann, der aber schon mit einer Absage gerechnet hatte. „Ich bin am Donnerstag noch im Stadion gewesen, der Rasen war extrem weich, der wäre über Wochen hinaus richtig umgepflügt worden.“

„Nachhaltige Folgeschäden“ drohten

Auch am Samstag bleibt das Moselstadion leer.

Die Platzkommission bestätigte den Eindruck. Frost steckte im Boden, das Regen- und Tauwasser könne so nicht abfließen, heißt es in einer Pressemitteilung des Vereins. Und weiter: „Wäre Samstag gespielt worden, hätte das zudem sicherlich nachhaltige Folgeschäden ausgelöst.“ Für Hollmann ist die Absage daher kein Drama. „Wir können ja nix daran ändern.“ Doch auch der Kapitän weiß um die Belastung der vielen „Englischen Wochen“, die im März und April auf die Eintracht zukommen.

Am Mittwoch, 28. März, kommt es zum Nachholspiel gegen Borussia Dortmund II. Die ausgefallene Partie bei Schalke 04 II ist für Dienstag, den 3. April, terminiert. Weil Trier aber zwei Tage zuvor beim SC Verl spielen muss, hat die Vereinsführung Einspruch eingelegt. Als erster Ausweichtermin ist nun der 4. April im Gespräch, Diskussionen gibt es noch um die Anstoßzeit, weil es in der Mondpalast Arena in Herne kein Flutlicht gibt. „Eine Startzeit von 16, 17 Uhr ist mit uns nicht zu machen, weil dann keine Fans anreisen können“, sagte Geschäftsstellenleiter Dirk Jacobs unter der Woche gegenüber 5vier.de. Für die ausgefallenen Spiele bei Fortuna Düsseldorf II und daheim gegen Fortuna Köln gibt es noch keine neuen Termine.

„Wir sind körperlich gut aufgestellt, haben uns in den freien Wochen nun nochmal auf einen vernünftigen Level gebracht. Wenn wir die Belastung dann etwas runterschrauben, mache ich mir keine Sorgen“, bangt es Torge Hollmann nicht vor einem Mammutprogramm mit 19 Spielen in 71 Tagen.

Bauarbeiten im Stadion verzögern sich bis Juni

Baustelle Moselstadion: Der zweite Abschnitt der Sanierung verschiebt sich auf den Juni.

Eine offene Baustelle gibt es auch außerhalb des Rasens. Der zweite Abschnitt bei der Sanierung des Moselstadions verzögert sich laut Angaben des Sportamtes Trier bis in den Juni hinein. In diesem werden in den Zuschauerbereichen neue WC-Einrichtungen und Verkaufsräume errichtet, dazu wird die Eingangssituation im Bereich der Zurmaiener Straße neu geordnet. Dazu werden Verwahrräume und Drehkreuzanlagen installiert. Weiterhin werden die Zuschauerränge durch Herstellung geeigneter Abtrennungen in fünf Sektoren aufgeteilt. Derzeit fällt in erster Linie der Gästeblock ins Auge, wenn man ins Stadion kommt – dieser ist eine einzige offene Baustelle. Das wird sich in den nächsten Wochen nicht ändern.

Für das Heimspiel gegen Fortuna Köln wäre der Block für die Fans der Gäste entsprechend sicherheitstauglich hergerichtet worden, glücklich sind die Verantwortlichen von Eintracht Trier mit der Situation aber nicht. Das ursprüngliche Ziel lautete noch im August 2011, die Arbeiten bis zum Frühjahr abzuschließen.

Über Wegbefestigung entscheidet Haushalt

„Der erste Bauabschnitt hatte sich durch Forderungen der Polizei und unvorhersehbare Arbeiten bereits verzögert“, begründet Matthias Ulbrich vom Sportamt den neuen Termin nun. So war das alte Backsteingebäude, das saniert wurde, in einem deutlich maroderen Zustand als gedacht. Dazu kam die Intervention des Polizeiinspektionschefs Edmondo Steri (5vier berichtete), der das Moselstadion als nicht regionalligatauglich bezeichnete und sich für die Einteilung in unterschiedliche Sektoren aussprach. Der Winter-Einbruch im Februar habe zudem schnelle Fortschritte im zweiten Bauabschnitt verhindert. „In der Zeit konnten bei dem Frost keine Bauarbeiten erledigt werden“, sagt Ulbrich.

Die Verzögerung bedeutet aber auch, dass sich der geplante dritte Bauabschnitt mit einer Befestigung der Wege vom Haupteingang bis zur Tribüne nach hinten verschieben wird. Ob es ab Ende Juni diese Arbeit gibt, entscheidet sich erst in den kommenden Wochen. „Die Mittel sind im Haushalt für 2012 bereit gestellt worden“, betont Ulbrich. Dieser muss aber noch endgültig verabschiedet werden.

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Kommentare (1)

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  1. Eintracht-Fan sagt:

    Es ist ein schweres Los Eintrachtfan zu sein. Die ganzen Absagen von Spielen, das Stadion eine Baustelle und dann gewinnt Lotte noch in der 93.Minute 1:0. Wahrscheinlich
    wird es irgendwann wieder Spiele geben.(Daran glaub ich noch). Das Stadion wird nie fertig und Lotte wird nie wieder verlieren. Wenn das Stadion fertig wird, dann ist die Saison vorbei und Lotte verliert dann wieder in der 3.Liga.Wahrscheinlich werde ich aber auch dann noch Eintrachtfan sein!!Aber was wird dann mit der Eintracht???

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