Ein teuflisches Wiedersehen – UPDATE

Von Florian Schlecht (Text) und Anna Lena Grasmück (Fotos)

Der Testspiel-Auftakt als das Highlight der Vorbereitung: Eintracht Trier empfängt am Samstag (14 Uhr) den 1. FC Kaiserslautern im Moselstadion. Defensivallrounder Mario Klinger ist bei den Pfälzern von 2008 bis 2010 nicht glücklich geworden.

Der einzige Trierer mit einer sportlichen Vergangenheit in der Pfalz: Mario Klinger.

Eintracht Trier ist erst seit einer Woche wieder in der Vorbereitung auf die Rückrunde in der Regionalliga, sammelte Kilometer bei den Laufrunden um das Moselstadion und werkelte am gewohnten Rhythmus. Auf gepackten Koffern sitzt dagegen der 1. FC Kaiserslautern, für den es in wenigen Tagen zum Trainingslager ins türkische Belek geht. Dort will Trainer Franco Foda für den letzten Schliff vor dem Zweitliga-Start bei 1860 München am 4. Februar sorgen. Am Samstag treffen so zwei Mannschaften mit unterschiedlichen Voraussetzungen im Moselstadion aufeinander (14 Uhr). Dennoch gehen beide Seiten ehrgeizig in das Testspiel. „Wir freuen uns, gegen so einen großen Gegner spielen zu können“, funkeln die Augen von Eintracht-Trainer Roland Seitz, wenn er an Stars wie Mo Idrissou, Albert Bunjaku und Alexander Baumjohann denkt. Auch Franco Foda, der Coach der Pfälzer, erwartet einige Erkenntnisse von den 90 Minuten. „Eine gewisse Rivalität herrscht ja zwischen den Clubs vor“, rechnet er mit einer Aufgabe, die nicht im Vorbeigehen zu erledigen ist.

In Trier herrschte in diesen Tagen schon Feuer bei den Trainingseinheiten vor. Die Spieler wollten sich anbieten für das Kräftemessen mit dem Aufstiegsanwärter, der momentan hinter Eintracht Braunschweig und Hertha BSC Berlin den Relegationsplatz zur Bundesliga belegt. Besonders motiviert war Mario Klinger. Allerdings nicht, weil er der einzige Eintracht-Akteur mit einer sportlichen Vergangenheit bei den Pfälzern ist, wo er von 2008 bis 2010 spielte. „Mir ist es egal, wer der Gegner ist.“ Der 26-Jährige will viel mehr an seine engagierten Auftritte im alten Jahr anknüpfen, wo er sich nach einer Durststrecke mit einer Verletzungspause und einer Phase als Ersatzspieler wieder in die Stammformation kämpfte. „Ich will so viele Spiele wie möglich machen, Leistungsträger sein und mich mit der Mannschaft weiterentwickeln“, betont der Defensivallrounder.

„Wir wollen gegen Kaiserslautern so gut wie möglich aussehen“

So ganz ohne Emotionen geht Klinger jedoch nicht in das Spiel mit seinem Ex-Verein. „Kaiserslautern ist ein toller Klub mit einem unglaublichen Fankult. Das ist in Deutschland nicht normal, weil es fast mal von der 1. bis in die 3. Liga, oft hoch und runter ging. Aber als Spieler macht man sein Wohlbefinden auch davon abhängig, ob man zu seinen Einsätzen kommt.“ Geht es nach diesem Kriterium, fallen die Erinnerungen des ehemaligen Juniorennationalspielers zum Traditionsverein aus der Pfalz nicht allzu gut aus. Obwohl Stefan Kuntz ihn an den Betzenberg gelockt hatte, erhielt er unter dem damaligen Coach Milan Sasic keine Bewährungschance. „Er hat nicht auf mich gesetzt. Da konnte ich trainieren wie ich wollte.“ Auch die Auftritte in der Regionalliga-Reserve wurden nicht honoriert. Dort förderte ihn Übungsleiter Alois Schwartz, der mittlerweile Rot-Weiß Erfurt trainiert. Klinger kam dort auf 36 Spiele und zwölf Tore. In Kaiserslautern war die Quote für den Mittelfeldspieler jedoch ein Muster ohne Wert. „Es war schwer für mich. Ich habe gearbeitet, um hoch zu kommen, wurde aber einfach nicht berücksichtigt. Das war schade.“

Woran sich der gebürtige Essener aber noch erinnert, sind die Derbys in Trier, die für die zweite Mannschaft damals die Höhepunkte der Saison waren. „Da hat der Trainer immer angekündigt, dass da einige Zuschauer mitkommen. Darauf haben wir uns immer extrem gefreut, weil eine große Kulisse ja das ist, worauf wir als Fußballer hingearbeitet haben. Das war was anderes als auf anderen Plätzen, wo vielleicht ein Opi und eine Omi zugeschaut haben.“

Beim Wiedersehen mit Kaiserslautern hofft Klinger darauf, dem Favoriten ein Bein stellen zu können. Auch, wenn es nur ein Testspiel ist. „Die Beine sind schwer nach der ersten Woche. Aber gegen so einen hochklassigen Gegner will sich jeder zeigen. Wir wollen dabei so gut wie möglich aussehen.“

+++Eintracht in Kürze+++

Eintracht Trier erreicht Zwischenrunde beim „Bromelain-Cup“ – Am Abend hat Eintracht Trier die Zwischenrunde beim „Bromelain-Cup“ in Saarbrücken erreicht. Nach einem 4:3-Erfolg gegen den FC Wiesbach, einer 2:3-Niederlage gegen den FV Lebach und einem 3:1-Sieg gegen den FV Bischmisheim belegte die Mannschaft von Roland Seitz den zweiten Platz der Gruppe 1 – hinter Wiesbach. Am Sonntag geht es dann ab 15 Uhr in einer sechsköpfigen Gruppe weiter. Im Einsatz waren unter anderem Andreas Lengsfeld, Fabian Zittlau, Steven Kröner, Mario Klinger und einige Leihgaben aus der U23. „Jetzt freuen wir uns auf ein echtes Hallen-Event“, so Torwarttrainer Sascha Purket.

„Kein Bänderriss“ bei Sözen – Leichte Entwarnung bei Burak Sözen. Der Angreifer hatte sich nach einem Zusammenprall im Training eine Verletzung am Sprunggelenk zugezogen. „Der Knöchel ist geschwollen, aber die Bänder sind nicht beschädigt. Ich muss wohl sieben bis zehn Tage pausieren, kann dann aber wieder einsteigen“, so der Youngster.

Fans sammeln für neuen Offensivspieler – Die Fanaktion, einen neuen Offensivspieler finanzieren zu wollen, wird mit dem Testspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern fortgesetzt. Anhänger des Supporters Club Trier (SCT) werden im Moselstadion sammeln. Dazu gibt es Paten, die pro Bratwurst, Currywurst, Pommes und Bier, die verkauft werden, jeweils 10 Cent spenden. „Knapp 8.000 Euro sind bislang zusammen gekommen“, sagt SCT-Sprecher Daniel Emanuel – und hofft mit dem Tag auf einen weiteren Schub. In der Halbzeit wird der Vorstand um Eva Schneider und Tim Adam von Stadionsprecher Martin Köbler interviewt. Auch im Gespräch mit dem „OK54“ stellte Schneider die Idee der Fans vor, über die 5vier bereits ausführlich berichtet hat.

Neue Fanartikel beim Heimspiel – Seit November hat der SCT auch die Gestaltung und den Verkauf der Fanartikel übernommen. Davon gibt es einige neue beim Testspiel gegen Kaiserslautern. Einen ausführlichen Bericht zum neuen Aufgabenbereich der Supporters gibt es hier.

Interview mit Franco Foda – 5vier interviewte vor dem Testspiel Franco Foda, den Trainer des 1. FC Kaiserslautern. Hier geht es zum Artikel.

Freier Eintritt für Jahreskarteninhaber – Die Kassen und Tore des Moselstadions öffnen zum Testspiel um 12.30 Uhr. Gratis können Inhaber einer Jahreskarte das Match verfolgen (gegen Vorlage ihres Tickets am Eingang). Mitglieder erhalten laut Vereinsangaben zu dieser Partie keine Vergünstigungen.

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